Stuttgart Neueste Wohnbau-Architektur

Neueste Wohnbau-Projekte in Stuttgart

Auf dieser Seite werden aktuellste Wohnbau-Projekte vorgestellt, die etwa ab 2020 abgeschlossen wurden.

Das neue Olga-Areal, 2022

In den Jahren 2016 bis 2022 entstand im Stuttgarter Westen ein neues familienfreundliches Stadtquartier. 2014 zog das hier liegende ehemalige Olga-Hospital auf das Gelände des Katharinen-Hospitals um. Dadurch wurde ein nahezu zwei Hektar großes innerstädtisches Areal zwischen Schloß-, Hasenberg-, Breitscheid- und Senefelder Straße für die Neubebauung frei. 2015 wurden die Hospitalgebäude abgebrochen und 2016 begannen die Bauarbeiten am neuen Stadtquartier.

Den städtebaulichen Wettbewerb für die Gestaltung des Areals als „lebendiges urbanes Quartier“ gewannen Thomas Schüler Architekten aus Düsseldorf, für die Planung der einzelnen Gebäude waren verschiedene Architekturbüros tätig. Die Planungen wurden mehrfach überarbeitet, auch mit Hilfe eines umfangreichen Bürger-Beteiligungsverfahrens. Nach Vorgaben der Stadt Stuttgart sollten sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen entstehen; ein Teil der Wohnungen wurde für Baugemeinschaften reserviert (etwa für MaxAcht) und etwa die Hälfte der Wohnungen wurde im Rahmen geförderter Familienbauprogramme realisiert.

Während der Bauarbeiten im Jahr 2018.

Damit das Viertel auch wirklich lebendige Urbanität entfalten kann, wurde für die Erdgeschosszone der Bebauung zum öffentlichen Straßenraum hin grundsätzlich eine gewerbliche oder soziale Nutzung eingeplant: hier sollten Läden, Arztpraxen, Büros, Gastronomiebetriebe und Kindertagesstätten untergebracht werden. Gut durchdacht wurde auch die Gestaltung des Blockinnenbereichs. Dazu und zu ökologischen Fragen kann man auf der Website www.wettbewerbe-aktuell.de/ das Folgende lesen:

„Im Olga-Viertel wird das Prinzip von offenen und vernetzten Höfen weiterentwickelt, die eine klare bauliche Kante bilden und so den öffentlichen Stadtraum definieren. Die öffentlichen und baumbestandenen Wege schaffen dabei ein Höchstmaß an Durchwegungen und lassen viele spannungsreiche Raumsituationen entstehen. Die introvertierten Wohnhöfe und die gemeinschaftlichen Frei- und Spielflächen liegen sich räumlich gegenüber und geben den Häusern eine Orientierung.

Bauarbeiten am neuen Olga-Platz.

Die Wohnungen besitzen große Loggien beziehungsweise erdgeschossige Privatgärten. Das Grundrisskonzept zeigt sich flexibel und reagiert auf unterschiedliche Lebensmuster. Jedes Baufeld hat eine eigene zugeordnete Gemeinschaftsgarage, die von der Senefelder Straße aus angefahren wird. Störender Verkehr im Wohnumfeld wird auf diese Weise auf das Mindestmaß reduziert und gewährleistet ein weitgehend autofreies Wohnumfeld.

In allen Gebäuden ist eine Belüftung über Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung vorhanden. Das auf den Dachflächen der Gründächer gesammelte Regenwasser wird in unterirdischen Zisternen zur weiteren Verwendung wie beispielsweise Toilettenspülung oder Gartenbewässerung zwischengespeichert. Als Standard wurden Nullenergiehäuser und damit eine CO2-neutrale Versorgung geplant, wofür die Nutzung von Fotovoltaik, Solarthermie und Grau- bzw. Schwarzwasserabwärme Basis ist.“

Bilder oben: Blockrandbebauung entlang der Schloss-Straße. Zwischen der stark befahrenen Straße und der Bebauung verläuft ein schmaler begrünter und baumbestandener Streifen.

Bilder oben: Erschließungswege und miteinander verbundene Höfe im Blockinneren.

Bilder oben: Baudetails; die Fassaden sind zum großen Teil verklinkert, die Wohnungen haben teilweise bodenhohe Fenster und in der Regel einen Erker, einen Balkon oder eine Loggia. Letztes Bild: Eingangsbereich an der Schloss-Straße.

Das MAX8 im Olga-Areal, 2019

Ein auf L-förmigem Grundriss errichtetes Gebäude sticht im Quartier aufgrund seiner Bauweise besonders hervor und wurde mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet (Aufnahme in die Longlist des DAM-Preises 2021, Hugo-Häring-Auszeichnung, Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg, …). Geplant hat es die architekturagentur (Stuttgart, Augsburg) für die Baugemeinschaft MaxAcht (MAX8). Das 4-geschossige Wohnhaus mit 11 Wohnungen und Gemeinschaftsräumen wurde weitgehend aus leimfreien, vorgefertigten Massivholzelementen errichtet; nur der Keller und das Treppenhaus bestehen aus (Sicht-)Beton. Die Fassade wurde mit Fichtenholzlamellen gestaltet, welche vorgegraut wurden.

Bilder oben: das weitgehend aus Holz errichtete 4-stöckige Wohngebäude MAX8.

Der neue Olga-Platz – ein städtebaulich gelungener Wurf

Zwischen der Hasenbergstraße und der Blockkante ist ein dreieckiger Bereich frei geblieben (Olga-Platz); dieser wurde begrünt und mit Bäumen bepflanzt sowie mit einer attraktiven Spielplatzlandschaft ausgestattet. Entlang der verkehrsreichen Schlossstraße blieb ebenfalls ein schmaler Bereich frei, der nun baumbestanden ist.

Der Olga-Platz wird (von den Anwohnern/innen) auch wirklich genutzt; durch die schattenspendende Bepflanzung, die Sitzgelegenheiten und den aufwändig gestalteten Spielplatz-Bereich („Olly-West“) bietet er eine hohe Aufenthaltsqualität. Direkt an den Spielplatz grenzt das Gebäude an, in dessen Erdgeschossbereich die MOSAIK Kita Olly-West untergebracht ist (siehe Bild).

Bilder oben: zwischen dem Blockrand und der Hasenbergstraße ist der dreieckige Olga-Platz entstanden. Die Erdgeschosszone wird belebt durch Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe und Gewerbe.

Bilder oben: der Spielplatz „Olly-West“ ist aufwändig gestaltet; im Hintergrund die Blockrandbebauung entlang der Hasenbergstraße.

Bilder oben: die MOSAIK Kita Olly-West öffnet sich zum Platz hin durch einen Arkadenbereich; letztes Bild: Gastronomiebetrieb an der Blockecke.

Stadtquartier Am Vogelsang, 2023

Im Stuttgarter Westen, Am Vogelsang, befand sich neben einem großen Areal, das von der Stuttgarter Straßenbahnen AG benutzt wurde, seit 1996 die Bauernmarkthalle; ursprünglich wurden hier Straßenbahnzüge abgestellt (Straßenbahndepot). Das Markt-Projekt wurde 2018 aufgegeben und die letzten Mieter zogen aus. Die Halle wurde umgebaut und Anfang 2019 eröffnete hier ein REWE-Markt. Das übrige Straßenbahnen-Gebiet wurde dann vom Stuttgarter Immobilienunternehmen Pflugfelder zusammen mit Dr. Vogg Immobilien entwickelt und zwischen 2019 und 2023 bebaut. Auf der Website von Pflugfelder kann man zu dem neuen Stadtquartier das Folgende lesen:

Zukunftsfähiges Wohn- und Gewerbequartier Am Vogelsang

(…) Auf dem ehemaligen Gelände der Stuttgarter Straßenbahnen AG sind insgesamt ca. 11.900 Quadratmeter Wohnfläche sowie sechs Gewerbeeinheiten entstanden.

Mit dem Bau von vier Punkthäusern und einem ellipsenförmigen Wohn- und Gewerbegebäude haben wir dringend benötigten Wohnraum in einer der begehrtesten Stuttgarter Citylagen verwirklicht. (…) Zur Quartiersentwicklung gehörte auch die Entwicklung der ehemaligen Bauernmarkthalle. 

Auf dem Areal hatte bereits Ende 2018 eine Filiale der Supermarktkette Rewe eröffnet. ‚Das Quartier Am Vogelsang bietet maximalen Alltagskomfort und urbane Geborgenheit für Generationen – unter den Bewohnerinnen und Bewohnern sind Familien mit Kindern, Paare, Singles und Best Ager. Wir freuen uns sehr über die Fertigstellung und das Ergebnis.‘, erläutert Julian Pflugfelder, geschäftsführender Gesellschafter der Pflugfelder Unternehmensgruppe. Darüber hinaus betont er die architektonische Ambition des Projekts: ‚Wir gestalten nachhaltig zukunftsfähige Lebensräume und legen deshalb viel Wert auf eine facettenreiche Durchgrünung und ästhetische Harmonie.

Insbesondere das ellipsenförmige Wohn- und Gewerbegebäude unterstreicht diese Ambition. Die Fassade ist aus nachhaltigen Klinkerelementen gestaltet, welche die traditionelle Baukultur im Stuttgarter Westen mit modernen ökologischen Ansprüchen verbindet. Eine platzartige Aufweitung ermöglicht den Zugang zu einem Café und einem Restaurant, eine zentrale Achse erschließt die Stadthäuser, Spielplätze und Fahrradabstellplätze.“

Bilder oben: das auf elliptischem Grundriss errichtete Wohn- und Gewerbegebäude.

Bilder oben: das elliptische Wohn- und Gewerbegebäude befindet sich direkt an der Stadtbahnlinie.

Bilder oben: die weiteren Wohngebäude im neuen Stadtquartier Am Vogelsang.

Neue Wohnbauprojekte der SWSG (2024, 2025)

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft gehört mit fast 20 Tausend Mietwohnungen im Bestand in Stuttgart zu den großen deutschen Wohnungsunternehmen in kommunaler Hand. Die Stadt Stuttgart als Alleineigner verfolgt mit der SWSG das Ziel, für eine möglichst breite Bevölkerungsschicht bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und anzubieten.

Gegründet wurde die SWSG im Jahr 1933; schon damals ging es darum, zur Linderung der Wohnungsnot bezahlbare Wohungen zu bauen. Eine zentrale Rolle spielte die SWG nach dem Zweiten Weltkrieg beim Wiederaufbau; hier war sie maßgeblich auch am Bau von großen Neubausiedlungen an der Peripherie beteiligt. Ab etwa den 1970er Jahren verlagerten sich ihr Aktivitäten zunehmend auch auf die Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes.

Zu den größeren, in letzter Zeit fertiggestellten Wohnbauprojekten gehören die neuen 5- bis 6-stöckigen Punkthäuser am Theoderichweg („Wohnen am Höhenpark“) bzw. an der Maybachstraße im Stuttgarter Norden in Nachbarschaft zum Höhenpark Killesberg oder die so genannte Keltersiedlung in Zuffenhausen. Im erstgenannten Projekt entstanden über 100 neue Wohnungen, in letzterem sogar 180.

Von den im Jahr 2025 insgesamt von der SWSG neu zur Verfügung gestellten 1780 Wohnungen wurden etwa zwei Drittel neu gebaut, bei einem Drittel handelt es sich um Modernisierungen bestehender Bauten. Neue Wohnungen entstehen bald auch auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerhospitals an der Türlenstraße; hier wurde das ehemalige Bettenhaus bereits zu Wohnungen umgebaut (2024) und modernisiert.

Bei der Modernisierung bestehender Bauten achtet die SWSG verstärkt auch eine eine gute Quartiersentwicklung, auf Verwendung nachhaltiger Baustoffe und den Bau energieeffizienter Gebäude.

„Wohnen am Höhenpark“, Wohngebäude am Theoderichweg (PLAN7 Architekten und a+r Architekten), 2025

Die SWSG hat in diesem Gebiet zusammen mit der Siedlungswerk GmbH am Theoderichweg westlich der Maybachstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Höhenpark Killesberg in mehreren Bauabschnitten ab 2015 insgesamt 14 5- bis 7-geschossige Punktwohnhäuser errichtet, mehrheitlich mit Mietwohnungen, in einem Fall auch mit (teilweise öffentlich geförderten) Eigentumswohnungen (von a+r Architekten). Fertiggestellt war das Wohnquartier 2025. Die Wohngebäude ruhen in den beiden Zügen beidseits eines mittleren begrünten Erschließungsstreifens, der sich zentral zu einem Quartiersplatz weitet, auf einem gemeinsamen, mit Klinkerfliesen gestalteten Sockelgeschoss; durch die Tiefgaragen sind die Bauten untereinander verbunden.

Alle Gebäude haben in jeder Etage Balkone bzw. Loggien. Eine ähnliche Farbgebung der Fassaden sowie die Art, Größe und Anordnung der Fenster und Balkone gibt den Bauten ein einheitliches Aussehen. Obwohl zwei unterschiedliche Architekturbüros geplant und gebaut haben (8 Gebäude stammen von a+r Architekten, 6 Gebäude und 3 Mehrfamilienhäuser nördlich des Theoderichweges stammen von PLAN7 Architekten), ist so durch die Gestaltung ein einheitlich wirkendes Gesamtbild entstanden.

Die Flachdächer sind begrünt und tragen Photovoltaikanlagen; die Gebäude entsprechen der Klasse „KfW Effizienzhaus 55“.

Im Quartier gibt es auch mehrere Spielplätze (siehe Bild) und zur Maybachstraße hin befindet sich in einem Gebäudeensemble, dem „Torhaus“ zum Quartier, neben einem Gewerbebetrieb auch eine Kindertagesstätte (die KiTa Maybachstraße). Dazu sind die beiden Punkthäuser im 1. und im 2. Obergeschoss miteinander verbunden. Im Erdgeschoss entsteht dadurch ein portalartiger Durchgang zum halböffentlichen Innenhof des Quartiers. Von diesem aus können auch die Hauseingänge der Gebäude erreicht werden.

Durch die Haltestellen Maybachstraße und Pragsattel sind die Wohnungen gut an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden, im Bereich Maybachstraße sowie in der Killesberghöhe stehen auch alle wichtigen Einrichtungen zur Nahversorgung zur Verfügung inkl. eines Ärztehauses, einer Apotheke, verschiedenen Supermärkten und einer Bankfiliale. Ein zentraler positiver Aspekt an dem Quartier ist seine Lage direkt am Höhenpark Killesberg, der über einen schmalen Fußweg fußläufig erreicht werden kann.

Bilder oben: das „Torhaus“ zum neuen Wohnquartier an der Maybachstraße: die beiden Punkthäuser sind in zwei Obergeschossen miteinander verbunden; so entsteht ein Portal für den Zugang zum Quartiers-Innenhof. Die Gebäudebrücke wird von einer speziell geformten Stütze getragen.

Bilder oben: die KiTa Maybachstraße im „Torhaus“.

Bilder oben: zwischen den Punkthäusern gibt es viel Grün und direkt vom Quartier aus führt ein Fußweg zum Höhenpark Killesberg.

Bilder oben: die Wohnbauten stehen in parallelen Reihen beiderseits eines begrünten Erschließungsweges /Innenhofes.

Bilder oben: der zentrale Erschließungsweg weitet sich in der Mitte zu einem Quartiersplatz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten.

Bilder oben: die drei Mehrfamilienhäuser östlich des Theoderichwegs; erste Bilder: während der Bauphase im Frühjahr 2021; restliche Bilder: die fertiggestellten und bezogenen Gebäude im Frühjahr 2026.

Maybach-Quartier (City Prag), ein neues gemischtes städtisches Quartier am Pragsattel (2023/24)

Bild oben: östliche Gebäudefront eines der Gebäude des Projektes „City Prag“ zum Stuttgarter „Theaterhaus“ hin.

Ein Immobilienentwicklungsunternehmen hat auf dem Stuttgarter Pragsattel in Nachbarschaft zum Höhenpark Killesberg und zum „Theaterhaus“ und dem Friedrichsbau-Varieté unter der Projektbezeichnung „City Prag – Wohnen am Theaterviertel“ ein gemischtes Wohn-/Gewerbequartier bauen lassen. Planend tätig war das Architekturbüro UNIT4 GmbH & Co. KG (Stuttgart).

Entstanden sind zwei etwas mäandernd verlaufende Gebäudekomplexe mit insgesamt 250 Wohnungen sowie ein drittes, 5-stöckiges Gebäude mit zusätzlichem Staffelgeschoss, in welchem eine Kindertagesstätte sowie Handels-/Gewerbeunternehmen untergekommen sind („das Maybach 10“). Die Wohnungen variieren stark in Größe und Zuschnitt: von Mini-Appartements bis zu 5-Zimmer- und Maisonettewohnungen ist alles vertreten.

Im Zuge der Neubaumaßnahmen wurde auch das Umfeld mit Wegen für Fahrradfahrer und Fußgänger neu gestaltet. 

Bilder oben: die neuen Gebäude der „City Prag“ während der Bauarbeiten im Jahr 2021.

Bild oben: eingerüstete Gebäude; im Hintergrund das Appartementhochhaus „Skyline Living“.

Bilder oben: das Gebäude „Maybach 10“ (im Vordergrund links) wird für eine Kindertagesstätte sowie für Gewerbe genutzt.

Das Plus-Energie-Quartier P18 in Stuttgart Bad Cannstatt, 2023

Das Plus-Energie-Quartier P18 (Prießnitzweg 18 -22) in Stuttgart Bad Cannstatt ist momentan deutschlandweit das größte Wohnbauprojekt in Holzmodulbauweise. Planende Architekten waren Werner Sobek AG und das Unternehmen AH Aktiv-Haus GmbH (Stuttgart), welches von Werner Sobek gegründet wurde. Baubeginn war 2021. Die sechs 4-5 Stockwerke hohen Gebäude wurden in kürzester Zeit errichtet (Fertigstellung 2023).

Die Plus-Energie-Eigenschaft (KfW-Standard 40 Plus) erhalten die Gebäude durch Hybrid-Solarkollektoren (für Strom und Wärme), durch Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern und an den Südfassaden, durch Heizung mit Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Vor die Module wurden für alle Wohnungen Balkone bzw. Loggien gehängt; die Brüstungen sind verglast, vertikale Lärchenholzlamellen sorgen für Schatten und Privatheit für einen Teil der Außenbereiche und erzeugen gleichzeitig ein Fassadenraster.

Bild oben: die Module sind länglich-quaderförmig und erhalten durch die schmalen Seiten Licht.

Bauträger war die SWSG (Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH); die Gebäude bieten Personalwohnungen für das benachbarte Klinikum.

Die sechs Gebäude bestehen aus insgesamt 212 Fertigmodulen mit zusammen 330 Wohnungen. Dazu haben die Planer 16 verschiedene Typen von Modulen entwickelt, welche unterschiedliche Grundrissvarianten für Wohnungen mit ein bis vier Zimmern ermöglichen. Die Module werden vor Ort miteinander verschraubt, was auch die Demontage und eine eventuelle Weiternutzung in anderer Zusammenstellung erleichtert.

Die Gebäude werden entweder über ein zwischen den Modulbauten in Massivbauweise errichtetes Treppenhaus erschlossen oder über außenliegende Treppen und Aufzugstürme zu Laubengängen.
Das Baugelände ist (teilweise) unterkellert; Keller und Tiefgarage wurden in Massivbauweise erstellt.

Bilder oben: von einem nahe gelegenen Hügel hat man einen guten Überblick über das Quartier; im Hintergrund der Stuttgarter Pragsattel mit den beiden Hochhäusern Skyline Living und dem Porsche Design Tower.

Bilder oben: im Quartier stehen sechs Holzmodulbauten; die Fassaden tragen Lärchenholz; vor die Module sind Balkone bzw. Loggien gehängt.

Bilder oben: die vertikalen Lärchenholzlamellen bilden ein lebendiges Fassadenraster.

Bilder oben: vier der sechs Bauten werden über ein zentrales Treppenhaus in Massivbauweise erschlossen.

Bilder oben: Fahrradgaragen an den Zuwegen.

Bilder oben: zentrales Treppenhaus zwischen zwei Modulbauten.

Bilder oben: die Südfassaden sind mit Photovoltaikmodulen verkleidet.

Auf der Website von AH Aktiv-Haus GmbH (Stuttgart) kann man zu dem viel beachteten Projekt das Folgende lesen:

„Aktivhaus ist der führende Komplettanbieter für serielle Holzmodulbauweise. (…)

Vielseitigkeit

Wir fertigen unsere Holzmodule in Serie und so, dass die Nutzung flexibel bleibt.
Einzelne Varianten können individuell kombiniert werden. So entstehen verschiedene Wohnungskonstellationen und Wohnungsgrößen, die zu den Menschen passen, die darin leben: Familien, Studierende, Senioren, Wohngemeinschaften, Menschen in betreutem Wohnen und andere.

Schnelligkeit und sofortige Einsatzbereitschaft

Schon ab drei Monaten nach Bestellung liefern wir unsere Module einsatzbereit an den Bestimmungsort. Möglich wird das durch die serielle, vorgefertigte Bauweise, in der wir die meisten Bauleistungen bereits erbracht haben. (…)

Flexible Nutzung und Nachnutzung

Unsere Aktivhäuser können zu unterschiedlichen Konstellationen zusammengesetzt werden und sind dadurch vielseitig einsetzbar: Ob Geschosswohnungsbau, Nachverdichtung in Baulücken oder Aufstockung bestehender Häuser und Parkdecks – die barrierefreien Module passen zu sämtlichen individuellen Umständen und bieten behaglichen Wohnraum für alle.

(…)

Unsere Module sind aus ökologischen Baumaterialien gefertigt und folgen Professor Werner Sobeks Triple Zero® – Vision:

  • Zero Energy: Ein Gebäude verbraucht nicht mehr Energie, als es im Jahresdurchschnitt aus nachhaltigen Quellen selbst erzeugt.
  • Zero Emission: Es erzeugt keine schädlichen Emissionen.
  • Zero Waste: Alle Bauteile können vollständig in biologische oder technische Kreisläufe überführt werden.

Großzügige Grün- und Gemeinschaftsflächen sowie kühlende Frischluftzufuhr zwischen den Gebäuden machen das Leben in den Wohnungen besonders angenehm. Das Plus-Energie-Quartier produziert zudem im Jahresmittel einen Energieüberschuss aus regenerativen Energiequellen und kann nahezu energieautark genutzt werden. (…) Die leichte Holzständerbauweise ermöglicht eine 75%ige Materialeinsparung gegenüber einem konventionell errichteten Gebäude. Die verwendeten Materialien können zu 98 % recycelt werden.“

Bilder oben: zwei Gebäude werden über Laubengänge und zu diesen führende Außentreppen (bzw. Aufzugstürme) erschlossen.

Umbau des Bettenhauses des Bürgerhospitals, 2024

Bild oben: das Hauptgebäude des ehem. Bürgerhospitals an der Türlenstraße.

An der Türlenstraße befand sich das zum Klinikum Stuttgart gehörende Bürgerhospital; im Rahmen einer Umstrukturierung des Kliniklandschaft in der Stadt wurde es in das Katharinenhospital und das Krankenhaus Bad Cannstatt integriert, der Klinikumsbetrieb in 2015 endgültig eingestellt. Heute ist hier ein Standort des Zentrums für Seelische Gesundheit des Klinikums Stuttgart.

Das Hauptgebäude des Bürgerhospitals wurde ursprünglich 1892 errichtet, im Zweiten Weltkrieg aber zerstört. In den Jahren 1954 bis 1959 wurde es zusammen mit weiteren Neubauten nach den Plänen der Architekten Hans und Jörg Herkommen (wieder) aufgebaut. Die markantesten neuen Gebäude waren das 15-stöckige Hochhaus an der Türlenstraße für die Mitarbeiter/innen des Krankenhauses und der mächtige Bau des Bettenhauses.

Bild oben: das ehemalige Bettenhaus des Bürgerhospitals und das Wohnhochhaus für die Mitarbeitenden.

Das Bettenhaus, ein etwa 100 Meter langer Gebäuderigel, wurde von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft nach längeren Planungen nun nicht abgerissen, sondern unter Erhalt der darin gespeicherten „Grauen Energie“ zu öffentlich geförderten Wohnungen umgebaut. Bei der Planung und den Bauarbeiten tätig war das Stuttgarter Büro sfp architekten.

Auf der Website des ausführenden Architekturbüros Sfp architekten, Stuttgart, kann man dazu das Folgende lesen:

„Das Areal des ehemaligen Bürgerhospitals in Stuttgart ist aktuell Gegenstand einer städtebaulichen Umstrukturierung. In diesem Zuge wandelt die SWSG das Hauptgebäude des ehemaligen Krankenhauses in sozialen Wohnungsbau um. Der zwischen 1954 und 1959 von den Architekten Hans & Jörg Herkommer realisierte Bau steht zum Zeitpunkt der Aufgabenstellung unter Denkmalschutz. Die Fassadenstudie sieht vor, Balkone für die neuen Wohnungen zu ergänzen und eine wärmeschutztechnische Optimierung unter Berücksichtigung der Denkmalschutzvorgaben vorzunehmen. Identitätsstiftende Fassadenelemente sollen durch die Anbringung einer Innendämmung sichtbar bleiben. Ein minimalinvasives Eingreifen ermöglicht das charakteristische Erscheinungsbild des Bauwerks weitestgehend zu erhalten.“

Bild oben: das Gebäude während der Bauarbeiten im Mai 2021.

Bilder oben: das ehemalige Bettenhaus vor dem Hintergrund der Bauten am Europaplatz.

Bild oben: Blick vom Aussichtspunkt an der Birkenwaldstraße auf das zu Wohnungen umgebaute Bettenhaus des Bürgerhospitals.

Die Stuttgarter Zeitung schrieb anlässlich der Auszeichnung des Umbauprojektes mit dem Städtebaupreis im Juli 2025 das Folgende:

„Auszeichnung für den Mut beim Umbau des Bürgerhospitals. – Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft verwandelt das Bettenhaus des Bürgerhospitals in ein Wohnhaus. Warum es dafür ein dickes Lob beim Deutschen Städtebaupreis gab.

Einen Steinwurf vom Einkaufszentrum Milaneo im Europaviertel erstrahlt er in weißem Putz – ein ungefähr hundert Meter langer Gebäuderiegel, der zum ehemaligen Bürgerhospital im Stuttgarter Norden gehört.

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft hat den Bau drei Jahre lang saniert, 2024 wurden schließlich 136 neue Wohneinheiten fertiggestellt – samt Kita, Familienzentrum und Bürgergarten. Kurzum: Besonders dringend benötigter Wohnraum ist entstanden, öffentlich gefördert ist die Mehrzahl dieser Wohnungen zudem.

Das ist die gute Nachricht. Ein schlechte gibt es nicht, denn auch die Art und Weise des Wohnungsbaus ist beispielhaft. Das ehemalige Bettenhaus des Bürgerhospitals wurde für das Projekt nämlich nicht abgerissen, was durchaus zur Debatte stand, sondern umgebaut.

Aus langen Gängen und zahllosen Warte- und Krankenzimmern gestaltete man ansprechenden Wohnraum. Überall dort, wo die Bausubstanz es ermöglichte, wurde der Bestand gerettet, konnte Graue Energie erhalten werden. Was sicher eine architektonische wie auch finanzielle Herausforderung war – und schlussendlich gemeistert wurde.

Diese Investition und das Engagement beim Bauen im Bestand wurde nun beim Deutschen Städtebaupreis gewürdigt, die dritte gute Nachricht also. Für die gelungene Verbindung aus Denkmalschutz, sozialer Vielfalt und nachhaltiger Bestandsentwicklung gab es für die SWSG in der Kategorie Sonderpreis ‚Umbaukultur in der zirkulären Stadt‘ eine besondere Belobigung.“

Bilder oben: für den Umbau zu Wohnungen wurden auch Balkone an den Fassaden ergänzt. 

Bilder oben: einen markanten Akzent setzt das Treppenhaus; der Haupteingang wird geschützt durch ein weit auskragendes Vordach.

Bilder oben: Baudetails.

Bilder oben: Südfassade des ehemaligen Bettenhauses; hier gibt es auch einen großen Kinderspielplatz.

Bilder oben: die westliche Schmalseite des Gebäudes mit den neu gestalteten Balkonen.

Keltersiedlung Zuffenhausen, 2025

Im Stadtteil Zuffenhausen entstand in den Jahren 2019 bis 2025 in zwei Bauabschnitten mit der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) als Bauherr ein neues Wohnquartier in der Nähe des Kelterplatzes. Dazu wurde eine 1937 hier errichtete Reihenhaussiedlung mit ca. 100 Wohnungen abgerissen. Diese Gebäude ließen sich aufgrund ihres schlechten Zustandes nicht mehr wirtschaftlich sanieren; hinzukam, dass auch strukturelle Defizite bestanden, was etwa die Barrierefreiheit oder das Stellflächenangebot anbelangt. Im neuen Quartier kommen nun 180 Wohnungen unter, was eine Nachverdichtung des Areals bedeutet. Gut die Hälfte davon ist öffentlich gefördert.

Den 1. Preis beim Architekturwettbewerb erhielt in beiden Abschnitten die EMT Architektenpartnerschaft mbB zusammen mit ORplan Partnerschaft für Architektur und Städtebau mbB (für die Freiflächengestaltung).

Im Sommer 2025 konnte auch die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts gefeiert werden.

Die 6 Gebäude des 1. Bauabschnittes befinden sich an der Langenburger und Möckmühler Straße; parallel dazu verläuft die Künzelsauer Straße; an ihr und südlich der Schöntaler Straße liegen die 8 Gebäude des 2. Bauabschnitts. Durch die Anordnung der Gebäude bilden sich mehrere so genannte „Wohnhöfe“, die mit Spielgeräten und Sitzgelegenheiten (in jeweils unterschiedlichen Farben pro Wohnhof) ausgestattet sind. Im ganzen Areal gibt es etwa 130 Tiefgaragenplätze, ein Teil davon verfügt über Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge.

Zum Bild: die Baukörper sind durch eine vertikale Bauteilfuge getrennt; hier befinden sich auch die Hauseingänge.

Bild oben: einer der „Wohnhöfe“ im neuen Quartier. Hier kann man sich zum miteinander Plaudern treffen und für die Kinder stehen Spielgeräte auf einem weichen Gummiboden zur Verfügung.

Zur Feier der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts schreibt die SWSG auf ihrer Website im Juli 2025 das Folgende: 

(…) „Mit dem Abschluss des Projekts stehen 180 moderne Wohnungen für rund 400 Menschen zur Verfügung – ein lebendiges Quartier, das bezahlbaren Wohnraum und hohe Lebensqualität vereint. Ein grünes Quartier mit großzügigen Außenanlagen und einer gelungenen Mischung aus unterschiedlichen Wohnformen – so präsentiert sich die Keltersiedlung heute. Neben den 180 Wohnungen, darunter eine Pflege-WG, wurden auch 138 Tiefgaragenstellplätze geschaffen. Bereits zum Jahreswechsel 2021/2022 konnten die ersten 63 Wohnungen vermietet werden, im vergangenen Jahr folgten weitere 117 Einheiten, die nun vollständig bezogen sind.

Durch den SWSG-Neubau wurde eine gelungene Nachverdichtung ermöglicht, die sowohl mehr Wohnraum als auch aufgrund der klugen Gestaltung der Außenanlagen grüne Räume und Orte zur nachbarschaftlichen Begegnung schafft.“ (…)

Bilder oben: die Gebäude im Bauabschnitt 2 der Keltersiedlung.

Bilder oben: Gebäude der Keltersiedlung in Stuttgart-Zuffenhausen; zwischen den Bauten gibt es Erschließungswege, viel Grün und so genannte „Wohnhöfe“ mit Spielgeräten für Kinder und Sitzmöglichkeiten.

Das ausführende Architekturbüro EMT Architektenpartnerschaft mbB  schreibt auf seiner Website zu dem Projekt das Folgende:

„Tragende Idee des städtebaulichen Konzeptes ist die Gruppierung der Gebäude um fünf Wohnhöfe. So bilden sich jeweils überschaubare Nachbarschaften mit einer Abstufung von öffentlichen, gemeinschaftlich genutzten und privaten Außenräumen. Die Neubebauung fügt sich aufgrund der städtebaulichen Komposition und der Körnung der Gebäude sehr gut in die Umgebung ein. Die windflügelartige Anordnung der Gebäude erlaubt eine prägnante Raumbildung bei gleichzeitig sehr guter Belichtung der Höfe und der Wohnungen. Die Bebauung entwickelt eine lebendige Höhenstaffelung mit drei und viergeschossigen Gebäudeteilen. 

Frei finanzierte Wohnungen und Sozialmietwohnungen verteilen sich gleichmäßig über das Gebiet und bilden die Ziele des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells einer kleinräumigen sozialen Mischung sehr gut ab. Positiv bewertet werden die beiden zu den Innenhöfen orientierten Gemeinschaftsräume, die als Mietertreffs ausgebildet sind. Hier kann sich ein reges Quartiersleben entfalten. Der bestehende Grünraum entlang der Künzelsauer Straße wird in seiner Wirkung verstärkt durch das Zurücksetzen der Wohnhöfe nach Westen. Es entsteht ein gut nutzbarer öffentlicher Grünraum an der Künzelsauer Straße, die hier als Spielstraße ausgewiesen ist.“

Speziell zum 2. Bauabschnitt kann man auf derselben Website lesen:

„Der 2. Bauabschnitt befindet sich westlich des Grünzugs an der Künzelsauer- bzw. Schöntaler Straße. Gegenüber dem 1. Bauabschnitt ist dieses Baufeld deutlich größer. Dieses gliedert sich in zwei Gebäudegruppen aus freistehenden Wohnzeilen, die jeweils flügelartig einen begrünten, gemeinschaftlich nutzbaren Wohnhof mit Kinderspielflächen umschließen.“

Bilder oben: Möblierung und Spielgeräte der fünf „Wohnhöfe“ sind stets in einer anderen Farbe gehalten.

Zu den Bildern: die Gebäude der Keltersiedlung sind drei- bis viergeschossig; die durch vertikale Bauteilfugen getrennte Gebäudeteile differieren z. T. in der Geschossigkeit.

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