Stockholm – Museen
Kunst- und andere Museen in Stockholm
Das Schwedische Nationalmuseum, 1866
Bild oben: Blick von der Skeppsholmsbron (Skeppsholmen-Brücke) auf das Schwedische Nationalmuseum; ganz links im Bildhintergrund die Oper und daneben die Kirche St. Jacob.
Vom Standort her sehr exponiert auf der Insel Blasieholmen gegenüber dem Königlichen Schloss erbaute der deutsche Architekt Friedrich August Stüler, der sich durch den Bau des Neuen Museums sowie der Alten Nationalgalerie in Berlin einen Namen als begnadeter Museumsarchitekt gemacht hatte, in den Jahren 1847 bis 1866 das Schwedische Nationalmuseum. Hier ist seitdem die zuvor in einem Seitenflügel des Könglichen Schlosses ansässige Kunstsammlung, bestehend aus Gemälden, Skulpturen, sowie Kunsthandwerk und Design vom 16. bis zum 20. Jahrhundert untergebracht.
Stüler ließ sich beim Bau von der Italienischen Renaissance inspirieren; das Gebäude zeigt nach allen vier Seiten eine helle, symmetrische dreistöckige Kalksteinfassade mit einem vorspringenden Portikus zur Kaiseite hin. In der Mitte des Bauwerks befindet sich eine gebäudehohe Halle, axial dazu hat man Zugang zu den beidseitig angelegten Ausstellungsräumen. Das Museum erhielt 1961 einen Anbau.
Über sechs Jahre hinweg, von 2012 bis 2018 wurde das Gebäude von Architekt Gert Wingårdh (Wingårdhs und Wikerstål Arkitekter) aufwändig renoviert und modernisiert. Seitdem gibt es im Haus auch ein Café und ein Restaurant. Die beiden Innenhöfe wurden mit einem Glasdach geschlossen; zudem wurde in einem der beiden Innenhöfe ein Aufzug eingebaut.
Bilder oben: Zustand des Gebäudes im Frühjahr 2002; damals waren die Fenster alle verdeckt. Seit den Umbaumaßnahmen, die 2018 abgeschlossen wurden, kann wieder Licht durch die Fensterscheiben in die Ausstellungsräume fallen.
Bild oben: Blick vom Königlichen Schloss aus auf das Nationalmuseum.
Bilder oben: Blick vom Königlichen Schloss auf Stadsholmen aus auf das Museumsgebäude.
Bilder oben: Blick von der Skeppsholmsbron bzw. vom Batteriparken auf Skeppsholmen auf das Nationalmuseum.
Bilder oben: am Abschlussfries der Hauptfassade befindet sich eine lateinische Inschrift: „antiquitatis litterarum artium monumentis“, zu Deutsch: „Denkmal für Altertümer, Literatur und Kunst“.
Auf der Website www.barnebys.de/ kann man zum Schwedischen Nationalmuseum das Folgende lesen: „Die ersten Überlegungen zu einem Neubau für die Kunstsammlung des Stockholmer Schlosses hatte es bereits 1814 gegeben. Doch sollten mehr als 50 Jahre ins Land gehen, bevor das Gebäude fertiggestellt war. Ernsthaft diskutiert wurde darüber im Reichstag erstmals im Jahr 1828, mit den Museen in Kopenhagen und München als Vorbild. Über die Bereitstellung der dafür erforderlichen finanziellen Mittel und einen geeigneten Ort wurde man sich jedoch erst 1844/45 einig.
Den Auftrag erhielt, wie oben bereits erwähnt, der deutsche Architekt Friedrich August Stüler. Zwölf Jahre sollte der aufwendige Bau des Museums schließlich dauern. Hinzu kamen anscheinend drei Jahre für die Innenausstattung. Stülers Philosophie war die, dass das Gebäude selbst ein Kunstwerk ist, welches mit dem künstlerischen Geist seiner Zeit verbunden ist und so mit den ausgestellten Kunstwerken eine Einheit bilden sollte.
Anregungen fand er dabei sowohl in der Antike, als auch in der Renaissance. Die Form des Gebäudes war dabei an die Renaissance in Florenz angelehnt, während die Fassadengestaltung die venezianische Renaissance aufgriff. Die Lage des Museums auf einer Insel erinnerte Stüler nämlich an die Lagunenstadt.
1866 war das neue Nationalmuseum endlich fertiggestellt und erlangte schnell eine große Bedeutung für das kulturelle Leben in Stockholm – was auch heute noch der Fall ist. Seit seiner Einweihung auf Blasieholmen ist die Sammlung des Museums stetig gewachsen und das auf vielfältige Weise. (…)
Bilder oben: die Hauptfassade des Nationalmuseums.
Bilder oben: nordwestlich und nördlich des Gebäudes befindet sich ein kleiner Park (Museumspark).
Zur Wiedereröffnung des Nationalmuseums nach den Umbaumaßnahmen von 2012 bis 2018 kann man auf der Website blog.craft2eu.net/ das Folgende lesen:
„Nach fünfjähriger Renovierung und Modernisierung, von 2012 bis 2018, öffnet das schwedische Nationalmuseum in Stockholm wieder seine Türen für Besucher. Zur Sammlung gehören insgesamt 700.000 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen und Grafiken vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, aber auch Kunsthandwerk und Design aus dieser Periode bis heute.
Der Bau wurde von dem deutschen Architekten Friedrich August Stüler – der auch das Neue Mueseum in Berlin entwarf – konzipiert, 1844 bis 1866 erbaut und im Laufe der Jahre vielfach modifiziert.
Eine Renovierung durch Wingårdhs und Wikerstål Arkitekter hat die Ausstellungsräume verändert und einen neuen Skulpturenhof, ein Restaurant und Kreativwerkstätten geschaffen. Die Eingangshalle hat sich mit der Verbindung von zwei originalen Innenhöfen entwickelt, die renoviert und wieder geöffnet wurden, um eine einladende Situation zu schaffen. (…) In einem separaten Raum für Kinder wird die Kunst auch für den Nachwuchs zum Erlebnis.
Es gibt mehr Licht für Kunst und Besucher: Im Zuge der Renovierung wurden die seit den 30er Jahren zugemauerten 300 Fenster des Museums wieder durch Scheiben ersetzt. Das Licht setzt nicht nur die Werke besser in Szene – die neuen Fenster geben auch den Blick auf Schwedens Hauptstadt, die Museumsinsel Skeppsholmen und das gegenüberliegende Schloss frei. Neue Technik sorgt für ausgeglichene Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, so dass die Kunst möglichst lang erhalten bleibt und Besucher sich wohlfühlen. Mehr als 150 Jahre nach seiner Eröffnung 1866 ist das Nationalmuseum in Stockholm vom 13. Oktober an wieder eines der modernsten der Welt.“ (…)
Bilder oben: überdachter Innenhof und Aufzugsmodul.
Bilder oben: das monumentale Treppenhaus im Nationalmuseum; Eingangsbereich mit Infopoint und Museumsshop.
Bilder oben: Dach- bzw. Deckenkonstruktion im Treppenhaus des Gebäudes.
Auf dem Platz vor dem Schwedischen Nationalmuseum befindet sich momentan eine Großskulptur „Arch“ (Bogen) des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Sie wird später an einen anderen Ort in Stockholm umziehen. Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen war der „Arch“ im Jahr 2017 im Washington Square Park in New York.
Zu dem Kunstwerk kann man auf der Website arquitecturaviva.com/ das Folgende lesen: „Vor dem Haupteingang des Nationalmuseums von Stockholm gelegen, wird dieser bogenförmige Käfig aus poliertem Stahl von der Silhouette zweier Menschen durchbohrt, die sich gegenseitig halten und scheinbar hindurchbrechen. Das zwölf Meter hohe Werk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei will die Idee einer Welt ohne Grenzen fördern. Er wurde erstmals 2017 in New York als Teil der Good Fences Make Good Neighbors-Installation gezeigt und ist diesmal Teil einer Reihe kultureller Veranstaltungen in der schwedischen Hauptstadt, die von Brilliant Minds, dem Spotify-Mitbegründer Daniel Ek, organisiert wurden. Arch wird ein Jahr lang vor dem Museum stehen und dann an einen festen Platz an einem anderen Ort in Stockholm verlegt werden. Der Standort ist noch nicht bekannt gegeben.“
Bilder oben: „Arch“, eine Großskulptur des Künstlers Ai Weiwei vor dem Museumsgebäude.
Das Museum für Moderne Kunst (Moderna Museet) und das (angegliederte) ArkDes
Bild oben: Blick von Djurgården am Vasa-Museum aus auf das Moderna Museet mi der helixförmigen Doppelrutsche im Außenbereich; im Hintergrund die Kuppel der Carl Johans kyrka.
Die Ausstellungsräume des Moderna Museet werden auch durch die Laternen auf den Dächern belichtet.
Bild oben: Lageplan der verschiedenen Einrichtungen auf der Insel Skeppsholmen; mit der Zahl 1 sind das Moderna Museet und das ArkDes gekennzeichnet.
Das Moderna Museet in Stockholm gibt es als Institution seit 1958; es ist ein staatliches Museum für schwedische, allgemein nordische, internationale zeitgenössiche Kunst. Räumlich war es zunächst in einem ehemaligen Gebäude des Militärs (der Marine), dem Exercishuset auf der Insel Skeppsholmen untergebracht.
1994 wurde der komplette Museumsfundus dann vorübergehend ausgelagert; bis 1998 vollendete der spanische Architekt José Rafael Moneo einen Museumsneubau, angrenzend an das alte Gebäude. Hier zog das Moderna Museet ein; sein bisheriges Domizil wird seit 2013 nun vom ArkDes (dem Zentrum für Architektur und Design) genutzt. Beide Gebäude sind über ein gemeinsames Foyer miteinander verbunden.
Im ArkDes gibt es mit vielen Architekturmodellen einen Überblick über die schwedische Architekturgeschichte und wechselnde Ausstellungen.
Das Moderna Museet besitzt u.a. Kunstwerke von Picasso, Matisse oder Dali. Im Gebäude gibt es nicht nur einen großen Museumsshop, sondern im oberen Stockwerk auch ein großes Restaurant mit Außenterrasse; von hier hat man einen spektakulären Ausblick hinüber nach Djurgården mit dem Vasa-Museum und dem Nordischen Museum. Auch im ArkDes gibt es ein gastronomisches Angebot: das Café Blom hat auch eine Außenterrasse im Innenhof.
Bilder oben: hier geht’s zum Museum für Moderne Kunst (Moderna Museet); auf demselben Weg kommt man auch zum ArkDes: die beiden Einrichtungen teilen sich das Foyer. Das weit ausladende Vordach im Eingangsbereich reicht eventuell nicht aus, um den Besuchern/innen den Eingang zu markieren; mit den Hinweispfeilen ist aber jede Unsicherheit gebannt.
Bilder oben: gemeinsames Foyer für das Kunst- und für das Architekturmuseum; hier befindet sich auch der große und gut sorierte Museumsshop.
Bilder oben: Innenhof des Moderna Museet und Terrasse des Café Blom im ArkDes.
Im Außenbereich des Museums gibt es einen großräumigen Skulpturenpark; hier ist ein gemeinsames Werk von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely ausgestellt: die Kinetische Kunst „The Fantastic Paradise“.
Bilder oben: das Künstlerehepaar Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely hat in Museumsnähe für den Skulpturenpark ein 16-teiliges Werk geschaffen.
Eine ganz besondere Attraktion ist die seit 2025 installierte „Skulptur“ in Form einer helixförmigen teilverglasten Doppelrutsche, mit der man von der Dachterrasse 15 Meter tiefer auf Straßenniveau hinunterrutschen kann. Mit dem Museumsticket ist das einmalige Rutschen für alle volljährigen Besucher/innen erlaubt. Kinder rutschen grundsätzlich gratis. Das Objekt wurde vom deutschen Rutschenherstelle Wiegand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Carsten Höller geschaffen.
Bilder oben: die Doppelrutsche in Form einer Schraube ist nicht nur für Kinder eine Attraktion im Museum für Moderne Kunst.
Das Vasa-Museum (Vasamuseet)
Bild oben: von der Terrasse des Museums für Moderne Kunst (Moderna Museet) auf der Insel Skeppsholmen kann man zum Vasa-Museum und dem dahinter liegenden Nordischen Museum hinüberschauen.
Die nach König Gustav Vasa benannte Galeone „Vasa“ wurde unter König Gustav II Adolf während des 30-jährigen Krieges als mit Kanonen auf zwei Etagen schwer bewaffnetes Kriegsschiff gebaut. Die Schiffsbauer auf der Werft begingen allerdings schwerwiegende Konstruktionsfehler: trotz etlichen Ballastes im Rumpf lag der Schwerpunkt des Schiffes zu hoch und so kenterte es bereits bei der Jungfernfahrt 1628 mit aufkommendem Wind noch im Hafenbereich. Aufgrund der Größe und der Masse des Schiffes konnte es mit damaligen Mitteln nicht gehoben werden, obwohl es nur in 30 Metern Tiefe lag und die Mastspitze des Großmastes noch aus dem Wasser ragte. 1663 gelang es allerdings Tauchern mit Hilfe von einfachen Taucherglocken, fast alle der 64 Kanonen, die aus Bronze gegossen waren, zu bergen.
Bild oben: das „corpus delicti“ für den Untergang der „Vasa“: als das Schiff Schlagseite bekam, lief Wasser durch die geöffneten Kanonenluken und beschleunigte den Untergang.
Die salzarme Ostsee, das kalte Wasser und der Schlamm, in dem das Schiff versank, sorgten allerdings für eine gute Konservierung und so konnte die Vasa schließlich 333 Jahre nach ihrem Untergang im Jahr 1961 wohlbehalten geborgen und gehoben werden. Weitgehend unversehrt wurde sie schließlich in ein Trockendock verbracht, in dem sie 17 Jahre lang mit Ethylenglykol besprüht wurde, um das Wasser aus dem Holz zu verdrängen und die gesamte Holzkonstruktion zu imprägnieren. Die hölzernen Verbindungsbolzen wurden gegen solche aus Metall ausgetauscht und der Schiffsrumpf durch Stützen in aufrechter Position stabilisiert.
In den Jahren 1989 bis 1990 konstruierte dann nach einem Architekturwettbewerb das Architekturbüro Månsson Dahlbäck (Marianne Dahlbäck und Göran Mansson) eine museale Einhausung für das über 60 Meter lange Schiff: das jetzige Vasa-Museums-Gebäude, welches durch den verwendeten rot gefärbten Beton und die dunkle Holzfassade sowie die aus dem Dach aufragenden Schiffsmasten selbst an ein Segelschiff erinnert.
Im Gebäude, das auch ein Café/Restaurant und einen Museumsshop beinhaltet, können die „Vasa“ und ihre Holzschnitzereien am Rumpf auf mehreren Etagen und von allen Seiten besichtigt werden. Insbesondere das Achterkastell am Heck und der Heckspiegel sind aufwändig mit mehreren Hundert (damals bemalten) Figuren geschmückt. 2013 wurde das Museum umgebaut; dabei wurde auch der Museumsshop erneuert.
Da in den vergangenen Jahrzehnten die verbindenden Metallbolzen korrodierten und sich der Schiffsrumpf aufgrund seines Gewichtes in der bestehenden Stützenkonstruktion verformte, findet aktuell eine umfassende Sanierung statt: die Bolzen werden durch Edelstahlbolzen ersetzt und die 34 alten Stützen gegen 54 neue und exakt angepasste Stützen ersetzt.
Bilder oben: von der Konstruktion, der Materialwahl und der Farbgebung her erinnert das Vasa-Museum selbst an eine Galeone.
Bilder oben: die „Vasa“ kann von allen Seiten und über mehrere Etagen hinweg bestaunt werden.
Bilder oben: der Rumpf und insbesondere der Heckbereich des Schiffes waren mit Hunderten Figuren geschmückt; der Bau der „Vasa“ war also auch ein Prestigeobjekt und eine Demonstration von Stärke und Macht.
Bilder oben: das Heckkastell und insbesondere der Heckspiegel waren mit Figurenreliefs, Ornamenten und dem königlichen Wappen geschmückt; wie einige restaurierte Figuren an der Museumswand zeigen, waren die Verzierungen des Schiffes bunt bemalt.
Bilder oben: im weitläufigen Museumsgebäude gibt es auch Sitzstufen zum Ausruhen und Betrachten und einen detaillierten Modellnachbau der Vasa.
Bild oben: die bei der Aufstellung des Schiffes angebrachten stabilisierenden Stützen werden durch eine größere Zahl neuer und besser angepasster Stützen ersetzt (Aufnahme: April 2026).
Das Nordische Museum (Nordiska Museet)
Sehr umfassende Informationen zum Museum und dem Museumsgebäude erhält man auf der Museums-Website (www.nordiskamuseet.se/).
Bild oben: Blick vom Vasa-Museum aus auf die Westfassade des Nordischen Museums (Nordiska Museet).
Das Nordiska Museet ist das größte kulturgeschichtliche Museum Schwedens mit 1,5 Millionen Artefakten. Gegründet hat es Artur Hazelius 1873 mit der Einrichtung seiner „Skandinavisch-Ethnographischen Sammlung“. Die hier präsentierten Gegenstände hatte er alle gesammelt, um die Volkskultur vom 16. Jahrhundert an zu bewahren, deren Erhalt er bedroht sah. Bis zum Bau des jetzigen Museumsgebäudes war die Sammlung in der Drottninggatan anderweitig untergebracht. Hazelius ist auch der Gründer des Freilichtmuseums Skansen, mit dem er ähnliche Ziele verfolgte.
Hazelius vermachte seine Sammlung schließlich dem schwedischen Staat und gründete 1880 die Stiftung „Nordisches Museum“, die auch heute noch Träger dieser Einrichtung ist; allerdings erhält die Stiftung auch einen jährlichen Zuschuss vom Staat.
Das im Stil eines nordischen Renaissanceschlosses gestaltete Museumsgebäude (vergleichbar etwa mit dem dänischen Schloss Frederiksborg) wurde zwischen 1889 und 1907 nach den Plänen des Architekten Isak Gustaf Clason erbaut. Mit seinen vielen Türmen, Erkern, Lisenen, Balustraden, Zwerchhäusern und einer Fassade aus Sand- und Kalkstein hat der kolossale Bau tatsächlich schlossähnliche Anmutung. Eigentlich war das Gebäude als vierflügelige Anlage noch viel größer geplant, aber unter anderem wegen der schwierigen Finanzierung wurde etwas „abgespeckt“; die Gelder für den Bau kamen aus der Öffentlichkeit; eine eigens dafür eingerichtete Lotterie war bei der Akquise von Mitteln sehr erfolgreich.
Zum Bild: Eingangsportal des Museumsgebäudes.
Zum Baumeister, der die Pläne Clasons umsetzte, kann man auf der Museums-Website (www.nordiskamuseet.se/) das Folgende lesen:
„Im Architekturbüro von Isak Gustaf Clason arbeiteten im Laufe der Jahre mehrere Architekten und Ingenieure am Museumsgebäude. Aber es gab einen Mann, der den gesamten Bau begleitete, den Baumeister Håkan Larsson. Die große Anzahl an Zeichnungen zeigt, dass er das Projekt mehrfach an seine Finanzen anpassen und seine Pläne ändern musste.“
Zum Bild: das Museumsgebäude ist mittlerweile denkmalgeschützt.
Bild oben: die Ostfassade des Gebäudes.
Bilder oben: das Museumsgebäude ist von nordischen Renaissanceschlössern inspiriert.
Bilder oben: über dem Eingangsportal im Dreiecksgiebel befindet sich ein Halbrelief; hier ist dargestellt, wie Mutter Svea von den Menschen Geschenke annimmt.
Bilder oben: Baudetails: die Türme, die Zwerchhäuser und Fassadenschmuck.
Bilder oben: vor dem Museum steht die Reiterstatue des Königs Karl X. Gustav; er hatte sein Amt von 1654 bis 1660 inne; im Frieden von Roskilde (1658) trat Dänemark aus der Allianz mit Norwegen gegen Schweden während des damit endenden Zweiten Nordischen Krieges aus und an Schweden fielen viele Provinzen wieder zurück oder kamen neu hinzu.
Geschaffen wurde das Reiterstandbild von Gustaf Malmquist, 1917 wurde es aufgestellt. Am Sockel wurde eine Inschrift mit der Regierungszeit angebracht und die Worte „Friede von Roskilde“.
Bild oben: der Ticketschalter in der Haupthalle.
Die Ausstellungsräume in den Etagen werden von der großen Haupthalle aus erschlossen; diese gehört mit 126 Metern Länge und 24 Metern Höhe zu den größten (nicht-sakralen) Räumen in Schweden. In der Haupthalle befindet sich auch eine monumentale Statue von König Gustav Vasa, die der Bildhauer Carl Milles geschaffen und seine Frau bemalt und teilweise vergoldet hat.
In der Halle gibt es auch ein Museumscafé und einen Museumsshop.
Bilder oben: die Haupthalle des Museumsgebäudes.
Bilder oben: in der Haupthalle befindet sich auch eine überlebensgroße Darstellung von König Gustaf Vasa auf dem Thron. Ein Museumscafé wurde bei den letzten Modernisierungs-Bauarbeiten eingerichtet.
Bilder oben: eine neue Ausstellung über das Leben in den frostigen nordischen Ländern, rückblickend auf die letzten 500 Jahre, wurde mit großem multimedialem Aufwand in einem speziellen „Container“ in der Haupthalle aufgebaut („Nordic Life“ / Nordbor); der Ausstellungsraum wirkt wie ein großen Eisblock in der Haupthalle des Museumsgebäudes, der von einer „Gletscherspalte“ durchzogen wird.
Das Ethnographische Museum (Etnografiska Museet), 1978
Bild oben: hier geht’s zum Ethnographischen Museum; in dessen Nachbarschaft befinden sich auch das Technische Museum, das Polizeimuseum und das Seehistorischen Museum.
Das Völkerkundemuseum wurde 1900 als Etnografiska museet gegründet und war zunächst ein Teil des Schwedischen Naturkundemuseums. Die Sammlung wurde in einem Gebäude im Stadtteil Ladugårdsgärdet ausgestellt.
Die Ausstellungsgegenstände stammen u.a. von Expeditionen und Seereisen im 18. und 19. Jahrhundert und vom schwedischen Geographen und Sammler Sven Hedin von dessen Reisen nach Zentralasien im 20. Jahrhundert. Ein Teil der historischen Artefakte wurden dem Museum auch von Diplomaten oder von Missionaren vermacht.
In den Jahren 1976 bis 1978 bauten die Architekten Jan Gezelius und Gunnar Mattsson an der Stelle des Vorgängerbaus im Museumsparken in Norra Djurgården ein neues Museumsgebäude, welches 1980 eröffnet werden konnte. Im Gebäude gibt es auch einen Museumsshop und ein Restaurant/Café, das „Café Matmekka“ sowie ein japanisches Teehaus.
Auf der Website www.guidebook-sweden.com/ kann man zu der Sammlung des Museums das Folgende lesen: „Das Etnografiska Museet in Stockholm besitzt eine Fülle von spannenden völkerkundlichen Sammlungen mit Gegenständen aus unterschiedlichsten Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens, der Arktis sowie Australiens und Ozeaniens. Insgesamt umfasst der riesige Fundus des Völkerkundemuseums etwa 3.300 Sammlungen mit rund 220.000 Exponaten.“
Bilder oben: das Ethnographische Museum kommt in der Optik eines typischen schwedischen Holzhauses daher, gestrichen mit falunroter Farbe.
Das Naturhistoriska Riksmuseet (Naturhistorisches Nationalmuseum)
Der monumentale Bau des Naturhistorischen Schwedischen Nationalmuseums wurde vom Architekten Axel Anderberg in den Jahren 1907 bis 1908 errichtet. Vom Baustil her ist das Gebäude dem (geometrischen ) Jugendstil zuzuordnen, am Bau gibt es aber auch barocke Elemente. Die Fassade besteht aus Ziegelsteinen und Granit. Die Gebäudemitte mit dem Eingangsportal, zu dem eine Freitreppe führt, wird von einem massiven Turm mit Kuppel überragt.
Der Gebäudekomplex des Naturhistorischen Nationalmuseums befindet sich im Norden Stockholms, im Stadtteil Frescati, in Nachbarschaft zum dortigen Uni-Campus. Da das Museum auch Forschungsaufgaben übernimmt, besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Universität. Zudem kommen stets viele Gastforscher an die Institution.
Das Naturhistorische Nationalmuseum ist das größte Museum in Schweden; mit seinen über 9 Millionen Sammlungsgegenständen zählt es auch weltweit zu den größten Museen dieser Art.
Das Museum als Institution ging ursprünglich aus der Zoologischen Sammlung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Kungliga Vetenskapsakademien) hervor, deren Sitz sich in einem Gebäude gegenüber dem Museum befindet; die Akademie wurde 1739 gegründet.
Das Naturhistorische Nationalmuseum verfügt über 10 Abteilungen, darunter Biologie, Paläontologie und Geologie. Die Exponate dieser Abteilungen sind in den vom Hauptgebäude ausgehenden Flügeln untergebracht. Für die Botanik ist ein eigenes Gebäude reserviert.
In den Jahren 1990 bis 1993 bauten Uhlin & Malm Arkitektkontor AB, Georg Miskar und Jim Forsberg im Norden des Haupttraktes ein zwölfeckiges Erweiterungsgebäude aus Backsteinen, das „Cosmonova“; hier sind ein Planetarium, ein IMAX-Kino sowie ein Restaurant untergebracht.
Bilder oben: das Hauptgebäude mit dem Mittelturm und den beiden Ecktürmen; zum Haupteingang führen zwei Auffahrten und eine große Freitreppe.
Bilder oben: Blick vom Frescativägen auf den südlichen Seitenflügel des Museumsgebäudes; Baudetails: der zentrale Turm mit Kuppel und Laterne.
Bilder oben: Hauptturm und südlicher Turm.
Tekniska Museet (Das Technische Museum / Museum für Wissenschaft und Technik)
Das Technische Museum als Institution wurde 1923 von der Schwedischen Akademie der Ingenieurswissenschaften, dem Schwedischen Industrieverband und dem Technologie-Verein gegründet und später in eine Stiftung verwandelt.
Das einfach gestaltete, funktionalistische (Haupt-)Gebäude des Museums wurde von Architekt Ragnar Hjort 1936 fertiggestellt.
Das Tekniska Museet ist das größte naturwissenschaftlich-technische Museum in Schweden und beherbergt über 50 Tausend Sammlungsstücke, welche die schwedische Industriegeschichte abdecken, aber auch aktuelle und zukünftige Entwicklungen zeigen. In den Ausstellungen gibt es vielfältige Möglichkeiten, an den Exponaten zu experimentieren. Besondere Highlight des Museums sind die begehbare Erzgrube oder das im Original nachgebaute Vorstandszimmer des Gründers der Firma Ericsson, Lars Magnus Ericsson.
Bild oben: die Bushaltestelle „Museiparken“ (Museumspark); von hier aus kommt man direkt zum Polizeimuseum (vorn rechts) und zum Technischen Museum (im Hintergrund).
Bild oben: das Hauptgebäude des Technischen Museums ist recht einfach gestaltet und stammt vom Architekten Ragnar Hjort; es konnte 1936 bezogen werden.