Stuttgart Neuere Architektur 2
Neuere Bauten in Stuttgart 2 (2010 – 2020)
Auf dieser Seite werden beispielhaft einige neuere Bauwerke vorgestellt, die in den Jahren zwischen 2010 und ca. 2020 fertiggestellt wurden. Auf der Seite „Neuere Bauten in Stuttgart 1“ werden Bauwerke dargestellt, die ab etwa der 1980er Jahre bis ca. 2020 gebaut wurden.
Die aller neuesten Bauten (ab etwa 2020) findet man auf der Seite „Stuttgart – Neueste Architektur.“
Der Wohnbau-Architektur sind eigene Seiten gewidmet.
Die Galerie ABTART in Stuttgart-Möhringen, 2011
Das Gebäude der Galerie ABTART an der Rembrandtstraße im Stadtteil Stuttgart-Möhringen wurde 2011 von NIXDORF CONSULT Architekten + Ingenieure geplant und gebaut und sticht aufgrund seiner Gestaltung aus der Umgebungsbebauung deutlich hervor: aus einem Baukörper mit dreieckigem Grundriss aus dunkelgrauen Ziegeln kragen quaderförmige „Schaufenster-Boxen“ mit einer bronzefarbenen Metallverkleidung über die Fassade aus. Das Gebäude verfügt im Inneren über drei Ausstellungsebenen; was man von der Straße aus nicht sehen kann, ist der als Skulpturenhof genutzte Innenhof. Von hier aus werden auch die Ausstellungsräume belichtet. Auf der Website der Galerie http://www.abtart.com/ kann man über die Architektur des Hauses das Folgende lesen:
„Das Galeriegebäude setzt konsequent auf ein zeitgenössisches Erscheinungsbild als Zeichen für einen besonderen Ort zur Präsentation und Vermittlung junger Gegenwartskunst.
Im Äußeren ist das kubisch gegliederte Bauwerk geprägt durch ein ausgewogenes Gegenüber von dunklen Ziegeln, Glas und Bronze. Die beiden »Stadtfenster« mit ihren auskragenden Räumen und Rücksprünge in der Fassade führen zu einer spannungsvollen, plastischen Komposition, die nicht auf spektakuläre Effekte aus ist.
Entsprechend der räumlichen Idee des Außenkörpers entstehen auch im Inneren ablesbare Raumfolgen, denen verschiedenartige Nutzungen zugeordnet werden können.“ (…)
Zum Bild: die „Schauboxen“ ermöglichen schon von der Straße aus Einblick in die Ausstellungsräume.
Bilder oben: das Gebäude der Galerie ABTART besticht auch von der Materialkombination her: anthrazitfarbene Ziegel, bronzefarbenes Metall und großflächige Glasscheiben.
Der Hospitalhof (Lederer, Ragnarsdóttir, Oei, 2014)
Das Architekturbüro LRO (Lederer, Ragnarsdóttir, Oei) hat zwischen 2012 und 2014 nach einem Architekturwettbewerb in 2009 neben der Hospitalkirche das Verwaltungs- und Seminargebäude der Evangelischen Kirche (in den 1960er Jahren von Wolf Irion erbaut) durch einen Neubau ersetzt.
Der Hospitalhof ist aber nicht nur ein Büro- bzw. Verwaltungsgebäude, sondern auch ein Bildungszentrum der Evangelischen Kirche, ein Haus, in dem alle möglichen Veranstaltungen: Seminare, Konzerte, Ausstellungen oder Tagungen stattfinden können.
An dem Ort befand sich ursprünglich das 1473 von Graf Ulrich V. gegründete Dominikanerkloster. Die Klosterkirche, die (spätere) Hospitalkirche, wurde zwei Jahre zuvor von Aberlin Jörg erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde deren Turm durch eine barocke Variante ersetzt. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1536 aufgelöst und die Gebäude von der Stadt als Hospital genutzt; daher der Name von Kirche und Verwaltungsbau. Das Bürger-Hospital wurde bis 1894 dort unterhalten.
Dann zog die Stuttgarter Polizei in die Gebäude ein. In einem oberen Stockwerk wurden auch Arrestzellen untergebracht. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden einige Polizeiabteilungen an andere Standorte verlegt, nur die Kriminalpolizei blieb hier ansässig, die nicht nur für Stuttgart, sondern für ganz Württemberg zuständig war. Es gab wohl auch eine enge Kooperation mit der Gestapo, die ihren Sitz im „Hotel Silber“ hatte.
Die Gebäude der Kriminalpolizei wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und auch die Kirche wurde schwer getroffen. Rudolf Lempp baute sie verkleinert in anderer Form in den 1950er Jahren wieder auf; die vom Langhaus übrig gebliebene Südwand blieb als Ruinenteil erhalten. An Stelle der ehemaligen Polizeigebäude wurde in den 1960er Jahren von Wolf Irion im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde ein Verwaltungs- und Tagungszentrum errichtet, der Hospitalhof.
Das neue Hospitalhofgebäude, welches den Vorgängerbau ab 2014 ersetzte, bildet einen halböffentlichen Innenhof, der an den Kreuzgang des früheren Klosters erinnert. Verstärkt wird dieser Eindruck noch dadurch, dass in den angrenzenden Gebäudeflügeln zum Hof hin die Flure mit stockwerkshohen Fenstertüren angeordnet sind. Die Fassade des Gebäudes besteht aus hellen Ziegeln; die zum Teil runden Fenster und die Fensterverdachungen sind typische Stilmerkmale der Bauten des Büros von Arno Lederer.
Eine Ausnahme bei der Fensterform bildet die Gebäudeseite, mit der die ruinenhafte Außenmauer der kriegszerstörten Kirche auf die ursprüngliche Länge fortgesetzt wird: hier nehmen schmale Spitzbogenfenster das historische Vorbild auf.
Bilder oben: der Neubau schließt sich den Ruinenwänden der Hospitalkirche an.
Bilder oben: Keine Gebäudeseite ist wie die andere; die Formensprache ist reich an gestalterischen Ideen.
Bilder oben: Gebäudedetails: „Bullaugen-Fenster“ mit Sonneschutz, Fensterverdachungen und Ziegel-Lamellen.
Bilder oben: mit den pinkfarbenen Markisen zeigt der sich hier erstreckende Gebäudeflügel ein freundliches Gesicht.
Bild oben: überdachter Verbindungsgang vom Neubau zur Hospitalkirche.
Bilder oben: der Innenhof erinnert an den Kreuzgang des ursprünglich hier befindlichen Dominikanerklosters.
Bild oben: in den Fenstern der zum Innenhof hin zeigenden Gebäudeseite spiegelt sich die Hospitalkirche.
Bild oben: Eingangsbereich zum Hospitalhof.
Bilder oben: Fassade an der Gymnasiumstraße mit Dreiecksfenstern im Erdgeschoss.
Bilder oben: Großer Saal im Hospitalhof mit einer Deckenverkleidung aus Holzlamellen.
Das Bülow-Carré, 2015
In dem Gebäudeblock zwischen Thouret-, Lautenschlager- und Stephanstraße, wo sich zuvor der Verwaltungskomplex der TWS (Technische Werke Stuttgart), später Neckarwerke bzw. EnBW befunden hat, ist zwischen 2013 und 2015 das so genannte Bülow-Carré entstanden. Bauträger war die Bülow AG, Pläne und Umsetzung kamen vom Architekturbüro IPB Pralle + Hübenbecker (Stuttgart).
Die Licht- und Fassadengestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Metallbildhauerin Simone Jasinski (Dortmund). Nicht nur die Außenfassade zu den angrenzenden Straßen hin, sondern auch die Passage zwischen der Stephan- und der Lautenschlagerstraße mit der Lichtinstallation „Blattwerk“ wurden von der Künstlerin entworfen. Diese Lichtinstallation besteht aus Aluminiumblechen, in welche elliptische Formen gestanzt wurden; die Bleche sind von LED-Strahlern hinterleuchtet, welche jede einzeln in unterschiedlichen Farben leuchten können. Die Fassade ist einerseits verglast, die Flächen zwischen den Fenstern bestehen aus siebbedruckten Glaselementen, die eine Aluminiumfolien-Struktur zeigen. Besonders lichttechnisch hervorgehoben ist auch der Dachabschluss im obersten (Staffel-)Geschoss.
Im Gebäude sind v.a. Büros (für eine Bank und eine Anwaltskanzlei) entstanden, im Erdgeschoss gibt es aber auch Läden und Gastronomie.
Bilder oben: das Bülow-Carré füllt in der Stuttgarter Innenstadt einen kompletten Baublock aus.
Bilder oben: die bedruckten Fassadenelemente bei Tag….
Bilder oben: … und bei Nacht.
Bilder oben: die Passage von der Lautenschlager- zur Stephanstraße.







Bilder oben: Lichtinstallation „Blattwerk“ von Simone Jasinski in der Gebäude-Passage (in Realität findet ein langsamer und kontinuierlicher Übergang zwischen den Farben statt).
Das Kinderhaus Franziskus, 2015
Neben der katholischen Kirche St. Antonius und dem Gemeindehaus in Stuttgart-Kaltental wurde 2015 von Kuhn und Lehmann Architekten (Freiburg) das zwei-/dreigeschossige Kinderhaus Franziskus für die Ganztagesbetreuung fertiggestellt.
Der in Holzständerbauweise errichtete Kubus wird nach außen hin von umlaufenden Fluchtbalkonen umschlossen. Da das Gebäude am Hang liegt, ist die Ostseite, wo auch der Haupteingang liegt, nur zweistöckig. Hier kommt man zu ebener Erde in das Gebäude, befindet sich dann aber im 1. Obergeschoss.
Auf der Website baunetz-wissen.de kann man zu der Fassadengestaltung des Gebäudes das Folgende lesen: „Eine filigrane weiße Stahlkonstruktion trägt die umlaufenden Fluchtbalkone mit Betonfertigteilen als Lauffläche. Sie bildet eine zweite, der vertikal strukturierten Lärchenholzfassade vorgesetzte Fassadenebene. Ihr leichtes, stellenweise transluzentes Erscheinungsbild verleiht dem schlichten Baukörper eine gewisse Eleganz – insbesondere an der Westseite, wo weiße Streckmetallgitter im Wechsel als Sonnenschutz oder Geländerfüllung den oberen bzw. unteren Teil der Geschosszonen verhüllen.“
Bilder oben: das Kinderhaus Franziskus ergänzt Kirche und Gemeindehaus in Stuttgart-Kaltental.
Bilder oben: Fassadendetails.
Bilder oben: im ersten und zweiten Obergeschoss gibt es umlaufende Fluchtbalkone.
Bilder oben: Haupteingang zum Gebäude im Osten; beidseits des Eingangs schließen sich die einläufigen Treppen zu den Fluchtbalkonen an
Fast wie neu: Sanierung und innere Neustrukturierung des Schulzentrums Nord (2015)
Der umfangreiche Gebäudekomplex an der Heilbronner Straße wurde ursprünglich in den Jahren 1978 bis 1982 nach Plänen und unter Leitung des Hochbauamtes der Stadt Stuttgart erbaut. Seitdem gab es keine größeren Renovierungsmaßnahmen.
Bilder oben: Zustand des Gebäudes vor der Sanierung/Umgestaltung (Aufnahmen vom Frühjahr 2007).
Für eine grundlegende Sanierung und Neustrukturierung des Schulzentrums, bestehend aus der Werner-Siemens-Berufsschule und der Kaufmännischen Schule Stuttgart-Nord wurde 2008 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den das ortsansässige Architekturbüro wulf architekten GmbH für sich entscheiden konnte. In den Jahren 2011 bis 2011 wurde das Gebäude dann in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Schulbetrieb grundlegend saniert, energetisch ertüchtigt, modernisiert und im Inneren neu strukturiert.
Das weitläufige Gebäude hat maximal 6 Stockwerke; die beiden hier untergebrachten Schulen haben getrennte Haupteingänge. Da das Gebäude in den Hang eingebettet ist, gibt es ebenerdige Zugänge nicht nur im Erdgeschoss, sondern auch im 1. und im 2. Obergeschoss. Der Hauptzugang der Werner-Siemens-Schule befindet sich an der Ostseite des Gebäudes im Erdgeschoss, der Zugang zur Kaufmännischen Schule Nord liegt an der südlichen Gebäudeseite im 2. Obergeschoss.
Die Umbauarbeiten an dem Gebäude wurden mit zwei Preisen ausgezeichnet: in 2015: Auszeichnung Beispielhaftes Bauen 2011−2015 durch die Architektenkammer Baden‐Württemberg und 2017: Hugo‐Häring‐Auszeichnung 2017 des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Baden‐Württemberg.
Auf dem Campusgelände befindet sich auch die Sporthalle Nord und die Neckar-Realschule.
Bilder oben: die Gebäude des Schulzentrums schmiegen sich an den Hang unterhalb der Stuttgarter Weißenhofsiedlung.
Bilder oben: mit den durchlaufenden Fensterbändern und den hellen Aluminium-Lochblechen werden die Horizontalen der Fassade besonders betont. Dazu kann man auf der Website www.baunetz.de das Folgende lesen: „Die aus rechtwinkligen Volumen komponierte Berufsschule unterhalb der Stuttgarter Weißenhofsiedlung fällt durch die charakteristische horizontale Fassadengliederung auf. Hier konnten wulf architekten (Stuttgart) eine ‚konstruktive, technische und gestalterische Neustrukturierung‘ des Bestandsgebäudes realisieren. Das aktualisierte Erscheinungsbild wird durch die ornamental gelochte Aluminiumfassade bestimmt.“
Bild oben: die zentrale Aula weist eine Treppe mit breiten Sitzstufen auf.
Auf der Website des Architekturbüros gibt es ein Pressepapier zu den durchgeführten Umbauarbeiten (Download hier).
Darin kann man das Folgende lesen:
„Mit der vorhandenen Grundrissstruktur ließen sich zeitgemäße Lern- und Ausbildungskonzepte nicht verwirklichen. Ziel der Baumaßnahme war die umfassende Neustrukturierung des gesamten Gebäudes mit beiden Schulen zu einem modernen Schulzentrum. Mit ca. 3.600 Schülern handelt es sich um eine der größten Schulen Stuttgarts und ein für die Stadt bedeutsames Ensemble.
(…)
Die Kubatur des vorhandenen Gebäudes wurde nur unwesentlich verändert. Auch die Erschließungen konnten weitestgehend beibehalten werden. Das Schulzentrum wird vor allem über seine klare horizontale Gliederung in mitten einer natürlichen Geländemulde wahrgenommen. Diese Charakteristik wurde gestärkt: Die zurückgesetzten verglasten Flächen mit schwarzen Profilen und die Deckenrandbekleidungen aus gelochten Aluminiumplatten betonen die Schichtung der Geschossebenen und die Horizontalität der Fassaden.“
Und auf der Website www.detail.de kann man zu den Umbaumaßnahmen das Folgende lesen:
„Während die Kubatur des Gebäudes kaum eine Veränderung erfahren hat und auch die Lage der Zugänge weitestgehend beibehalten wurden, erscheinen die Fassaden durch einige wenige Maßnahmen wie verwandelt: Im Zuge der energetischen Sanierung wurden die Stirnseiten der Sichtbetondecken gedämmt und mit gelochten Aluminiumplatten bekleidet. Das Zurücksetzen der verglasten Flächen unterstreicht die Schichtung der Geschossebenen. Entscheidend für die harmonische Einfügung in den begrünten Hang ist die landschaftsplanerische Gestaltung der terrassenartigen Dachflächen.
Mit seiner neu geschaffenen Offenheit, Helligkeit und Leichtigkeit und der klar strukturierten Gebäudehülle mit ihren Anklängen an die typische Plattentextur der ursprünglichen Fassaden, ist den Architekten eine zeitgemäße und individuelle Neuinterpretation eines typischen Schulbaus der 1970er Jahre gelungen.“
Bilder oben: der Haupteingang zur Werner-Siemens-Schule liegt im Erdgeschoss.
Bild oben: dagegen liegt der Eingang zur Kaufmännischen Schule Nord im 2. OG, bedingt durch die Hanglage des Gebäudes.
Bilder oben: Fassadendetails; in den Glasflächen spiegelt sich das Gebäude der benachbarten Neckar-Realschule.
Bilder oben: überdachter Pausenhof und begrünter Innenhof.
Bilder oben: Blick von der Neckar-Realschule auf das Gebäude der Werner-Siemens-Schule und Fassadenspiegelungen.
Büro- und Geschäftshaus Citygate, 2015
Bild oben: das neue Büro- und Geschäftsgebäude „Citygate“ von oben betrachtet.
2015 haben KSP Jürgen Engel Architekten gegenüber dem Stuttgarter Hauptbahnhof an der Friedrichstraße den Neubau eines 11-geschossigen, 40 Meter hohen Büro- und Geschäftshauses vollendet, welches die Bezeichnung „Citygate“ trägt. „Tor zur Stadt“ stimmt insofern, als man, von der Heilbronner Straße kommend, hier in die Innenstadt einfährt.
Für den Neubau wurde 2008 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den das Büro KSP für sich entscheiden konnte. Das zuvor an dieser Stelle befindliche 13-stöckige „Versatel-Hochhaus“ aus dem Jahr 1966, das zuletzt vom Energieversorger EnBW genutzt wurde, musste dafür weichen. Nach dreijährigem Leerstand wurde das Gebäude 2011 abgerissen und durch das neue Gebäude ersetzt.
Bild oben: das ehemalige Versatel-Gebäude, welches für den Bau des „Citygate“-Komplexes abgerissen wurde (Aufnahme vom Herbst 2007). Rechts im Bild das Gebäude der Bahndirektion.
Das neue Bürohaus besteht eigentlich aus zwei Baukörpern, die durch einen verglasten Erschließungsbereich miteinander verbunden sind. Auffallend sind die rot lackierten Fensterlaibungen und die helle Natursteinfassade. Zur Kriegsbergstraße / Heilbronner Straße hin kragt ein dreieckiger Gebäudeteil über die Fassade der darunter liegenden Stockwerke aus.
Bilder oben: das „Citygate“ während der Bauarbeiten im Oktober 2013; der auskragende Gebäudeteil wird während des Baus durch Stahlstützen getragen.
Bilder oben: Blick von der Friedrichstraße auf das neue Bürohaus.
Bilder oben: die Geometrie des Hauses ist recht komplex und aufgrund der roten Fensterlaibungen erregt das Gebäude auch Aufmerksamkeit.
Bilder oben: an der Nordostseite des Gebäudes kragen die oberen 5 Etagen über die unteren Stockwerke aus.
Bilder oben: Baudetails: die Erdgeschosszone entlang der Friedrichstraße und die eigenwillige Gestaltung der Fensterrahmungen: ein schmaler seitlicher Bereich ist mit einem gestuften Lochblech verblendet, ansonsten ist die Fensterlaibung jeweils rot lackiert.
Bild oben: Blick von der Ossietzkystraße auf das „Citygate“-Bürohaus; links ein Mural des Londoner Künstlers Will Gates, bekannt unter seinem Künstlernamen Roids, an einem Gebäude an der Kriegsbergstraße.
Bilder oben: die Nordwest-Seite des Gebäudes (an der Kriegsbergstraße).
Bilder oben: das Büro- und Geschäftshaus „Citygate“ von KSP Jürgen Engel Architekten.
Bilder oben: der Gebäudekomplex besteht aus zwei Baukörpern, die durch einen verglasten Erschließungsbereich verbunden sind.
Bilder oben: das Citygate-Gebäude bei abendlicher Beleuchtung.
Kleines Haus mit (großer?) sozialer Wirkung – der Begegnungsraum, 2017
Am Rande des Innenstadtcampus der Uni Stuttgart in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete ist 2017 an der Breitscheidstraße ein kleines Gebäude errichtet worden, welches einer Initiative von Architekturstudierenden an der Universität Stuttgart entsprungen ist. Das Projekt nennt sich „Begegnungsraum Stuttgart“.
Auf der Website begegnungsraum-stuttgart.com kann man zu der genauen Entstehungsgeschichte das Folgende lesen: „Die Idee ‚Begegnungsraum‘ entstand im Jahr 2015, anlässlich der Auseinandersetzung von Architekturstudent*innen mit der sozialen Verantwortung von Architekt*innen innerhalb der Zuwanderungsdebatte. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Masterthesis entwarfen Tine Teiml und Meike Hammer einen Raum, der Geflüchtete und Stuttgarter Bürger*innen im städtischen Milieu zusammenführen sollte.
Nach vielen Gesprächen, u. a. mit der Stadt Stuttgart, Trägern von Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete und Sozialarbeiter*innen, wurde das Vorhaben in Kooperation mit der Universität Stuttgart in den Jahren 2016-2017 ausgeführt.
Mittels Fördergelder und zahlreicher Spenden erbauten Studierende gemeinsam mit Bewohner*innen der benachbarten Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete und weiteren Engagierten den Pavillon in der Stuttgarter Breitscheidstraße. Beim Bauen wurden größtenteils natürliche Materialien wie Holz, Lehm und Ton verwendet, um den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten.“
Der an der Gebäudefassade als „Urban Living Room“ (Städtisches Wohnzimmer) bezeichnete Raum ist gedacht als Treffpunkt für „alle in Stuttgart lebenden Menschen“. Die Initiator/innen des Projekts wollten mit dem Raum den Austausch zwischen Menschen fördern, die einen sehr unterschiedlichen kulturellen, religiösen oder sozialen Hintergrund haben, insbesondere zwischen den Bewohner/innen der benachbarten Gemeinschaftsunterkunft und der Stadtgesellschaft. Über das Programm bzw. die Aktivitäten, die der Begegnungsraum den Besucher/innen bietet, steht auf der o.g. Website: „Die Bandbreite, der im Begegnungsraum realisierten Aktivitäten reicht von Kreativ- und Lernangeboten, Diskussions-, Informations- und Beratungsforen, über Kulturveranstaltungen bis hin zu open space Formaten. Darüber hinaus stehen die Räumlichkeiten den Bewohner*innen der benachbarten Gemeinschaftsunterkunft bei Bedarf für die private Nutzung zur Verfügung.“
Bilder oben: der „Begegnungsraum Stuttgart“ in der Breitscheidstraße. Bei dem Zeilenbau im Hintergrund handelt es sich um ein Gebäude der Uni Stuttgart (Breitscheid 2).
Das Dorotheenquartier (DOQU), 2017
Am Stuttgarter Karlsplatz an der Dorotheenstraße, wurden in den Nachkriegsjahren 1955 bis 1958 von den Architekten Claudius Coulin und Karl Schwaderer Gebäude für das Innenministerium und das Finanzministerium des Landes Baden-Württemberg neu errichtet. Der Vorgängerbau an gleicher Stelle war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Den Gebäuden benachbart befindet sich das „Hotel Silber“ und der Gebäudekomplex des alteingesessenen Kaufhauses Breuninger.




Bilder oben: die früheren Ministeriumsbauten an der Dorotheenstraße zwischen Breuninger-Kaufhaus, Hotel Silber und Markthalle.
Bild oben: Blick von der Arkade der Stuttgarter Markthalle auf die Ministeriumsgebäude vor deren Abriss (Aufnahme von 2011).
Seit 2007 plante Breuninger eine Neugestaltung des Viertels, insbesondere auch, weil der Bereich zwischen Breuninger-Gebäude und Ministeriumsbauten als „Hinterhofsituation“ empfunden wurde. Dazu wurde 2009 ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem sich so renommierte deutsche und internationale Büros beteiligten wie Behnisch Architekten, Kleihus + Kleihus, Sauerbruch Hutton, Foster & Partners, UN Studio, gmp (Gerkan, Marg und Partner), BRT (Bothe, Richter, Teherani), Henning Larsen, Blocher Blocher Partners, Richard Meier und Rafael Viñoly. Stefan Behnisch (Behnisch Architekten) gewann den Wettbewerb. Nach seinen Planungen war nicht nur der Abriss der Ministeriumsgebäude und des Geschäftshauses „Betten Braun“, sondern auch des (nach dem Krieg wieder aufgebauten) Hotel Silber vorgesehen. Zwei große Baublöcke sollten das Grundstück füllen.
Das Hotel Silber war in der Zeit der Naziherrschaft von 1937 bis 1945 Sitz der Gestapo-Zentrale für Württemberg und Hohenzollern (siehe diese Website unter Stuttgart / Museen). Gegen den Abriss des Gebäudes regte sich aber heftiger Widerstand aus der Stadtgesellschaft; die Bürgerinitiative „Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.“ erreichte schließlich, dass das Land Baden-Württemberg 2011 beschloss, das Haus zu erhalten und zu einem Lern- und Gedenkort auszubauen.
Das Architekturbüro Behnisch änderte daraufhin die Planungen; anstelle von zwei großen Baublöcken waren nun 3 separate Bauten (geringerer Bauhöhe) unter Erhalt des Hotel Silber vorgesehen. Im Jahr 2013 zog das Innenministerium schließlich aus dem Gebäude an der Dorotheenstraße aus und in die Ministeriumsneubauten an der Willi-Brandt-Straße um, anschließend wurden die Bestandsbauten abgerissen und der Grundstein für das neue „Dorotheenquartier“ wurde gelegt. Die Bauarbeiten dauerten bis 2017; im Mai dieses Jahres wurde das Quartier eröffnet.
Bilder oben: die drei Baublöcke des Dorotheenquartiers fallen besonders durch die Dachgestaltung auf.
Zum Dorotheenquartier kann man auf der Website des Architekturbüros Behnisch das Folgende lesen:
„Die Neuplanung des Dorotheen Quartiers schafft nicht nur neue Flächen für die öffentliche Nutzung, sondern bietet auch die einmalige Gelegenheit, das Verhältnis zur Karlsplatzpassage neu zu bewerten. Diese Durchgangsstraße galt bislang immer als das weniger wichtige „Rückgrat“ des Geländes, das sich hinter dem Kaufhaus Breuninger befindet und in Richtung Sporerstraße und Karlstraße führt. Mit diesem Projekt, das drei gemischt genutzte Gebäude mit Büros, kleinteiligem Einzelhandel und urbanem Wohnen umfasst, erhält der sehr wertvolle zentrale Stadtkern eine neue Identität und Vitalität – mit einem breiten Angebot an Nutzeraktivitäten. Damit ergänzt das neue Areal das bestehende, florierende Netz belebter Fußgängerzonen in Stuttgart.“
Bilder oben: Blick von der Dorotheenstraße auf das neue Quartier; im Hintergrund das Hotel Silber.
Bilder oben: der Dorotheenplatz ist durch die Gebäudeanordnung neu entstanden; an einer Seite grenzt das Breuninger-Kaufhaus an ihn (mit der durch das Gebäude verlaufenden Karlspassage).
Bilder oben: die Erdgeschosszone wird von verschiedenen Gastronomie-Einrichtungen und Marken-Shops geprägt.
Bilder oben: das neue Quartier nimmt Bezug auf die Umgebungsbebauung: Blick von der Dorotheenstraße auf das Quartier und die Markthalle im Hintergrund; Blick von der Markthalle auf das Dorotheenquartier und (letztes Bild): auch die Gebäude an der Dorotheenstraße zeigen zur Straße hin eine Arkade, die sich auf der Sichtachse mit derjenigen an der Markthalle befindet.
Bilder oben: das Dorotheenquartier bei abendlicher bzw. vorweihnachtlicher Beleuchtung und Dekoration.
Durch die neuen Gebäude, die mit der Eduard-Breuninger-Straße, der Karl-Straße und der Else-Josenhans-Straße öffentliche Durchgänge durch das Areal bieten, sind auch zwei Plätze neu entstanden bzw. durch ihre Anlage aufgewertet worden: der Dorotheenplatz an der Sporerstraße am nordöstlichen Eingangsbereich des Breuninger-Kaufhauses sowie der Sporerplatz zwischen Breuninger, Dorotheenquartier und Markthalle. Insbesondere der Dorotheenplatz hat den bisherigen Charakter dieses Platzes als „Hinterausgang“ des Breuninger-Kaufhauses völlig verändert.
Der Name Dorotheenquartier geht auf die Gattin von Herzog Ferdinand Eugen von Württemberg zurück, auf die Herzogin Friederike Dorothea Sophie von Württemberg.
Bild oben: die Dachgeschosse sind mit bedrucktem Glas verkleidet.
Bild oben: in einem der Gebäude ist auch das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg untergebracht.
Besonders auffallend an den gemischt genutzten Gebäuden, die Marken-Shops, Gastronomieangebote, Büros (z. T. auch für Ministerien) sowie Wohnungen beinhalten und die sich auf bis zu neun Stockwerke ausdehnen, ist die markante Dachlandschaft; dabei entfallen 4-5 Stockwerke auf den „Gebäudesockel“ und 3-4 Stockwerke auf die Dachgeschosse. Die zurückspringenden, abgeschrägten Dächer sind mit gedrucktem Glas eingedeckt und bieten, wenn man von der Straße nach oben schaut, durch Reflexionen einen gleitenden Übergang zum Himmel. Die begrünten Dachterrassen sind von der Straße aus nicht sichtbar. Die Fassaden der „Gebäudesockel“ bestehen aus Kalkstein und Glas.
Aufgrund der Kessel-Lage des Stuttgarter Stadtzentrums spielen die Dächer der Gebäude, auf die man von den Höhenlagen hinunterblicken kann, oftmals als „fünfte Fassade“ tituliert, eine große gestalterische Rolle.
Bild oben: fließender Übergang zum Himmel.
Bilder oben: die markante Dachlandschaft der Gebäude.
Bilder oben: Fassadendetails: Natursteinplatten an den Sockelgeschossen, Glas und Aluminium bei den Fensterbändern.
Bilder oben: in den Fensterscheiben des Gebäudes an der Else-Josenhans-Straße spiegelt sich die Fassade des Hotel Silber; und (zweites Bild:) Blick von der Arkade der Markthalle auf das Dorotheenquartier.
Lautenschlager Areal Stuttgart; Sanierung/Revitalisierung und Neubau, 2018
An der Lautenschlagerstraße / Friedrichstraße wurden von 2014 bis 2018 vom Architekturbüro Schaller (Stuttgart) Büro-, Handels- und Wohngebäude zum Teil im Bestand saniert und renoviert, zum anderen neu gebaut. Ein Neubau ist an der Friedrichstraße entstanden, ein weiterer an der Lautenschlagerstraße; diese Baukörper sind durch ein Gebäude im Innenhof miteinander verbunden. Die Neubauten weisen dieselbe markante Fassade auf.
Die HFB Engineering GmbH, Leipzig lieferte die Glasfaserbeton-Elemente für diese vorgehängte und hinterlüftete Fassade. Die Fenster-umrahmenden Fassadenelemente sind stark dreidimensional strukturiert und erzeugen durch ihre asymmetrische Gestaltung einen starken Eindruck, insbesondere bei seitlicher Beleuchtung und Schattenwurf.
Bilder oben: das neu gestaltete Lautenschlager-Areal: Bestandsbauten an der Spitze Lautenschlagerstraße/Friedrichstraße und nächtlich beleuchteter Neubau an der Friedrichstraße.
Auf der Website der Immobilienmanagement-Gesellschaft iwti kann man zu dem Projekt das Folgende lesen:
„Das Projekt Lautenschlager Areal wird auf dem Areal Lautenschlagerstraße / Friedrichstraße in zentraler Stuttgarter Innenstadtlage realisiert. Im Rahmen der geplanten Entwicklung werden die bestehenden Gebäude Lautenschlagerstraße 22 und Friedrichstraße 23 rückgebaut und durch Neubauten ersetzt. Die Fläche des Innenhofs zwischen den neuen Gebäuden wird überbaut. Somit entsteht eine Verbindung und eine durchgehende Verkaufs- bzw. Bürofläche zwischen der Lautenschlagerstraße und der Friedrichstraße. Der Neubau grenzt direkt an ein denkmalgeschütztes Bestandsgebäude, welches vom Bauherrn saniert wird, an. (…) Die neu entstehenden Gebäude stehen auf einer gemeinsamen Tiefgarage (…).“
Und auf der Website von Schaller Architekten BDA kann man das Folgende lesen:
„Im Herzen der Stuttgarter City zwischen Friedrichstraße und Lautenschlagerstraße wurde dieses Gebäudeensemble aus Neu- und Umbauten realisiert. Es ist Teil einer „dreieckig“ zugeschnittenen geschlossenen Blockstruktur, die von Gebäuden aus unterschiedlichen Zeiten gebildet wird. In einem stadträumlich komplexen und engen Umfeld sollte mehr als nur ein neues Gebäude entstehen. Es sollte eine Gesamtkonzeption entwickelt werden, die die aktuellen Themen von Architektur und Städtebau aufgreift und widerspiegelt und die dadurch nachhaltig und zukunftsfähig wird: Nutzungsmischung (Arbeiten, Wohnen, Handel), Nachverdichtung, Vernetzung, Neubau und Modernisierung, flexible Gebäudestrukturen, Nachhaltigkeit (DGNB Gold).
Das historische Gebäude Lautenschlagerstraße 24 und 22.1 wurde generalsaniert. Die Gebäude Friedrichstraße 23 A und Lautenschlagerstraße 22.2 wurden rückgebaut und durch Neubauten ersetzt. Darauf aufbauend wurde eine verdichtete, eng vernetzte und flexible Gebäudestruktur aus Neubauten und Bestandsbau geschaffen, mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss, Büroflächen und 8 Wohnungen in den Obergeschossen, sowie ca. 130 Fahrrad- und ca. 80 Pkw-Stellplätzen in den Untergeschossen.“
Bilder oben: das Bestandsgebäude an der Spitze des Dreiecks-Grundstücks wurde saniert und revitalisiert; wo früher ein Schreibwaren-Geschäft untergebracht war, befindet sich jetzt Gastronomie auf zwei Etagen mit einer Außenterrasse. Bei dem Bestandsgebäude handelt es sich um das ursprünglich in den Jahren 1936/37 erbaute Industriehof-Gebäude. Im Zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Die Bauplastik an der Fassade stammt noch von 1937.
Bild oben: Bestandsgebäude an der Friedrichstraße und Neubau.
Bilder oben: der Neubau an der Friedrichstraße mit der markanten Fassade aus Glasfaserbeton-Elementen.
Bilder oben: Baudetails (Fassade zur Friedrichstraße hin).
Bilder oben: der Neubau an der Lautenschlagerstraße trägt die gleiche Fassade wie der Bau an der Friedrichstraße.
Bilder oben: die Fassade zur Friedrichstraße hin bei abendlicher Beleuchtung.
Kinderhaus Kirchhaldenschule, Botnang, 2018
Im Stuttgarter Stadtteil Botnang haben für die Landeshauptstadt als Bauherr Günter Hermann Architekten die dortige Kirchhaldenschule um ein so genannter „Kinderhaus“ ergänzt. Hier ist im Erdgeschoss eine Ganztagsbetreuung und in den beiden Obergeschossen eine Kindertagesstätte untergebracht. Im Gebäude gibt es auch einen großen Mensa-Raum, welcher auch für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Das Gebäude ist mit einer Holzfassade aus vorgegrautem Lärchenholz versehen; auf drei Seiten gibt es umlaufende Fluchtbalkone; ein bronzefarbenes Edelstahlnetz dient der Absturzsicherung.
Das in den Hang hinein gebaute und sehr kompakte Gebäude ist mit den Bestandsbauten durch einen überdachten Gang verbunden. 2018 wurde das Kinderhaus fertiggestellt. Es ist für den DAM-Preis des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt im „Architekturführer Deutschland 2020“ gelistet.
Bilder oben: das Gebäude ist in den Hang hinein geschoben; von oben sieht man nur die beiden Obergeschosse, vom Hof aus kommt man auch in das Erdgeschoss.
Bilder oben: Gebäudedetails; die beiden Obergeschosse sind mit Lärchenholz verkleidet; vertikale Lichtbänder sind in die Fläche eingelassen.
„LOOK 21“, (2019) – Büro- und Veranstaltungszentrum
An der Heilbronner Straße, Ecke Türlenstraße wurde 2019 ein Gebäudekomplex fertiggestellt, der zum einen Sitz von Südwestmetall ist, zum anderen Veranstaltungsräume für Konferenzen und Tagungen bietet. Der Komplex mit der Bezeichnung „LOOK 21“ nimmt einen ganzen Häuserblock ein und besteht aus zwei Baukörpern; im rückwärtigen, ruhigeren Bereich, getrennt durch einen begrünten Innenhof ist ein Wohnblock entstanden.
Bild oben: das „Look 21“ an der Heilbronner Straße / Ecke Türlenstraße.
Auf der Website www.look21.de kann man zu dem Gebäude das Folgende lesen:
„Seit Mitte 2019 erstrahlt an zentraler Stelle in Stuttgart das LOOK 21, der neue Hauptsitz der Arbeitgeberverbände im Südwesten.
Mit seiner markanten äußeren Form ist das Gebäude eine wichtige Location im Gefüge der Landeshauptstadt. Neben zeitgemäßen Büroarbeitsplätzen bietet es einen Konferenzbereich mit einem Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen sowie weiteren Seminar- und Tagungsräumen.
Eine großzügige, nach außen offen und transparent wirkende Eingangshalle empfängt die Gäste und Besucher im LOOK 21. Von hier führt eine frei geformte Treppenanlage nach oben in den Veranstaltungsbereich, der sich wiederum zu einem begrünten Innenhof hin öffnet. Durch eine differenzierte Lichtgestaltung lassen sich sowohl im Inneren als auch im Äußeren unterschiedliche Lichtszenarien erzeugen.“
Und auf der Website des ausführenden Architekturbüros Schaller Petri Architekten steht das Folgende:
„Auf dem Grundstück der ehemaligen Mercedes Benz Niederlassung in Stuttgart wurde das Quartier Look21 realisiert, mit dem neuen Hauptsitz des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, weiteren Büroflächen und einem separaten Gebäude mit über 200 Wohnungen. Das Bürogebäude folgt den Grundstücksgrenzen und stabilisiert die Straßenräume. Mit seiner markanten Form soll das Bürogebäude das neben zeitgemäßen Büroarbeitsplätzen, einen Konferenzbereich mit Veranstaltungssaal für 500 Personen, sowie weiteren Seminar- und Tagungsräumen beinhaltet, diese wichtige Stelle im städtischen Gefüge betonen.
Die Wohnbebauung liegt im ruhigen und vor Lärm geschützten rückwärtigen Bereich des Grundstücks. Im Zentrum des Quartiers entwickelt sich ein begrünter Innenhof, der das ruhige und grüne Herz der gesamten Anlage bildet.“
Bilder oben: das LOOK 21-Gebäude scheint auf dem Erdgeschoss zu schweben.
Bilder oben: das Büro-/Veranstaltungsgebäude „LOOK 21“; im Hintergrund (jenseits der Heilbronner Straße) das Einkaufszentrum Milaneo.
Bilder oben: Gebäudedetails; letztes Bild: im Hintergrund der Hotel/Wohn-Turm „Cloud No. 7“.
Bilder oben: Eingangsbereich an der Ecke Türlenstraße / Heilbronner Straße mit Zugangstreppe zur Stadtbahnhaltestelle (Handwerkskammer / Stadtbibliothek).
Bilder oben: Fassade entlang der Heilbronner Straße; letztes Bild: rückwärtige Fassade zum Innenhof hin.
Bilder oben: das nächtlich beleuchtete Gebäude.
Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Deutsche Rentenversicherung (2019)
Am Hauptsitz der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg im Stuttgarter Stadtteil Mühlhausen-Freiberg wurden von 2014 bis 2019/21 im laufenden Betrieb neue Verwaltungsgebäude errichtet. Dazu wurden Teile des Bestandsgebäudes von Otto Jäger und Werner Müller aus dem Jahr 1975, welches modernen energetischen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde und welches Büroraumzuschnitte aufwies, die heutigen Arbeitsbedingungen nicht mehr entsprechen, bis auf das Unter- und das Erdgeschoss zurückgebaut. Auf den verbliebenen Fundamenten und Stützen wurden anschließend 9 zusätzliche Stockwerke errichtet. Der Neubau besteht aus zwei miteinander verbundenen abknickenden Baukörpern, die Innenhöfe umschließen. Dadurch haben alle Büros Tageslicht. Ein Teil des Bestandsgebäudes blieb erhalten und wurde saniert, ebenso erhalten blieben das Eingangs- und das Technik-Gebäude.
Da Rückbau und Neubau parallel abliefen, konnten die Neubauten in zwei Schritten in 2016 bzw. 2019 schließlich bezogen werden; die Rückbaumaßnahmen am Bestandsgebäude dauerten bis 2021, 2023 waren dann auch die Erd- und Landschaftsbaumaßnahmen um den Gebäudekomplex herum vollendet. Die Neubauten werden komplett durch Geothermie und Bauteilaktivierung gekühlt bzw. beheizt. Ein Teil der benötigten elektrischen Energie wird von Photovoltaik-Modulen auf den Dächern erzeugt. Die Tragwerksplanung der Neubauten stammt vom Büro Werber Sobek.
Bilder oben: Fassade der Neubauten zur Mönchfeldstraße hin.
Bilder oben: die gerundeten Neubauten und der vrebliebene Teil des Bestandsgebäudes.
Bilder oben: eleganter Faltenwurf – die beiden Baukörper des Neubaus haben gerundete Ecken und zeigen einen komplizierten Grundriss: die riegelförmigen Gebäudeteile knicken jeweils ab und bildeten mehrere Innenhöfe.
Bilder oben: der neu gestaltete Eingangsbereich; im Vordergrund ein verbliebener Teil des Bestandsgebäudes.
Bilder oben: Neubau und Bestandsgebäude; letztes Bild: Skulptur im Eingangsbereich des Gebäudekomplexes.