Stockholm – Verkehr

Verkehrs-Infrastruktur in Stockholm: Hauptbahnhof, Busbahnhof, U-Bahnnetz, Busse und Bahnen, Brücken im Stadtgebiet

Die schwedische Hauptstadt verfügt über ein sehr gut ausgebautes Nahverkehrsnetz; U-Bahn, S-Bahn, Tram-Bahn und Busse verkehren pünktlich und in hoher Frequenz. Die Nahverkehrsgesellschaft heißt SL; das bedeutet Stockholms Lokaltrafik. Über die SL-App „SL Journey planner and tickets“ kann man Routen planen und Tickets kaufen.

Der Stockholmer Hauptbahnhof (Stockholm Centralstation)

Bilder oben: die restaurierte/renovierte Eingangshalle des Stockholmer Hauptbahnhofs; neu eingebaut wurden die Drehtüren.

Stockholms Hauptbahnhof (Stockholm Centralstation oder kurz „Stockholm C“) in Norrmalm ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt für alle Arten öffentlicher (Nah-)Verkehrsmittel: für Regional- und Fernzüge, für die U-Bahn (T-Bana) über den Tiefbahnhof T-Centralen, für die S-Bahn (Pendeltåg) sowie für Fernbusse (ab dem Busbahnhof). Auch der Expresszug zum Internationalen Flughafen Arlanda (ARN), der etwas mehr als 30 Kilometer nördlich des Stadtzentrums liegt, verkehrt vom und zum Hauptbahnhof. Dafür sind die Gleise 1 und 2 der Gleise 1-8 reserviert, welche als Kopfbahnhofeinrichtung nach Norden führen. Weitere 10 Gleise bilden einen Durchgangsbahnhof. 

Das inzwischen denkmalgeschützte historische Bahnhofsgebäude wurde vom Chefarchitekten der staatlichen schwedischen Eisenbahnen, Adolf Wilhelm Edelvärd im Jahr 1871 nach vierjähriger Bauzeit im Stil der Neorenaissance fertiggestellt. Vor dem Gebäude steht eine Statue des Ingenieurs Nils Ericson, der sich ab 1850 mit der Planung und dem Ausbau des schwedischen Eisenbahnnetzes befasste. Von 1855 bis 1862 war er Leiter des schwedischen Eisenbahnwesens.

Beim Zugang zum Bahnhof von der Vasagatan aus gelangt man nach der Eingangshalle in die große Bahnhofshalle, die von einem Glasdach, das von hölzernen Streben getragen wird, überwölbt wird. Die Halle wurde 1920 renoviert und neu gestaltet und nimmt heute viele Geschäfte und Imbiss-Stände auf.

Zum Bild: Säule mit Bahnhofsuhr und dem geflügelten Rad, dem Symbol des Eisenbahnverkehrs, auf dem Vorplatz des Stockholmer Hauptbahnhofs.

Bilder oben: die Hauptfassade des Bahnhofsgebäudes zur Vasagatan hin; erste beide Bilder: Blick vom Klarabergsviadukt auf den Bahnhofsvorplatz und das Hauptbahnhofsgebäude. Auf dem Platz steht auch ein Denkmal an den Ingenieur Nils Ericson, der von 1855 bis 1862 Leiter des schwedischen Eisenbahnwesens war und sich sehr um den Ausbau des Eisenbahnnetzes im Land verdient gemacht hat.

Bilder oben: die Haupthalle des Hauptbahnhofs; von hier aus geht es zu den Gleisen für den Nah- und Fernverkehr sowie den Arlanda Express und auch zum Tiefbahnhof für die U-Bahn. In der Halle selbst gibt es viele Geschäfte sowie Gastronomieangebote.

Bilder oben: die Gleise 1 und 2 sind für den Arlanda Express reserviert; er verbindet den über 30 Kilometer nördlich gelegenen Internationalen Flughafen Arlanda mit dem Stadtzentrum. Der Bahnsteig zu den Zügen ist sehr komfortabel mit Teppichboden ausgelegt.

Der (Fern-)Busbahnhof Cityterminalen

Durch einen Tunnel mit dem Stockholmer Hauptbahnhof verbunden ist Cityterminalen, der Busbahnhof für lokale Busse, Fernbusse und auch für den Flughafenzubringerbus. Das riesige Gebäude ist mit dem Bürogebäude World Trade Center (WTC) verbunden. Gebaut wurde der gigantische Gebäudekomplex in den Jahren 1986 bis 1989 von Ralph Erskine, der auch die Universitätsbibliothek auf dem Frescati-Campus geplant und realisiert hat; beide Gebäude weisen – etwa bezüglich der Dachkonstruktion – viele gestalterische und konstruktive Ähnlichkeiten auf.

Bild oben: Blick vom Turm des Stockholmer Rathauses (Stadshus) auf den Hauptbahnhof, den Busbahnhof und das World Trade Center.

Bilder oben: der riesige Gebäudekomplex aus Bus(fern)Bahnhof und World Trade Center.

Bilder oben: die Dachkonstruktion des Busfernbahnhofs.

Bilder oben: im großen Atrium des Gebäudes führen Wendeltreppen und Panorama-Aufzüge zu den oberen Etagen.

U-Bahn (T-bana), S-Bahn (pendeltåg), Trambahn (spårvagn), Busverkehr

Etwas östlich des Hauptbahnhofsgebäudes befindet sich seit 1957 im Untergrund die U-Bahn-Station (T-Centralen), an der sich sieben U-Bahnlinien schneiden. Die U-Bahn heißt auf schwedisch Tunnel bana oder kurz T-bana. Unter diesem U-Bahnhof befindet sich in etwa 40 Metern Tiefe für die S-Bahn (pendeltåg) die Station Stockholm City. Vom Hauptbahnhof aus ebenerdig erreichbar ist der zentrale Fernbusbahnhof (Cityterminalen).

Aufgrund der verschiedenen Ebenen und den vielen hier verkehrenden unterschiedlichen Verkehrsmitteln ist der Hauptbahnhof für Neuankömmlinge zunächst etwas unübersichtlich. 

In neuerer Zeit wurden Teile des Bahnhofsgebäudes (die Eingangshalle und der Königliche Warteraum) vom Architekturbüro AIX Arkitekter energetisch saniert und aufwändig restauriert.

Insbesondere seit Beginn der 1990er Jahre wurden auch noch übrig gebliebene Straßenbahnlinien (in Teilnetzen) reaktiviert oder sogar neu ausgebaut. Hier verkehren die Trambahnen (Spårvagn). 

Bilder oben: die U-Bahnhaltestelle Centralen am Hauptbahnhof. Die meisten U-Bahnhaltestellen sind künstlerisch gestaltet.

Bilder oben: die U-Bahnhaltestelle Thorildsplan im Westen von Kungsholmen.

Bilder oben: die U-Bahnhaltestellen Hötorget, Stadion und Östermalmstorg.

Bild oben: ein Bus des Stockholmer Nahverkehrs ist in der Klarabergsgatan (Nähe Sergels torg) unterwegs.

Bilder oben: meist sind auf den vielen Buslinien Gelenkbusse unterwegs.

Bilder oben: der Straßenbahnbetrieb wurde 1967 weitgehend eingestellt; seit 1991 erlebt er aber eine Renaissance; hier ein Zug der Linie Tramway City, die vom Hauptbahnhof bis Waldemarsudde verkehrt und u.a. das Nordische Museum, und das Vasa-Museum anfährt. Die Djurgårdslinjen 7N verkehrt zwischen Norrmalmstorg und dem Freilichtmuseum Skansen.

Bild oben: Wartehäuschen beim Technischen Museum / Seehistorischen Museum (im Museiparken).

Die Västerbron (Westbrücke)

Bild oben: Blick von Södermalm nach Westen auf die Västerbron. Rechts im Bild neben den Wohnblöcken der Sitz des Ingenieur- und Architekturunternehmens Sweco und (dahinter) das Dagens Nyheter-Hochhaus.

Außer dem Nord-Süd-Übergang Slussen über den Riddarfjärden bei Södermalm gibt es im Stockholmer Stadtgebiet eine weitere solche Querung in Form der Västerbron (Westbrücke). 1929 wurde für das Projekt durch die Stadt ein Wettbewerb ausgeschrieben, den das Team Wilhelm Büning, Wilhelm Maelzer und Otto Rudolf Salvisberg (Berlin) für sich entscheiden konnte. Die Planer schlugen dabei eine Stahlbogenbrücke vor. Letztlich erhielten aber nicht die Wettbewerbsgewinner den Auftrag, sondern die Drittplatzierten: Paul Hedquist, der mit David Dahl und Birger Bergström zusammenarbeitete. Tatsächlich gebaut wurde jedoch weitgehend die von Büning und seinem Team vorgeschlagene Konstruktion.

Die Brücke ist zusammen mit der Vorlandbrücke über die Insel Långholmen hinweg insgesamt etwa 600 Meter lang; der Hauptteil der Brücke ist eine zweifeldrige Stahlbogenkonstruktion mit jeweils etwa 200 Metern Spannweite pro Feld über das Wasser des Riddarfjärden, welcher an dieser Stelle etwa 340 Meter breit ist. Die lichte Höhe beträgt dabei 26 Meter. Durch die Brücke werden Södermalm und Kungsholmen verbunden. Vor dem Bau der Brücke konnte die Distanz per Fähre überwunden werden. Bis 1967 führte auch eine Straßenbahnlinie über die Brücke.

Im November 1935 konnte die Brücke nach Abschluss der Bauarbeiten dem Verkehr übergeben werden. Die Brücke kann auch zu Fuß überquert werden; vom Scheitelpunkt aus hat man einen spektakulären Ausblick auf das Stockholmer Stadtzentrum. In den Jahren 1955/56 wurde die Brücke beidseitig um zusätzliche Radwege verbreitert.

Am Nordende der Brücke befindet sich der Rålambshovsparken, eine ausgedehnte Parkanlage mit vielen Sport- und Spielplätzen.

Bilder oben: die Västerbron ist eine Stahlbogenbrücke, welche Södermalm mit Kungsholmen verbindet. 

Bilder oben: Blick auf die Brücke vom Rålambshovsparken aus.

Bilder oben: der Rålambshovsparken ist eine ausgedehnte Parkanlage am Nordende der Västerbron. Hier gibt es jede Menge Spiel- und Sportplätze, u.a. auch diese Skater-Anlage.

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