Le Havre – Kirchen

Zu den Museen von Le Havre.

 Die Kathedrale von Le Havre, Notre Dame

Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde die Kathedrale Notre Dame von Le Havre bis 1952 wieder detailgetreu rekonstruiert. Ihr Baustil schwankt zwischen Gotik und Renaissance.

Auf der Website der UNESCO kann man zu der Kathedrale Folgendes lesen: „Die Kirche ist eines der letzten Überbleibsel der Gründerzeit unter François 1. Der Glockenturm und das Hauptschiff sind aus dem 16. Jahrhundert. Die Portaleingänge und die westliche Fassade wurden im 17. Jahrhundert geschaffen. Die Kirche wurde während der Bombenangriffe stark beschädigt. Ihr Turm weist noch heute Spuren der Bomben auf. Nach dreißig Jahren Renovierung waren die Kirche, die Orgel, (ein Geschenk des Kardinals Richelieu) und die Glasfenster aus dem 19. Jahrhundert, die geschichtliche Szenen aus der Stadt zeigen, wieder instand gesetzt. Der Platz und die Kathedrale liegen etwas tiefer als die Straße. Sie liegen auf dem ursprünglichen Bodenniveau der Stadt.“

Bild oben: Blick auf Le Havre’s Kathedrale Notre Dame.

Bilder oben: Die Kathedrale Notre Dame.

Bilder oben: Info-Tafeln erläutern den Umfang der Kriegszerstörungen an der Kathedrale.

Die Kirche St. Joseph von Auguste Perret

Auf derselben UNESCO-Website ist auch die Kirche St. Joseph beschrieben, die von Auguste Perret komplett aus Beton erbaut wurde:

„Die Kirche Saint-Joseph ist ein Leuchtturm im Herzen der Stadt. Den Opfern des Zweiten Weltkrieges gewidmet, ist sie ganz aus Beton und Glas. Sie hat 12 768 Glasfenster, die Licht in das Innere bringen. Bei schönem Wetter ist sie bis zu 60 km weit sichtbar. Der oktogonale Turm mit einer Höhe von 110 m vereint sich über einen viereckigen Grundriss mit dem Chor und dem Schiff. Die Kirche ist ein Meisterwerk der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts und so manch einem stockt der Atem vor so viel Schönheit.

Buntes Licht, die Glasfenster von Marguerite Huré

Marguerite Huré (1895-1967) war eine französische Malerin und Glasmachermeisterin. Sie ist eine Künstlerin, die als Vorreiterin Abstraktion in kirchliche Glasfenster brachte. Die Glasfenster der Kirche Saint-Joseph, in vertikalen Betonsteinbändern eingelassen, gehören zu ihren besonderen Werken. Gefilterten Licht dringt durch die 12768 Fenster von außen in die Kirche. Sie werden vom Kontrast der nüchternen äußeren Erscheinung und den bunten Glasfenstern im Innern überrascht sein. Die Farben und Töne ändern sich je nach Himmelsrichtung und haben eine symbolische Bedeutung.

Perrets letztes „Monumentalwerk“

Die alte neugotische Kirche, die während des Krieges zerstört wurde, musste ersetzt werden. Mit dem Bau der neuen Kirche wurde 1951 begonnen. Das Team um Perret inspiriert sich am nicht realisierten Projekt Perrets der Kirche St Jeanne d’Arc in Paris. Dieser Plan beinhaltete einen zentralen Laternenturm.

Nach dem Tod von Auguste Perret 1954 führten die Architekten des Perret Teams, Raymond Audigier, Georges Brochard und Jacques Poirrier das Projekt weiter und beendeten den vom Meister erdachten Turm. Er sollte auf Wunsch Perrets das Erste sein, was die Passagiere sehen, wenn sie aus Amerika kommen. Die Kirche wurde 1957 fertiggestellt, (…).“

Und auf der Website www.schwarzaufweiss.de/frankreich/ liest man zur Kirche St. Joseph:

„Durch die Fenster im achteckigen Turmhelm leuchtet ein himmlisches Licht direkt an den zentral im Herzen eines griechischen Kreuzes aufgestellten Altar; durch 12.768 Glasfenster in sieben Farben – gelb, orange, rot, lila, blau, grün, weiß – und 50 Schattierungen fällt das Sonnenlicht und lässt farbige Quadrate über die puristische Fassade gleiten – unten in satten, dunklen Tönen, zur Spitze immer heller werdend bis zum Weiß des Himmels. Erschaffen wurde der leuchtende Gegenpart zum unverkleideten Beton von Marguerite Huré, die Perret über den Nabis-Maler Maurice Denis kennengelernt hatte und mit der er bereits 1922 bei der Église Notre Dame de la Consolation von Raincy zusammengearbeitet hatte.“

Bild oben: Fassadendetail an der Kirche St. Joseph (Bänder mit Glasfenstern).

Bilder oben: die Kirche St. Joseph mit dem über 100 Meter hohen „Leuchturm“ als Kirchturm.

Bilder oben: Blick ins Innere des Kirchturms mit den von Marguerite Huré geschaffenen Glasfenstern.

Bilder oben: Kirche St. Joseph mit dem leuchtturmartigen Turm; Baudetails an der Turmkrone.

Bilder oben: der Turm von St. Joseph ist abends / nachts von innen beleuchtet.

Museen in Le Havre

Bild oben: Blick aus dem „Musée d’Art Moderne André Malraux“ durch die Glasfassade auf einen benachbarten Wohnblock.

Museum für Moderne Kunst André Malraux

Bild oben: Haupteingang zum MuMa, dem „Museum für Moderne Kunst André Malraux“.

In Le Havre gibt es mehrere Museen, unter anderem das Naturhistorische Museum im früheren Justizpalast sowie das Kunstmuseum „Museum für Moderne Kunst André Malraux“ (benannt nach dem früheren französischen Minister für Kultur).

Das Musée d’Art Moderne André Malraux (MuMa) wurde als erster Kunstmuseums-Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg 1961 fertiggestellt. Es ist nach dem Musée d’Orsay am Seine-Ufer in Paris das zweitgrößte Museum in Frankreich, das sich der impressionistischen Malerei widmet. Das Gebäude wurde von den Perret-Schülern Guy Lagneau und Raymond Audigier geplant und gebaut und steht in Hafennähe auf einem mit Naturstein verkleideten Sockel; der Stahl-Glas-Bau lässt viel Tageslicht in die sehr offen gestalteten Ausstellungsräume. Zur Sammlung gehören Werke von Raoul Dufy (in le Havre geboren), Renoir, Sisley, Degas, Pissaro, Matisse, Dubuffet, Braque, Eugène Boudin u.a. Etliche der impressionistischen Gemälde sind in der Gegend entstanden; ihre Maler schätzten das spezielle Licht der Normandie. Das von Claude Monet 1872 hier geschaffene Gemälde „Impression, soleil levante“ zeigt den Hafen von Le Havre im Morgenlicht und gab der gesamten Stilrichtung des Impressionismus den Namen.

Direkt vor dem Gebäude ragt eine kühne Beton-Skulptur in den Himmel; offiziell heißt sie „Das Signal“, wird aber oft auch als „Das Auge“ bezeichnet. Dazu kann man auf der Website unesco.lehavre.fr/de/ Folgendes lesen:

„Henri-Georges Adam (1904-1967) – Le Signal (Das Signal)
Die längliche durchbrochene Form der vom Bildhauer Adam 1955 angefertigten Skulptur aus Beton und Marmor, ist sein erstes monumentales Werk. Die Wirkung dieser Skulptur wird durch die umliegende Architektur und marine Landschaft noch hervorgehoben. Sie steht, gegenüber von Semaphor, Radar und Leuchttürmen, auf der Terrasse vor dem neuen Museum, als Verbindungstück zwischen Meer und Himmel; zum Meer gerichtet, wie ein Auge, dessen Pupille die Lichtreflexe des Wassers, das Kommen und Gehen der Wellen oder ein vorbeifahrendes Containerschiffs erblickt.“

Bilder oben: das Kunstmuseum in le Havre mit der Skultur „Das Signal“ von Henri-Georges Adam.

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