Stockholm – Hochschulen
Hochschulen in Stockholm: Universität, Technische Hochschule, Musikhochschule, Kunstakademie
Universität Stockholm (SU), (Frescati-Campus)
Königliche Technische Hochschule Stockholm (KTH)
Die Universität Stockholm
Die Universität Stockholm (Stockholms universitet, SU) ging aus einer 1869 gegründeten mathematisch-naturwissenschaftlichen Hochschule hervor; zu den ersten Professoren der zunächst ausschließlich naturwissenschaftlich ausgerichteten Einrichtung gehörte auch der spätere Chemie-Nobelpreisträger Svante Arrhenius; nach ihm ist ein größerer Laborkomplex auf dem Uni-Campus benannt.
Andere Fakultäten kamen erst nach und nach hinzu: so 1907 die juristische, 1919 die humanistische und 1964 die gesellschaftswissenschaftliche Fakultät. Seit 1960 ist die Hochschule staatliche Universität. Die Planungen für den Bau von Universitätsgebäuden auf dem im Norden der Stadt gelegenen Campus in Frescati begannen 1960, der Umzug aller Fakultäten in die neuen Gebäude erfolgte 1971. Heute hat die Universität über 30 Tausend Student/innen.
Das Studentenhaus (Student huset), 2013
Gleich am Eingang zum Frescati-Campus der Universität Stockholm (wenn man von der Bushaltestelle kommt) befindet sich das „Student hus“ (das Studentenhaus). Es wurde 2013 vom Architekturbüro Erséus Arkitekter AB geplant und gebaut. Das Gebäude ist besonders energieeffizient konstruiert; der gesamte Heiz- und Kühlungsbedarf wird durch Geothermie gedeckt.
Auf vier Etagen finden Studierende hier alles, was sie brauchen: es gibt hier Lern-, Drucker- und Gruppenräume, Ruhe-, Pflege- und Stillräume, eine Küche und ein Café; hier ist im so genannten Infocenter auch die studentische Studien- und Berufsberatung angesiedelt; Studierende und Besucher/innen erhalten hier alle wichtigen Informationen. Außerdem ist es DIE Anlaufstelle für internationale Studierende, die hier u.a. ihr Universitätskonto aktivieren können und alle Unterstütung bei der Zulassung und allen anderen Studienangelegenheiten erhalten.
In den Obergeschossen gibt es Büros und Versammlungsräume und die Studierendenvertretung der Universität Stockholm (SUS) ist hier angesiedelt.


Bilder oben: das „Studenten-Haus“ befindet sich gleich am Campuseingang; im Hintergrund das Gebäude „A“ des „Södra Huset“; vor dem Studentenhaus befindet sich die von Johan Paalzow geschaffene Plastik „Moby Dick“, die von den Studierenden aufgrund ihrer interpretierbaren Form eher als „Duck“ bezeichnet wird.
Das Södra huset, 1972
Das Södra huset ist ein riesiger Komplex aus sechs parallel angeordneten himmelblau wirkenden Hochhausscheiben, die durch einen orthogonal dazu verlaufenden flachen und weitgehend verglasten Gebäuderiegel verbunden und auch erschlossen werden. Die himmelblaue Farbwirkung der Gebäuderiegel ergibt sich durch die Reflexion des Himmels in den weiß beschichteten Glasplatten, mit denen alle Fassaden verkleidet sind.
Der Södra huset-Komplex wurde in den Jahren 1961 bis 1971 für die verschiedenen Fakultäten und Institute der Uni vom Architekten David Helldén geplant und gebaut. Im Verbindungsriegel sind auch Cafés und ein Restaurant untergebracht. Die Treppenhäuser vom Verbindungsriegel zu den sechs Gebäudescheiben sind alle (A bis F) farblich unterschiedlich gestaltet.
Zum Bild: auf dieser Info-Tafel, die sich im Verbindungsbau des Södra huset befindet, kann man sich einen Überblick über die kamm-artige Anordnung der sechs Gebäuderiegel verschaffen.
Zum Södra huset kann man auf der Website der Universität das Folgende lesen: „Die Entscheidung, dass die Universität Stockholm nach Frescati umziehen sollte, wurde ursprünglich 1959 getroffen. Die Gründung der neuen Universität verzögerte sich jedoch. Erst 1970 war es Zeit, mit dem Umzug in das neu errichtete Södra-Huset zu beginnen. Die Fertigstellung des Gebäudes und der Einzug erfolgten Schritt für Schritt. Im Frühjahr 1972 war das F-Gebäude endlich in Betrieb. Der Architekt hinter Södra huset, David Helldén, betrachtete Frescati als eine ‚funkelnde Glasstadt‘ und plante mehrere Gebäude in der Gegend.
Södra Huset zeichnet sich durch architektonischen Minimalismus aus, sowohl äußerlich als auch innerlich. ‚Es ist tatsächlich eine sehr einfache Konstruktion‘, sagt Martin Rörby, Architekturhistoriker, der 2003 seine Dissertation über David Helldén an der Universität Stockholm verteidigte.
Mit Glasfassaden würde das Gebäude in die Landschaft eingehen und eins mit der Natur werden, während sich der Himmel in der Glasfassade spiegelt. Im Inneren handelt es sich laut Martin Rörby ebenfalls um eine einfache und effiziente Konstruktion mit vorgefertigten Bauelementen. Da die Decken in den Korridoren nicht vorhanden waren, wirkte die Belüftung dekorativ und verlieh der Decke Tiefe.“
Zum Bild: die sechs Gebäde des Södra huset sind kammartig angeordnet.
Bilder oben: die parallel angeordneten Gebäuderiegel des Södra huset.
Bilder oben: die Gebäudeeingänge sind mit Buchstaben gekennzeichnet (Gebäude A bis F)
Bilder oben: der Verbindungstrakt ist zwischen den verschiedenen Gebäuderiegeln jeweils farblich unterschiedlich gekennzeichnet.
Bilder oben: auch im Gebäudeinneren sind die Foyers der sechs Gebäuderiegel farblich unterschiedlich gestaltet.
Bilder oben: der nördliche Erschließungsweg des Verbindungstraktes; hier geht es zu den Gebäuden A bis C, über das Foyer der Frescati-Bibliothek kommt man zu den Gebäuden D, E und F.
Die Frescati-Bibliothek, 1983
Bild oben: Eingangsbereich der Stockholmer Universitätsbibliothek (Ralph Erskine, 1983).
Als Institution existiert die Universitätsbibliothek Stockholm bereits seit 1877; die physische Bibliothek war dabei zunächst auf verschiedene Gebäude in der Stadt verteilt. Als 1971 alle Fakultäten der Universität Stockholm auf den neu errichteten Campus in Frescati im Stockholmer Norden umzogen, wurde auch die heutige Universitätsbibliothek als eigenständige Einrichtung gegründet.
1974 gewann der britsch-schwedische Architekt Ralph Erskine einen Wettbewerb für den Bau eines neuen Bibliotheksgebäudes auf dem Frescati-Campus. Es sollte eine Erweiterung des bestehenden Gebäudekomplexes Södra huset bilden.
Bild oben: der Haupteingang zur Universitätsbibliothek; links im Bild das Rektoratsgebäude, rechts der Verbindungstrakt des Södra huset.
Bilder oben: der Haupteingang zur Frescati-Bibliothek; über das Foyer des Gebäudes kommt man auch zu den Gebäuden D, E und F des Södra huset.
Zum Neubau der Universitätsbibliothek von Erskine kann man auf der Website der Website der Universität das Folgende lesen:
„Die Frescati-Bibliothek wurde 1983 fertiggestellt und vom britischen Architekten Ralph Erskine (1914–2005) geschaffen, der den Großteil seines Lebens in Schweden lebte und arbeitete. Erskine war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der schwedischen Architektur im 20. Jahrhundert und bemühte sich stets, die umliegende Landschaft in seine Gebäude zu integrieren, wofür die Frescati-Bibliothek ein klares Beispiel ist.
(…)
Die Universität Stockholm galt als moderne, ja radikale Universität im Gegensatz zu älteren, traditionelleren Universitäten, was Erskine gut passte, da er sich sehr für die politischen und sozialen Möglichkeiten der Architektur in der Gesellschaft engagierte. Das Bibliotheksgebäude spiegelt dies durch seine Offenheit und seinen Komfort wider.
Erskine gestaltete die Bibliothek als einladendes Wohnzimmer mit bequemen Möbeln, Balkonen zum Sonnenbaden und einem Café neben dem Eingang. Sorgfältige Details machten die große, offene Innenlandschaft der Bibliothek trotz ihrer Größe angenehm und leicht zu durchqueren.“
Der Neubau der Universitätsbibliothek von Erskine konnte 1983 in Betrieb genommen werden; in den Jahren 2013/14 wurde der Bau umfassend renoviert und modernisiert.
Zu den Modernisierungsmaßnahmen kann man auf der Website des staatlichen Immobilienentwicklers von Universitätsgebäuden www.akademiskahus.se/ das Folgende lesen: „Die Universitätsbibliothek Stockholm wurde 1983 fertiggestellt. Wie mehrere andere Gebäude in Frescati wurde die Bibliothek vom Architekten Ralph Erskine entworfen. Das Gebäude ist ein beliebter Treff- und Lernort für die Studierenden. In den Jahren 2014–2015 wurden die Bibliothek und der Betrieb modernisiert und an neue Bedingungen angepasst. Eine umfangreiche Renovierung und ein Wiederaufbau schuf Platz für rund 100 neue Arbeitsplätze, neue und modernere Gruppenräume, verbesserte Belüftung, bessere Akustik, neue Oberflächen (Teppiche, Wände, Decken) und eine technische Infrastruktur in Form von unter anderem verbessertem Zugang zum drahtlosen Netz und mehr Steckdosen zum Laden von mitgeführten Computern.“
Bild oben: die Uni-Gebäude, auch die Bibliothek verteilen sich auf eine weitläufige Parklandschaft.
Bilder oben: Baudetails an der Universitätsbibliothek von Ralf Erskine: Dachausbauten, Balkone, Außentreppen,…
Bild oben: gleich neben dem Haupteingang befindet sich im Foyer ein nettes Café.
Bilder oben: das langgestreckte, bis zum Dach offene Foyer wird von einem Bogendach überwölbt, welches von baumartigen Stützen getragen wird. Von hier aus werden die oberen Etagen über Treppen und Fahrstühle erschlossen.
Bilder oben: Übergang vom Foyer zu den Bibliotheksbeständen, Lese- und Arbeitsräumen.
Bilder oben: Eingangsbereich und zentrales Erschließungs-Foyer; Tragwerks-Details und sichtbar ausgeführte Lüftungstechnik.
Das Arrhenius-Labor (Arrhenius laboratoriet), 1973
Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1971 bis 1973 nach Plänen von Carl Nyrén in Fertigbauweise errichtet. Markant sind die außen sichtbaren tragenden Säulen, an denen die Stockwerke aufgehängt sind. Die Tragwerkfunktion bildet dabei ein ästhetisches Merkmal des Gebäudes, welches vor allem Räume und Labore der chemischen Fakultät aufnimmt.
Auf der Website der Universität Stockholm kann man zu diesen Gebäuden, welche die Institute/Abteilungen für Chemie, Archäologie, Biochemie, Biophysik, Ökologie, Meteorologie und Umweltwissenschaften umfassen, das Folgende lesen:
„Die Arrhenius-Labore wurden von Carl Nyrén entworfen und 1973 eingeweiht. Das Gebäude ist nach Svante Arrhenius benannt, dem Nobelpreisträger, der 1903 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Laut dem ursprünglichen Plan sollten die Arrhenius-Labore die Abteilung für Chemie beherbergen.
Zwischen 2013 und 2015 wurde das NPQ House, benannt nach den Abschnitten N, P und Q der Arrhenius-Labore auf dem Frescati-Campus, als Erweiterung errichtet, um die gesamte Biologieausbildung und -forschung an einem Ort zu bündeln. Forschung und Lehre in Botanik und Meeresökosystemen werden hier durchgeführt, was modernste Ausrüstung erfordert.
(…)
Die Arrhenius-Labore bestehen aus vier separaten Gebäuden, die zu einem langgestreckten, vollständig umschlossenen Innenhof verbunden sind. Sie gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele strukturalistischer Architektur.“
Bilder oben: die Arrhenius-Labore auf dem weitläufigen Universitätscampus.
Bilder oben: Rentier-Figuren auf einem kleinen Hügel bei den Arrhenius-Laborgebäuden.
Bilder oben: Baudetails; besonders auffallend ist die nach außen gesetzte Tragwerksstruktur der Gebäude.
Bilder oben: Tragwerksstruktur und Eingangsbereich der Arrhenius-Labore.
Die Aula Magna, 1997
Bild oben: kunstvoll verbaut wurden die unterschiedlich farbigen Ziegelsteine an der Aula Magna; ein Kennzeichen der Bauten von Ralph Erskine sind die Sonnenreflektoren auf dem Dach; hier werden wird dadurch das Auditorium von oben mit natürlichem Licht versorgt.
Das Gebäude, welches den größten Hörsaal der Universität Stockholm beherbergt, wurde (wie die Bibliothek) von Ralph Erskine (zusammen mit Lars Wilson) geplant und 1997 fertiggestellt. Das Gebäude umfasst 7 Stockwerke, wovon aber drei in den anstehenden Fels gebaut sind. Die Fassade besteht aus Stahl, Glas und Ziegelsteinen unterschiedlicher Farbe und Textur, die zum Teil in großflächigen Mustern verbaut sind. Auffällig sind die Lichtreflektoren auf dem Dach, die natürliches Licht in das Auditorium reflektieren. Die Aula Magna ist im Dezember auch immer Plattform für die Vorträge der neuen Nobelpreisträger/innen.
Bilder oben: der südliche Eingangsbereich zum insgesamt 7 Stockwerke hohen Gebäude.
Bilder oben: ein Teil des Gebäudes ist in den Fels eingebaut; beim nördlichen Haupteingang erscheint die Aula Magne daher ziemlich flach.
Die Gebäude für die Geowissenschaften, 1997
In den insgesamt fünf Gebäuden sind die Abteilungen für Physische Geographie, Umweltwissenschaften und Humangeographie untergebracht. Auf der Website der Universität kann man zum Bau der Räumlichkeiten das Folgende lesen: (…) „Das Geowissenschaftsgebäude, das insgesamt 25.500 Quadratmeter umfasst, wurde vom Architekturbüro Nyrén in Stockholm entworfen, wobei Snorre Lindquist als Architekt für Planungsuntersuchungen und Programmskizzen von Anders Pyk und Dag Cavallius verantwortlich war. Es wurde 1997 eingeweiht. Das Gebäude besteht aus einem vor Ort gegossenen Betonrahmen mit tragenden Stahlsäulen. Insgesamt besteht das Gebäude aus fünf Gebäuden und drei Verbindungsriegeln (mit Arbeitsräumen und Laborräumen) mit Fassaden aus Beton, Zinkblechen und grün gestrichenem Holz sowie zwei fächerförmigen Volumina (mit Auditorien, kleineren Klassenräumen und Wohnzimmern), die mit grün gestrichenen, horizontalen Paneelen mit hervorstehenden Leisten verkleidet sind.
Die drei Architekten Snorre Lindquist, Anders Pyk und Dag Cavallius wurden 1998 für ihre Arbeit am Geowissenschaftsgebäude mit dem Betongelementföreningens (Verband der Betonfertigteilhersteller) Architekturpreis ausgezeichnet.“
Bilder oben: die Gebäude für die Geowissenschaften.
Das Rektorat (Bloms hus)
In einem von Frederik Blom entworfenen und gebauten Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Universitätsbibliothek residiert der Rektor der Universität; das Haus wurde ursprünglich als Sammlungsgebäude für landwirtschaftliche und Haushaltsgeräte der Landwirtschaftsakademie genutzt. Heute sind hier die Universitätsverwaltung und das Büro des Rektors untergebracht.
Bilder oben: Sitz der Universitätsverwaltung und des Rektorats.
Professoren-Villen (Gréen’s Haus und Villa Bellona)
Auf der Website des Betreibers der Universitätsgebäude www.akademiskahus.se/ kann man dazu das Folgende lesen:
„Die Villa Bellona ist eine von sieben sogenannten ‚Professorenvillen‘, die um 1906 erbaut wurden. Diese Villen dienten als Wohnhäuser für Forscher am Zentralen Institut für Experimentelle Aktivitäten in der Landwirtschaft. Das Haus wurde vom Architekten Lars Johan Lehmning (1871–1940) entworfen und ist die einzige erhaltene Villa, da die anderen mit der Errichtung des Södra-Hauses abgerissen wurden.“
Und: Gréens Villa
„Die Villa wurde in den 1880er Jahren erbaut und vom Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd (1824–1919) entworfen. Der Name stammt von Schulleiter Gréen an der Gartenbauschule der Königlichen Landwirtschaftsakademie, der hier lebte. Heute ist sie als „Grüne Villa“ nach ihrer Farbe bekannt. Bis in die 1960er Jahre gab es vor der Villa einen großen Garten. Heutzutage sind an der Vorderseite des Hauses nur noch zwei große Adler-Nasen-Birken sowie mehrere Nadelbäume erhalten. Schulleiter Gréen war bekannt dafür, das Wissen darüber eingeführt und verbreitet zu haben, wie man Obst und Gemüse in Glasgefäßen konserviert.
Heute wird die Villa als Clubraum der Naturwissenschaftlichen Vereinigung genutzt.“
Bilder oben: die Professoren-Villen aus dem Jahr 1906: die rot gestrichene Villa Bellona und Gréens Villa.
Königlich Technische Hochschule (Kungliga Tekniska högskolan, KTH)


Bilder oben: Blick auf den Eingang zum Hochschulcampus von Valhallavägen aus und Innenhofsituation.
Die Königlich Technische Hochschule ist die größte Technische Universität Schwedens. Die Institution wurde 1825 unter König Karl Johan XIV. als „Technologisches Institut“ gegründet und hatte vor allem eine anwendungsbezogene Ausbildung im Fokus. Mit der Umbenennung in „Königlich Technische Hochschule“ ging auch eine stärker wissenschaftliche Ausrichtung einher. Seit 1927 hat die Hochschule den Rang einer Universität.
Das Studienangebot der Technischen Hochschule umfasst heute folgende Fachbereiche: Architektur, Biotechnologie, Computerwissenschaften und Kommunikation, Elektrotechnik, Ingenieurwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologien, Chemie, Technologie und Gesundheit sowie Naturwissenschaften.
Bilder oben: die Inschrift „vetenskap och konst“ (Wissenschaft und Kunst) an der Gebäudefassade spiegelt die Auffassung des Architekten der Hochschulgebäude, Erik Lallerstedts, wider, dass diese beiden Begriffe zusammengehören.
Zweites Bild: die Plakette weist die Gebäude der KTH als Denkmal aus, das „durch einen Erlass Seiner Majestät des Königs unter Denkmalschutz gestellt wurde.“
Die Errichtung der Fakultätsgebäude auf dem Hochschulcampus geschah in mehreren Perioden: von 1914 bis 1917, von 1928 bis 1930 und von 1948 bis 1957. Weitere Gebäude kamen 1996 sowie 2015 (das Gebäude für die Architekturfakultät) hinzu. Zu den Gebäuden der Technischen Hochschule nachfolgend ein Zitat aus dem „Architekturführer Stockholm“ von Cordia Momberg, DOM publishers, Berlin, 2021:
„Kern des Campus der Königlich Technischen Hochschule ist Erik Lallerstedts Entwurf einer monumentalen, schweren Ziegelarchitektur im Stil der Nationalromantik. Entlang einer Achse sind ansteigende, terrassierte Höfe positioniert, die in einem Plateau enden.
An dieser Achse befinden sich die dekorierten Zugänge zu den einzelnen Fakultätsbauten. Ein raumgreifender Platz, der über ein hohes Portal erreicht wird, definiert den Eingang des Hauptgebäudes, das 1930 durch zwei Gebäudeflügel ergänzt wurde.
Lallerstedt vertrat die Auffassung, dass Bildende Kunst der Ausbildung zukünftiger Ingenieure zuträglich sei, und so finden sich in den Höfen Skulpturen von Carl Milles, Ivar Johnsson und Tore Strindberg.
1996 renovierte Per Ahrbom die Hochschulbauten und passte sie den neuen Anforderungen an. So wurden unter anderem drei der Höfe verglast sowie Cafés, Foyers und Bibliotheken ergänzt.“ (…)
Zum Bild: Zugang zur Einrichtung „Cybercampus Schweden“.
Bilder oben: die Gebäude auf dem ansteigenden Hochschulcampus gruppieren sich um große terrassierte Höfe.
Bilder oben: an den Gebäuden gibt es einen umfangreichen Figurenschmuck; auch die Eingänge sind besonders kunstvoll gestaltet.
Gebäude der Architekturfakultät, 2015
(Fortsetzung Zitat aus dem „Architekturführer Stockholm“ von Cordia Momberg, DOM publishers, Berlin, 2021:)
„Als bislang letzte Ergänzung kam 2015 die Architekturfakultät von Tham und Videgård Arkitekter hinzu. Durch seine gerundete Form harmoniert das sechsgeschossige Gebäude gut mit dem Bestand; über seine Cortenstahlfassade korresponiert es mit der umgebenden Backsteinarchitektur. Die tiefen Laibungen der großen Glasfenster strukturieren die stählerne Außenhaut und verleihen ihr Ausdrucksstärke.“ (…)
Weitere Informationen, darunter auch Fotos, Grundrisse und Visualisierungen vom Projekt gibt es auf der Website des Architekturbüros: thamvidegard.se/
Auf der Website des Architekturbüros kann man zu dem Gebäude das Folgende lesen:
„Der Standort auf dem KTH-Campus, mit seinem sehr greifbaren kulturellen und historischen Kontext und seinen physischen Einschränkungen, könnte als das Gegenteil einer leeren Leinwand (tabula rasa) beschrieben werden. Die neue Schule ist in einen bestehenden Innenhof mit festgelegten Wegen eingebettet und befindet sich neben den ursprünglichen und recht monumentalen Backsteingebäuden von Erik Lallerstedt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert.“
Bild oben: die Fassade des Neubaus für die Architekturfakultät besteht aus Cortenstahl (COR-TEN-Stahl); dabei wird die Oberfläche des Bleche quasi „vorgerostet“, d.h. mit einer witterungsbeständigen und korrosionshemmenden Phosphor-/Kupfer-/Chrom-/Nickellegierung versehen, die unter Einfluss von Luft und Feuchtigkeit eine warm rotbraun gefärbte Patina entwickelt.
Bilder oben: der Neubau nutzt ein schmales dreieckiges Grundstück auf dem Hochschulcampus zwischen den Backsteingebäuden von Lallerstedt aus.
Bilder oben: die gerundete Form, die Cortenstahlfassade und die tiefen Fensterlaibungen machen den Neubau zu einem einem architektonischen Kunstwerk auf dem Hochschulcampus.
Bilder oben: in den Fenstern spiegeln sich die Nachbargebäude.
Königliche Musik-Hochschule (Kungliga Musikhögskolan i Stockholm, KMH), 2016
Bild oben: orthogonal zur Glasfassade ragen am Hauptgebäude der Musikhochschule golden glänzende Messinglamellen über die Glasoberfläche hinaus.
Die Musikhochschule wurde bereits 1771 als pädagogischer Teil der Königlichen Schwedischen Musik-Akademie gegründet; die Schule befand sich seit 1956 am jetzigen Standort am Valhallavägen. Mit wachsender Studierendenzahl verteilte sich die Schule auf immer mehr andere Gebäude in der Stadt, was die Notwendigkeit der Schaffung eines zentralen Hochschulcampus mit ausreichenden Raumkapazitäten verdeutlichte. Der dafür eingeleitete (Stadt-)Planungsprozess zur Neuordnung der Räumlichkeiten und für Neubauten zog sich über 9 Jahre dahin. Bereits in 2003 hatte das Büro AIX Arkitekter, Stockholm einen Architekturwettbewerb gewonnen; bis dann aber alle planerischen und rechtlichen Hürden überwunden waren, dauerte es bis 2012; mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen wurde 2013.
Das neue Domizil der Königlichen Musikhochschule besteht jetzt aus mehreren Gebäuden. Darunter sind auch Bauten der ehemaligen Reitschule Swartling, die unter Denkmalschutz stehen; die Reitschule am jetzigen Standort der Musikhochschule war 1905 von Reinhold Swartling gegründet worden, einem früheren Kavalleriemeister eines Husarenregiments; noch vorhanden waren das Stallgebäude, die Villa des Leiters der Reitschule und eine Reithalle. Im früheren Stallgebäude ist jetzt die Fachbibliothek der Musikhochschule untergebracht, in der Villa gibt es jetzt Verwaltungs-/Büroräume.
Das Hauptgebäude ist ein golden schimmernder, weitgehend verglaster Kubus; daneben gibt es zur Straße Lidingövägen einen langgestreckten, weiß verputzten Flügelbau. Der Zugang erfolgt vom Valhallavägen über eine breite Freitreppe an der Südfassade der Gebäude.
Bild oben: der südliche Haupteingang zum Hauptgebäude; im Hintergrund das ehemalige Stallgebäude (jetzt Bibliothek) und der Seitenflügel entlang des Lidingövägen.
Bilder oben: der Seitenflügel der Musikhochschule am Lidingövägen.
Bilder oben: das Hauptgebäude ist ein weitgehend verglaster Kubus; zum Restaurant im Foyer gehört eine Außenterrasse im Innenhof des Gebäudekomplexes.
Bilder oben: in hufeneisenförmiger Anordnung um das Hauptgebäude der Musikhochschule herum sind ähnlich gestaltete und in warmen Farbtönen gestrichene Wohnblöcke entstanden, die sich in der Glasfassade des Hauptgebäudes spiegeln.
Bilder oben: die senkrecht aus der Fassade ragenden Messinglamellen.
Bilder oben: das historische Stallgebäude steht unter Denkmalschutz und wurde in das Hauptgebäude der Musikhochschule einbezogen.
Das Atrium des Hauptgebäudes – ein lichtdurchfluteter, deckenhoher Raum, ist das „Herz“ der Hochschule: von hier aus werden die verschiedenen Stockwerke und die vier unterschiedlich großen Konzertsäle für die Lehre und für Aufführungen erschlossen. Im Foyer gibt es auch ein (öffentliches) Restaurant. Im Gebäude sind auch Probenräume, Tonstudios, Arbeits- und Tagungsräume sowie die Büros der Hochschulverwaltung untergebracht. Im weißen Seitenflügel am Lidingövägen gibt es ebenfalls Proben- und Klassenräume sowie einen Chor- und einen Konzertsaal.
Bild oben: Blick vom Haupteingang in das Atrium des Hauptgebäudes.
Bilder oben: im Foyer des Gebäudes; hier befindet sich auch ein (öffentliches) Restaurant.
Bilder oben: laubengangartige geschwungene Balkone in den oberen Etagen erschließen die verschiedenen Räume und Säle.
Bilder oben: das Atrium des Hauptgebäudes mit Abzweigungen .
Eine Wand im Foyer des Hauptgebäudes wird von der Außenmauer des Stallgebäudes gebildet, welches so in den Neubau integriert wurde. Die Bauarbeiten waren Mitte 2016 abgeschlossen; die feierliche offizielle Einweihung erfolgte Anfang 2017 im Beisein von König und Königin.
Bild oben: im Foyer bildet die Außenwand des ehemaligen Stallgebäudes jetzt eine Seitenwand. Passend zu dieser Vorgehensweise kann man auf der Website von AIX Arkitekter die folgende Losung lesen: „Mit Wissen über das, was bereits gebaut wurde, schaffen wir zukünftige Architekturen.“
Die Schwedische Kunstakademie (Kungliga Akademien för de fria konsterna = Königliche Akademie der Schönen Künste)
Organisatorisch war die Akademie auch für die Kunsthochschule zuständig; seit 1978 übernimmt die Akademie v.a. Verwaltungsaufgaben, die Kunsthochschule die künstlerische Ausbildung; diese befindet sich in einem eigenen Gebäude auf Skeppsholmen. Das Gebäude der Kunstakademie dagegen liegt im Stadtteil Norrmalm an der Fredsgatan.
Die Akademie wurde 1735 nach dem Vorbild der Pariser Kunstakademie (École des Beaux-Arts) gegründet. Das im klassizistischen Stil gestaltete Gebäude der Kunstakademie wurde in den 1670er Jahren als Sparreska palatset für den Adligen Axel Carlsson Sparre errichtet und konnte aufgrund einer Spende von der Akademie genutzt werden. 1845 und in den Jahren 1891 – 97 wurde das Gebäude durch die Architekten Frederik Blom bzw. Erik Lallerstedt verändert: unter Blom kamen zwei Flügelbauten hinzu, Lallerstedt gestaltete das Haus im Renaissancestil um.
Bilder oben: das Akademiegebäude befindet sich in der Fredsgatan auf Norrmalm.
Bilder oben: Eingangsbereich und Seitenflügel des Gebäudes.