New York Neue Architektur

Neuere (und historische) Architektur im Stadtteil Brooklyn

Neuere Architektur in Manhattan / neue Hochhausbauten

Gebaut wurde in New York immer; es gab aber stets Phasen stürmischen Wachstums und verhaltenerer Entwicklung. Immer mal wieder wurde New York auch tot gesagt wegen negativer Entwicklungen, welche die Metropole in ihrer Bedeutung schwinden lassen würde. Aber das hat sich alles langfristig nicht bewahrheitet. Selbst während und nach der Corona-Pandemie, die New York stark getroffen hat, ist die Bautätigkeit nicht nennenswert eingebrochen; allerdings könnte es sein, dass zukünftig weniger Bürokapazitäten in der Stadt benötigt werden, wenn Angestellte im Home-Office arbeiten.

Einen Einschnitt in der Stadtbaugeschichte bewirkte allerdings die Katastrophe der Anschläge auf das World Trade Center im September 2001. Auch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 schränkte die Bautätigkeit in New York vorübergehend ein.

In den letzten Jahren hat sich das dramatisch geändert: sowohl im südlichen Manhattan im Bereich des World Trade Center, als auch im Bereich TriBeCa und vor allem südlich des Central Park (57th Street) wurde heftig (in die Höhe) gebaut. Viele Neubauten, auch Wolkenkratzer, entstanden in Brooklyn (im Bereich deKalb Avenue) oder in Queens entlang des Ufers zum East River.

Nachfolgend wird eine Auswahl an neueren Gebäuden (etwa ab der Jahrtausendwende) dargestellt; insbesondere die Tendenz zum Bau immer schlankerer Wolkenkratzer hat in neuester Zeit deutliche Spuren in der Hochhaus-Silhouette Manhattans hinterlassen.

Zum Bild: 2016 wurde der Wolkenkratzer 432 Park Avenue als erstes der „superschlanken“ Gebäude von Rafael Viñoly Architects fertiggestellt.

Kleine Architektur vom großen Architekten – Jane’s Carousel (2011)

Jane’s Carousel (Jane’s Karussell) steht am Ufer des East River im Brooklyn Bridge Park im Stadtteil DUMBO in Brooklyn zwischen der Manhattan Bridge und der Brooklyn Bridge.

Die ganze Geschichte zum Bau einer Schutzhalle kann man nachlesen bei Vladimir Belogolovsky in seinem Buch „Architectural Guide New York“ (DOM publishers, Berlin 2019).

Das Karussell wurde ursprünglich 1922 von der Philadelphia Toboggan Company gebaut, der weltweit größten Firma, die Fahrgeschäfte (Achterbahnen, Karussells,…) herstellt. Das Karussell wurde dann im Idora Park in Youngstown (Ohio) aufgestellt. Als der Park 1984 geschlossen wurde, kaufte der Immobilien-Entwickler Daniel Walentas das historische Schmuckstück.

Walentas war vor allem als Entwickler des Stadtteils DUMBO (Down Under the Manhattan Bridge Overpass) aufgetreten. Für den hier angelegten Brooklyn Bridge Park suchten er und seine Frau Jane noch eine Attraktion, die sie in dem zum Verkauf stehenden Karussell aus dem Idora Park fanden. Nach intensiver, aufwändiger und teurer Restaurierung wurde das Karussell mit seinen 48 Pferden auf einem Sockel gestellt und der französische Architekt und Pritzker-Preistäger Jean Nouvel mit der Konstruktion einer Schutzeinhausung beauftragt.

Die von ihm entworfene quadratische Halle (Fertigstellung 2011) hat auf allen vier Seiten Wände aus Acrylglas; das Dach stützt sich auf vier Rundstützen. Es hat ebenfalls einen verglasten Bereich; dieser ist rund und hat genau den Durchmesser des darunter stehenden Karussells. Die Nord- und Südwand der Halle kann an heißen Tagen geöffnet werden.

Dass gerade einer der bekanntesten und gefragtesten Architekten darum gebeten wurde, diesen für seine Verhältnisse doch eher kleinen Bau zu entwerfen, soll einerseits an seiner Expertise im Entwurf gläserner und luftiger Bauten gelegen haben und andererseits daran, dass Nouvel bereits früher für Walentas ein Gebäude hätte errichten sollen, das dann aber nie realisiert wurde. 

Bild oben: der französische Architekt und Pritzker-Preisträger Jean Nouvel hat die Schutzhalle um Jane’s Karussell herum geplant.

Neubauten am Columbus Circle

Der Columbus Circle ist ein großer Platz am Südwestende des Central Park, an dem mehrere Straßen in Form eines Kreisverkehrs aufeinander treffen: der Broadway, die Eighth Avenue sowie die Straßen Central Park South und Central Park West; inmitten des Kreisverkehrs steht auf einer Säule die Figur von Christoph Kolumbus, dem  „Entdecker“ Amerikas. Das Denkmal wurde 1892 (400 Jahre nach seiner Fahrt 1492 in die Karibik) aufgestellt. Die Rolle von Kolumbus und sein Umgang mit der vorgefundenen indigenen Bevölkerung ist heute sehr umstritten und zeitweise wurde ein Abriss des Denkmals erwogen.

Von der Bebauung auffällig sind besonders die beiden Hochhausbauten, die 2004 fertiggestellt und von David Childs (vom Architekturbüro Skidmore, Owings und Merrill) entworfen wurden. Es handelt sich um die ersten größeren Gebäude, die nach dem Schock der Anschläge vom 9. September 2001 neu erbaut wurden. Der Gebäudekomplex diente zunächst dem Times Warner Konzern als Sitz, wird aber mittlerweile von der Deutschen Bank (Deutsche Bank Center) genutzt; mit dem Zwillingsturmprinzip besteht damit ein Bezug zum Hauptsitz der Bank in Frankfurt.

Bild oben: Weltkugel-Skulptur von Kim Brandell vor den Zwillingstürmen des Deutsche Bank Center.

Bilder oben: das Deutsche Bank Center am Columbus Circle und die Weltkugel-Skulptur von Kim Brandell.

Bilder oben: früher Sitz von Times Warner, jetzt Deutsche Bank Center: der Gebäudekomplex mit den markanten Zwillingstürmen am Columbus Circle; in Platzmitte steht auf einer Säule ein Kolumbus-Denkmal.

Bilder oben: die Zwillingstürme des Deutsche Bank Center am Columbus Circle.

Bilder oben: in den unteren Geschossen ist ein Einkaufszentrum untergebracht mit einem zum Columbus Circle hin deckenhoch verglasten Atrium.

Neue Gebäude an Astor Place und Cooper Square

Der Bereich Cooper Square / Astor Place wurde zwischen 2013 und 2016 (auch im Bezug auf die Straßenführung) umgestaltet, neue Gebäude waren im Umfeld entstanden, so das neue Akademiegebäude der Cooper Union oder das Hotel „The Standard“ (2008), der Astor Place Tower (2005) und das Bürogebäude 51 Astor Place (2013).

Der Astor Place Tower steht am spitzen Ende eines dreieckigen Platzes; Architekt Charles Gwathmey entwarf das 21-stöckige Wohnhochhaus mit Glasfassade und einer Filiale der Chase Bank im Erdgeschoss. Auf dem Platz nördlich des Gebäudes befindet sich die Großplastik „Alamo“ (auch „Astor Place Cube“) von Tony Rosenthal. Es handelt sich dabei um einen auf einer Ecke stehenden Stahlwürfel. Schräg gegenüber dem Astor Place Tower befindet sich in der 444 Lafayette Street das 1876 errichtete eklektizistische Astor Place Building.

Bilder oben: auf dem dreieckigen Platz, der am Übergang von der aus Norden kommenden 4th Avenue und den sich hier aufspaltenden Straßen (Lafayette Street und Cooper Square) entsteht, befindet sich Stahlskulptur „Alamo“ von Tony Rosenthal; sie wurde 1967 aufgestellt und sollte eigentlich nur temporär verbleiben; da war der „Astor Place Cube“ der Anwohnerschaft aber schon so ans Herz gewachsen, dass der schwarze Koloss bis heute hier ruht.

Bilder oben: an der Ecke Lafayette Street / Astor Place steht seit 1876 das von Griffith Thomas im eklektizistischen Stil errichtete Astor Place Building (444 Lafayette); die Fassade ist mit Terrakottaelementen prachtvoll gestaltet.

Bild oben: Blick vom Astor Place nach Norden entlang der 4th Avenue: im Vordergrund verdecken zwei der vier Backsteintürme der Zeckendorf Towers (auch One Union Square West), einem 29-stöckigen Wohnkomplex am Union Square (von Davis, Brody & Associates fertiggestellt 1987) teilweise den Blick auf das Empire State Building; rechts ragt der Madison Square Park Tower auf, ein 2017 nach den Plänen von Kohn Pederson Fox fertiggestelltes Hochhaus.

Bild oben: der Sockel des Astor Place Tower; im Hintergrund rechts die Lafayette Street mit dem Astor Place Building – Kontrastprogramm aus dem Baujahr 1876…

Bilder oben: der Astor Place Tower, der 2005 von Charles Gwathmey hier errichtet wurde. In der Architekturkritik erhielt das Gebäude auch kritische Kommentare; so schrieb „The New Yorker“ im Jahr seiner Fertigstellung von einem „grünen Monster“, das nicht so recht in die Umgebung passe.

Bilder oben: in der gewellten und grünlich getönten Glasfassade des Astor Place Tower spiegeln sich Nachbargebäude.

51 Astor Place

Das weitgehend für Büros benutzte und 56 Meter hohe Gebäude 51 Astor Place wurde nach Plänen des japanischen Architekten Fumihiko Maki an der Schnittstelle von 3rd Avenue und 4th Avenue erbaut und 2013 der Nutzung übergeben. (Maki hat auch das Gebäude 4 World Trade Center zu verantworten). Im Erdgeschoss des Bürohauses gibt es auch Einzelhandelsgeschäfte, womit es sich für die Öffentlichkeit öffnet. Die Fassadenflächen des komplex geformten Gebäudes sind unterschiedlich gestaltet, teils aus dunklem Glas, teils (zur 3rd Avenue hin) aus Glas mit silberfarbenen vertikalen Lamellen, die der Fläche vorstehen und je nach Blickrichtung zu ganz unterschiedlicher optischer Wirkung  führen.

Die Geometrie des Baukörpers ist äußerst komplex; zur 8th Street / Astor Place hin ist das Gebäude viel schmaler als entlang der 9th Street; der Grundriss stellt also ein (unsymmetrisches) Trapez dar; bis an einer Gebäudeecke stoßen die Seitenwände nicht im rechten Winkel zusammen. Zudem ist das Gebäude unterschiedlich hoch: am höchsten (13 Stockwerke) entlang der 4th Avenue und am niedrigsten (nur 4 Stockwerke) zur 3rd Avenue hin; die abgetreppten Gebäudevolumina bilden ebenfalls nicht-triviale Formen: ein verschobenes Rechteck, ein Dreieck und ein unregelmäßiges Pentagon. Statiker und Bauarbeiter/Handwerker, welche diese komplizierten Formen umsetzen mussten, waren also sehr gefordert… Wie der Astor Place Tower und das Hotel „The Standard“ East Village ist und war auch das Gebäudedesign von 51 Astor Place bei Architekturkritikern und der Einwohnerschaft nicht unumstritten.

Zum Bild: der 13-stöckige Gebäudeteil zur 4th Avenue hin; im Vordergrund der „Astror Place Cube“ von Tony Rosenthal.

Bilder oben: nach Osten, zur 3rd Avenue hin ist die Fassade des höchsten Gebäudeteils unterschiedlich gestaltet; der von unten als Dreieck wahrgenommene oberste Gebäudeteil ist eigentlich ein fast quaderförmiger zweistöckiger Gebäudeaufsatz, der parallel zur 4th Avenue ausgerichtet ist; hier ist die Gebäudetechnik untergebracht.

Bilder oben: eine dreieckige Fläche der Fassade ist in dunklem Glas ausgeführt, die Restfläche mit vertikalen Lamellen und schmalen, die Vertikale betonenden Glasscheiben.

Bilder oben: in der Fassade von 51 Astor Place spiegelt sich das gegenüberliegende historische Gebäude 770 Broadway, welches zwischen 1903 und 1907 vom Architekten, Stadtplaner und Förderer der Beaux-Arts-Bewegung Daniel Hudson Burnham in eben diesem Stil errichtet wurde. Burnham gehörte zusammen mit seinem Geschäftspartner John Wellborn Root (Architekturbüro Burnham and Root) in Chicago zu den Pionieren des Wolkenkratzerbaus; außerdem  organisierten sie die legendäre Weltausstellung 1893 in Chicago. Burnham ist auch der Vater des „Flatiron Building“ in New York; mit dem „Plan of Chicago“ beeinflusste er maßgeblich die zuküftige Stadtentwicklung in Chicago.

Das Hotel „The Standard / East Village“ (vormals Cooper Square Hotel)

Das Gebäude des Hotels „The Standard“ ragt am Cooper Square mit einer Fassade aus geschliffenem (und daher milchig wirkendem) Glas und Aluminium 21 Stockwerke in die Höhe. Zum Cooper Square hin wölbt sich die Fassade des Gebäudes stark nach außen und in den obersten Stockwerken kragt das Haus zu den Nachbargebäuden entlang der 5th Street hin weit aus.

Seine sehr spezielle Form hat dem Gebäude zu Bezeichnungen wie „Eisberg“ oder „Haifischflosse“ verholfen. Das Gebäude wurde von Carlos Zapata Studio entworfen und 2008 fertiggestellt.

Zum Bild: das Hotelgebäude; im Hintergrund das neue Akademiegebäude des privaten Colleges der Cooper Union.

Bild oben: das 21-stöckige Hotel „The Standard“ / East Village und ein benachbartes Appartementgebäude am Cooper Square.

Bild oben: Carlos Zapata von Carlos Zapata Studio (CZS) entwarf das sehr eigentümlich geformte Gebäude mit der Auskragung in der obersten Nutz-Etage.

Bild oben: Aluminium und geschliffenes Glas bilden die Gebäudefassade.

Bild oben: von der East 5th Street aus sieht man die Auskragung des Gebäudes in der obersten Nutzetage.

Ausgezeichnete Architektur: der Hearst Tower

Der zwischen 2003 und 2006 errichtete  Hearst Tower von Norman Foster wurde 2008 mit dem „Best Highrise“-Preis des Deutschen Architektur-Museums (DAM) ausgezeichnet. 

Auf der Website des Tagessspiegel kann man dazu lesen: „Das 182 Meter hohe Gebäude setze einen neuen Akzent in der New Yorker Skyline, urteilte die international besetzte Jury. Der auf einen historischen Sockelbau aufgesetzte Turm des Medienkonzerns Hearst besteche durch seine expressive Gestalt und setze einen ’neuen Maßstab für Bürogebäude in der Metropole der Wolkenkratzer‘.

Lord Norman Foster, der zu den Stararchitekten in der Welt zählt, sagte vor der Preisverleihung, der Umgang mit historischen Bauwerken verlange einen respektvollen Umgang mit deren Geschichte. Er wollte die Auszeichnung, die zum dritten Mal vergeben wird, am Freitag in der Frankfurter Paulskirche entgegennehmen. Sein Architekten-Büro hat in Frankfurt in den 90er Jahren auch den 260 Meter hohen Commerzbank Tower gebaut.“

Der Turm sitzt auf dem historischen Art Déco-Gebäude des Firmensitzes des Medienkonzerns Hearst Corporation aus dem Jahr 1928 von Joseph Urban auf. Der Hearst Tower befindet sich an der Ecke 57th Street/8th Avenue und ragt 182 Meter in die Höhe.

Zum Bild: die tragende Stahlstruktur besteht aus lauter Dreiecken. Das Design des Turms macht das Gebäude zu einem unverwechselbaren Bauwerk und kann daher als „Signature Building“ bezeichnet werden.

Bild oben: der 2006 von Norman Foster fertiggestellte Hearst Tower ist auch von der Aussichtsplattform „Top of the Rock“ des Rockefeller Centers zu sehen; sein Design macht ihn unverwechselbar.

Bild oben: der Turmbau von Norman Foster sitzt auf dem historischen 6-stöckigen Gebäude der Hearst Corporation auf; es wurde 1928 im Art Déco-Stil von Joseph Urban erbaut.

Bilder oben: auf der Website Baunetz.de kann man zur Struktur des Hearst Tower das Folgende lesen: „Fosters Aufgabe bestand darin, 100.000 Quadratmeter Bürofläche über dem bestehenden Art-Deco-Gebäude der Firma unterzubringen. Das auf Dreiecken und Rauten aufgebaute Tragwerk ist in der Fassade durch Edelstahllinien ablesbar. Die gefaltete Fassade springt in den Ecken vor und zurück und hat deshalb kaum Ähnlichkeiten mit üblichen Vorhangfassaden.
Das von Foster „Diagrid” getauft diagonale Netz aus Trägern bildet sich mit vierstöckigen Dreiecken auf der Fassade ab. Das Gebäude wirkt dadurch zugleich skulptural und logisch. Die kristalline Geometrie des 42 Stockwerke hohen, im Grundriss rechteckigen Wolkenkratzers führt dazu, dass in jedem achten Stockwerk die Scheiben an fünf Punkten zusammen kommen.“

Bilder oben: der auf dem historischen Sockelgebäude aufragende Hearst-Tower. In Frontalansicht kann man die von Foster als „Diagrid“ bezeichnete Geometrie der Trägerkonstruktion besonders gut nachvollziehen.

Bilder oben: der Hearst Tower von Norman Foster (2006).

Bilder oben: die Edelstahlrippen der Fassade spiegeln sich auch in benachbarten Gebäuden; letztes Bild: im Hintergrund ragt der City Park Tower auf.

Das Akademische Zentrum der Cooper Union

Am Cooper Square / Astor Place im East Village hat die Cooper Union, ein renommiertes privates College, ihren Schulcampus. Gegründet wurde die Cooper Union 1859 von Peter Cooper (1791 – 1883), einem Erfinder, Unternehmer (u.a. Bau von Lokomotiven) und Philantrop; hier wurden für die arbeitende Bevölkerung kostenlos Kurse in Wissenschaft, Technik und Kunst angeboten. Heute betreibt die Organisation eine Hochschule, die einer erlesenen Auswahl von Studierenden ein gebührenfreies Lernen ermöglicht.

Thom Mayne von Morphosis und Cruzen Samton Architects haben 2009 nach dreijähriger Bauzeit für die Cooper Union ein neues Akademisches Zentrum errichtet, in welchem die drei Sparten, welche die Schule anbietet, untergebracht sind: die künstlerischen, die geisteswissenschaftlichen und die Architektur-Abteilungen. Im Gebäude gibt es auch ein Auditorium, eine Galerie für Ausstellungen und im Erdgeschoss sind auch Geschäfte untergebracht.

Auffallend an dem Gebäude ist seine komplex geformte, gefaltete und stark zerklüftete Fassade aus rostfreiem, gelochtem Stahl und Glas. Die Fassade spiegelt die Strukturen im Inneren des Gebäudes wieder: hier kommt man durch den Haupteingang in ein Atrium, welches sich 9 Stockwerke hoch bis zum obersten Geschoss des Gebäudes öffnet, eine breite Treppe und Verbindungswege und -brücken erschließen die Räumlichkeiten.

Zum Bild: südlich des historischen Gebäudes der Cooper Union (Cooper Union Foundation Building) befindet sich am Cooper Square ein kleiner Park auf dreieckigem Grundstück, in dem Peter Cooper ein Standbild gewidmet ist.

Bilder oben: das Gründungsgebäude der Cooper Union am Cooper Square.

Bild oben: die Stahl-Lochblech-Fassade des Akademiegebäudes der Cooper Union; im Hintergrund Nachbargebäude an der 3rd Avenue.

Bilder oben: das Akademiegebäude der Cooper Union.

Bilder oben: die Lochblech-Fassade des Cooper Union Akademie-Gebäudes mit Sonnenschutzeinrichtung.

Bilder oben: die Südwestecke des Gebäudes und die 3rd Avenue. Das Gebäude soll von der Architekturkritik – je nach Geschmack der Betrachtenden – entweder als schönstes oder als hässlichstes Gebäude New Yorks charakterisiert worden sein. Jedenfalls wurde ihm die bei der Planung beabsichtigte Aufmerksamkeit zuteil.

8 Spruce Street (zunächst unter der Bezeichnung Beekman Tower geführt)

Zwischen 2006 und 2009 wurde an dem 76-stöckigen, 265 Meter hohen Hochhaus gebaut, 2011 wurde das Gebäude eröffnet. Es wurde von Frank Gehry im Stil des Dekonstruktivismus entworfen und besteht aus einem mehrstöckigen Sockelgebäude und einem Turm mit T-förmigem Querschnitt, der sich nach oben hin in drei Stufen verjüngt. Das neue, gemischt genutzte Hochhaus befindet sich im südlichen Manhattan in der Nähe der Auffahrt zur Brooklyn Bridge, zum Civic Center District und der Pace University.

Unmittelbare Nachbarn des Hochhauses sind der Park Place Tower (früher American Tract Society Building) von 1895, sowie das Gebäude 41 Park Row (von 1885), in welchem bis 2007 die New York Times residierte. Auch das ganz mit roten Terrakotta-Tafeln verkleidete und heute als Wohngebäude benutzte Potter Building von 1886 befindet sich in der Nachbarschaft.

Das sechsstöckige Sockelgebäude beherbergt eine Schule und ein Pflegezentrum für das benachbarte New York Downtown Hospital.

Im 6-stöckigen Sockelgebäude ist unter anderem eine Grundschule (Bruce Street School) untergebracht.

Die Gehry-typische Besonderheit des Wolkenkratzers ist seine aus glänzenden Edelstahlpaneelen und Glas bestehende Fassade; sie ist auf einer Gebäudeseite (der Südseite) ganz eben, auf den anderen wirft die Oberfläche deutliche „Falten“ und wirkt so wie ein textiler Überwurf. Da sich in der matt glänzenden Fassade nicht nur umgebende Bauten, sondern vor allem auch der blaue Himmel und Wolken spiegeln, wird die Präsenz des Hochhauses in der Silhouette des südlichen Manhattan oftmals etwas verschleiert. Im Turm sind über 900 Wohnungen untergebracht.

Bilder oben: historische Hochhausbauten aus der Zeit Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts als Nachbarn: (erstes Bild) der Park Place Tower und das von der New York Times lange genutzte Gebäude 41 Park Row (New York Times Building); zweites Bild: das mit roten Terrakotta-Elementen verkleidete Potter Building mit dem Gehry-Hochhaus im Hintergrund.

Bilder oben: Blick von der Brooklyn Bridge auf den Wohnturm 8 Spruce Street und vom City Hall Park aus.

Bilder oben: die Südfassade des Turms ist eben; über die anderen Seiten ziehen sich Falten wie von einem Gewand. Je nach Blickwinkel, Tageszeit und Wetter wirkt die reflektierende Edelstahlfassade stets wieder anders.

Bilder oben: in Nachbarschaft von 8 Bruce Street befindet sich die Pace University; im Sockelgebäude sind eine Schule und Räume für ein benachbartes Hospital untergebracht.

Bilder oben: Faltenwurf auf der Gebäudefassade.

Das American Copper Building

befindet sich etwas südlich des Hauptquartiers der Vereinten Nationen zwischen East River und 1st Avenue. Das Hochhauspaar (166 m und 145 m hoch) wurde von 2014 bis 2017 nach Plänen von SHoP Architects (Sharples Holden and Pasquarelli) erbaut. Die Fassade besteht z. T. aus Kupferblechen, woher das Gebäude auch den Namen bezieht. Die beiden Wohntürme sind nicht rein quaderförmig, sondern neigen sich in etwa der Höhenmitte etwas aufeinander zu und weichen dann wieder voneinander fort; an der Stelle größter Nähe sind sie durch eine 3-stöckige Brücke (Skybridge) miteinander verbunden, was einerseits einen statischen Zweck erfüllt, zum anderen aber auch für die Bewohner/innen eine Verbindung schafft, welche nicht nur Gebäudetechnik beherbergt, sondern auch eine Bar, ein Fitness-Studio und einen Pool. 

Zum Bild: östlicher Gebäudeeingang.

Bilder oben: das Copper Building von der 1st Avenue aus gesehen.

Bilder oben: die Sky Bridge, welche die Gebäude in etwa halber Höhe verbindet; sie beinhaltet u.a. eine Bar, ein Fitness-Studio und einen Pool, in dem man vom einen zum anderen Turm schwimmen kann.

Bilder oben: die Sky Bridge zwischen den beiden Wohntürmen und die aus Kupferblechen und getöntem Glas bestehende Fassade.

Bilder oben: mit einem „tanzenden Paar“ werden die beiden aufeinander zu geneigten Wohnhochhäuser verglichen.

Bilder oben: Blick von der 36. Straße auf die Wohntürme und Ansicht der Sky Bridge von unten.

Der Mietwohnungskomplex „VIA 57 West“ von Bjarke Ingels (BIG)

Dieser Text über den Mietwohnungsbau „VIA 57 West“ wurde erstellt mit Informationen aus dem Buch „Best Highrises 2016/17“ vom Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM), 2016 erschienen bei der jovis Verlag GmbH, Berlin.

In der 57. Straße, der mittlerweile (wegen der vielen neuen Wohntürme mit sündhaft teuren Appartement-Wohnungen) oft als „Billionaire’s Row“ bezeichneten Ost-West-Verbindung zwischen East River und Hudson River etwas südlich des Central Park befindet sich ganz am Hudson-Ufer seit 2016 ein in seiner Form sehr ungewöhnlicher Mietwohnungs-Komplex. Das Projekt „VIA 57 West“ wurde im Jahr der Fertigstellung vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt mit dem International Highrise Award ausgezeichnet und in der Würdigung als „Baukörper-Skulptur“ bezeichnet.

Geplant und gebaut wurde das VIA 57 West von Bjarke Ingels (Bjarke Ingels Group / BIG / Kopenhagen, New York). Bei dem einen ganzen rechteckigen Block mit den Maßen 145 x 55 Meter einnehmenden Gebäude handelt es sich um eine Mischung aus Hochhaus und europäischer Blockrandbebauung. Das Haus hat eine unsymmetrisch pyramidale Form, welche zunächst flach und dann steiler ansteigt, wobei die Nordost-Ecke mit 142 Meter (34 Stockwerke) am höchsten aufragt.

Zum Bild: Blick auf die Nordost-Ecke des „VIA 57 West“; davor das Appartementhaus „Frank 57 West“ und das Appartementhochhaus „HELENA“, links im Bild.

Im Übrigen umfängt das Gebäude einen allen seinen Bewohnern/innen zugänglichen begrünten Innenhof, der sich im Westen mit einem Ausblick zum Hudson hin öffnet.

Bei den ca. 700 Wohnungen im Gebäude handelt es sich durchweg um Mietwohnungen; ein Teil davon (140) wird im Rahmen einer Vereinbarung mit der Stadt New York zu stark reduzierten Mieten als so genannte affordable rental units angeboten („erschwingliche Mietwohnungen“). Bauherr und Eigentümer des Projekts ist die Durst Organization.

Das Appartementgebäude entstand nach mehrjähriger komplizierter Planungszeit in einem eher industriell genutzten Umfeld: zwischen einer Müll-Recyclinganlage und einem Elektrizitätswerk im Norden und Süden und dem mehrspurigen Joe DiMaggio-Highway am Hudson im Westen.

In direkter Nachbarschaft zum VIA 57 West befindet sich ein weiteres Appartementhochhaus („The Helena“) der Durst Organization, dem der Neubau nicht zu sehr die Sicht auf den Fluss nehmen sollte (und ein weiteres 7-stöckiges Appartementhaus desselben Projektentwicklers, das „FRANK 57 West). Einige Straßen weiter südlich befinden sich die neuen Hochhäuser der Hudson Yards.

 

Zum Bild: Die Nordostecke des Gebäudes ragt über 140 Meter in die Höhe.

Der Eigentümer und Bauträger wollte, dass sich der neue Mietwohnungskomplex von der quaderförmigen Architektur typischer Bürotürme unterscheiden sollte; das ist mit dem Entwurf von BIG auf jeden Fall gelungen!

In dem neuen Wohnungskomplex kommt Licht auch in die meisten Räume in den unteren Geschossen, weil sich das Bauvolumen einerseits um einen großen Innenhof gruppiert und andererseits in die aus mattem Edelstahl bestehende Dachhaut der Pyramide bzw. in die Fassaden Balkone / Loggien / Terrassen eingeschnitten sind. Die unteren (Sockel-)Geschosse des VIA 57 West sind weitgehend verglast und nehmen Einzelhandel, Gastronomie sowie Gemeinschafts- und Serviceeinrichtungen für die Mieter/innen auf.

Beim Gebäudedesign soll sich der Bauherr Douglas Durst von ähnlichen Wohnbauten von Bjarke Ingels inspiriert haben lassen, die in Kopenhagen im ganz neuen Stadtteil Ørestad entstanden sind: das terassenförmige Haus „Bjerget“ sowie die VM-Häuser (deren Grundriss den Buchstaben V bzw M entspricht).

Das terassenförmige Wohngebäude "Bjerget" in Kopenhagen/Ørestad, ebenfalls ein Werk der Bjarke Ingels Group, soll den Bauherrn bei der Planung des "VIA 57 West" inspiriert haben.

Bilder oben: im westlichsten Teil der 57th Street: die Wohngebäude „FRANk 57 West (im Vordergrund), das Hochhaus „The Helena“ (links im Bild) und die Nordostecke des Mietwohnungsprojektes „VIA 57 West“.

Bilder oben: Blick von der 57th Street aus auf das „VIA 57 West“; im Hintergrund der Wohnturm „The Helena“, ebenfalls ein Projekt der Durst Organization.

Bilder oben: das inForm einer unsymmetrischen Pyramide aufragende Dach mit einer Haut aus mattem Edelstahl.

Bilder oben: was sich von der Straße aus als Einschnitt im schrägen Dach darstellt ist der sich im Zentrum des Gebäudes befindliche Innenhof.

Bilder oben: Balkone / Loggien an der dem Innenhof zugewandten Gebäudefront.

Bilder oben: neben dem „VIA 57 West“ befindet sich der Wohnturm „The Helena“.

Bilder oben: direkt neben dem „VIA 57 West“ ragt der Wohnturm „The Helena“ desselben Eigentümers (Durst Organization) auf; ansonsten haben in diesem Abschnitt der 57th Street auch Fernsehgesellschaften ihre Studios. Letztes Bild: im Hintergrund ragen die neuen superschlanken Wolkenkratzer des Central Park Tower oder des Steinway Tower auf.

Bild oben: Im Westen des „VIA 57 West“ führt der DiMaggio-Highway am Ufer des Hudson River an der neuen Wohnanlage vorbei; im Hintergrund ragen die neuen Wohntürme der Hudson Yards auf.

565 Broome Street SoHo

2018 vollendete Renzo Piano (Renzo Piano Building Workshop, RPBW) ein neues Appartementgebäude an der Broome Street (565 Broome Street SoHo); obwohl es eigentlich noch nicht ganz in SoHo, sondern im Bereich Hudson Square steht, gab man ihm diesen Namenszusatz des quirligen Bezirks im südlichen Manhattan (SoHo steht für „South of Houston Street“).

Renzo Piano hat hier auf einem 10-stöckigen Sockel einen Doppelblock mit insgesamt 30 Stockwerken für Appartements geschaffen. Die Vorhangfassade besteht aus schmalen Glaspaneelen mit dünnen Metallsprossen; alle Gebäudeecken sind abgerundet. Der Raum zwischen den beiden Baukörpern ist ebenfalls verglast und mit dekorativen Beleuchtungssystemen ausgestattet.

Zum Bild: der Gebäudesockel mit Nachbargebäuden an der Varick Street.

Bilder oben: der Appartementblock von Renzo Piano steht an der Broome Street / Ecke Varick Street. Letztes Bild: der Turm rechts im Bild ist das Dominick Hotel.

Neueste Appartement-Hochhäuser in New York

Nach Überwindung der Banken- und Finanzkrise (2008-2010) setzte in New York geradezu ein Bauboom ein; viele neue Wolkenkratzer, meist Appartement- oder Mietwohnungsbauten wurden seitdem errichtet, zum Teil auch in Form „superschlanker“ Hochhäuser (davon spricht man, wenn das Verhältnis zwischen Höhe und Seitenlänge des Grundrisses größer als 10:1 ist). Gebaut wurde verstärkt in der (wegen der geradezu utopischen Immobilienpreise) als „Billionaire’s Row“ (Straße der Milliardäre) bezeichneten 57th Street auf der gesamten Länge vom East zum Hudson River; aber auch in TriBeCa, im südlichen Manhattan, in Brooklyn und in Queens entlang des Ufers zum East River.

One Manhattan Square

2019 wurde vom Architekturbüro Adamson Associates das Appartementhochhaus One Manhattan Square am Ufer des East River in Manhattan in direkter Nachbarschaft zur Manhattan Bridge fertiggestellt; es besteht aus zwei parallelen, leicht gegeneinander versetzten Türmen mit rechteckigem Grundriss. Der Wolkenkratzer überragt den westlichen Pylon der Manhattan Bridge um fast das Dreifache. Auch aufgrund dieser Dimensionen war das Projekt nicht unumstritten. Das Hochhaus umfasst bei einer Höhe von 2013 Metern 80 Stockwerke. Die Fassade besteht im Norden und Süden aus etagenhohen Glasscheiben. An der Ost- und Westfassade wechseln sich flache Glasscheiben mit Paneelen ab, die nach außen in vertikaler Richtung in die eine oder andere Richtung geneigt sind.

Zum Bild: die obersten Geschoss des Hochhauses.

Bilder oben: Blick über den Roosevelt Park in der Lower East Side auf das Hochhaus One Manhattan Square.

Bilder oben: das Appartementhochhaus One Manhattan Square vom Brooklyn Bridge Park in Brooklyn aus gesehen; im Vordergrund die Manhattan Bridge.

Bilder oben: Manhattan Bridge und Hochhaus One Manhattan Square bei Einbruch der Dämmerung.

Bilder oben: Blick auf das Appartementhochhaus mit Manhattan Bridge im Vordergrund.

Bilder oben: die Glasfassade des Gebäudes.

Der Wohnturm Aalto 57

ist ein Appartementhochhaus an der 57th Street (Ecke 2nd Avenue), das vom Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill geplant und 2017 fertiggestellt wurde. Architekt war Roger Duffy, der sich bei der Gestaltung der gewellten Glasfassade des Gebäudes von Alvar Aalto und seiner Frau Aino inspirieren ließ, die 1936 in Helsinki für das Restaurant Savoy die legendäre gewellte „Savoy-Vase“ erfunden hatten. Deshalb wurde der Wohnturm nach den Aalto’s benannt. Das Gebäude umfasst auf 217 Metern Höhe 65 Stockwerke. Das Biegen der doppelschichtigen Fensterscheiben war für die Hersteller eine große Herausforderung. Durch den gewellten Verlauf der Fassade erhalten die Wohnungen mehr Außenfläche als bei rechteckiger Form – und damit besseren Ausblick, auch in Richtungen, die bei ebener Fassade nicht direkt zugänglich wären.

Bilder oben: das 65-stöckige Wohnhochhaus „Aalto 57“ von Roger Duffy (Architekturbüro SOM) setzt sich von anderen Appartement-Türmen durch die elegant geschwungene Fassade ab – etwa vom exakt quadratisch geformten Wohnturm 432 Park Avenue (im zweiten Bild rechts im Hintergrund).

Bilder oben: beim Wellenschwung der Fassade ließ sich der Architekt von Alvar und Aino Aalto’s Savoy-Vase inspirieren.

Bilder oben: der Schwung der Fassade setzt sich in der Form der Balkone fort. Die konkave Einbuchtung der Fassade verbreitert sich in den obersten Etagen und greift damit verstärkt die Form der Savoy-Vase auf.

432 Park Avenue

Das erste superschlanke Wohnhochhaus (mit einem Verhältnis von Höhe zu Breite von 15:1) wurde von Rafael Viñoly 2015 nach dreijähriger Bauzeit vollendet. Auffällig an dem schlanken Turm sind die sich über 2 Etagen erstreckenden Leerräume (ohne Verglasung der Außenfassade) nach jeweils etwa 10 Stockwerken (siehe Bild). Hier kann bei Sturm die Luft weitgehend ungehindert durchtreten und macht das Gebäude weniger windanfällig. Zur Dämpfung eventuell doch entstehnder Schwingungen des Hochhauses ist in den obersten Stockwerken ein schwerer Schwingungsdämpfer untergebracht.

Durch die Leertäume wird der Turm in 7 Abschnitte gegliedert; die oberen 8 Abschnitte enthalten Wohnungen, der unterste ist den Annehmlichkeiten für die Bewohner/innen vorenthalten: hier gibt es Konferenzräume, ein restarant, ein Fitness-Center, sowie Spa und Schwimmbad. Das Gebäude zeigt ein durchgängig identisches quadratisches Fassadenraster mit 9 Quadratmeter großen Scheiben.

Bilder oben: Erstes Bild: 432 Park Avenue, von der Aussichtsplattform des Rockefeller Center aus gesehen; zweites Bild: im Vordergrund die Stützen des Citigroup Center-Hochhauses; letztes Bild: im Vordergrund das Lever-House aus den 1950er Jahren. In dessen Fassade spiegelt sich das Mutual of America Building.

Bilder oben: Blick auf 432 Park Avenue von „Top of the Rock“ aus, der Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center. Letztes Bild: mit abendlicher beleuchtung – im Vordergrund die New Yorker Architektur-Ikonen AT&T-Buildung („Chippendale-Kommode“) und das Citicorp Center mit dem markanten Pultdach.

Bilder oben: der Wolkenkratzer 432 Park Avenue ragt an der „Billionaire’s Row“ 425 Meter hoch auf; übertroffen wird er aber seit 2020 vom Central Park Tower mit 472 Metern.

125 Greenwich Street

Ebenfalls von Rafael Viñoly geplant und gebaut wurde das Luxus-Appartementhaus 125 Greenwich Street unweit der Gebäude des World Trade Center.

2023 fertiggestellt ragt das 88-stöckige Hochhaus 278 Meter in die Höhe. Die Tragstruktur des Gebäudes wird durch zwei parallel liegende I-förmige Stahlbeton-Träger gebildet; die einzelnen Etagen sind an dieser Struktur aufgehängt und bleiben daher im wesentlichen stützenfrei. Das ermöglicht eine freie Grundrissgestaltung der Wohnungen.

Die I-förmigen Träger erscheinen an der Gebäudeaußenseite als Sichtbetonflächen im Norden und Süden, während die Ost- und Westseite des Wohnturmes etagenhoch verglast sind. Die Gebäudeecken werden durch gekrümmte Glasflächen gebildet, was die Windempfindlichkeit des Gebäudes reduziert. Ebenfalls mit dieser Zielsetzung existiert etwa in Gebäudemitte ein über zwei Etagen reichender Rücksprung, der den Turm in zwei Gebäudeteile trennt.

Die unteren Geschosse dienen dem Einzelhandel, während Gemeinschaftseinrichtungen wie Schwimmbad oder Fitnesscenter in den obersten drei Stockwerken angesiedelt sind.

 

Zum Bild: der obere Teil des Wohnturms 125 Greenwich Street; das neue Appartementhochhaus umfasst auf 278 Metern Höhe 88 Stockwerke.

Bilder oben: schräg gegenüber dem 9/11 Memorial befindet sich ein neues Appartementhochhaus von Rafael Viñoly: 125 Greenwich Street.

56 Leonard Street – der „Jenga Tower“

„Jenga Tower“ nennt Autor Vladimir Belogolovky von  „New York – Architectural Guide“ (DOM publishers, 2019, Berlin) das Appartementhochhaus, welches 2017 vom schweizerischen Architekturbüro Jacques Herzog & Pierre de Meuron im Viertel TriBeCa errichtet wurde. Die Planungen dafür begannen schon 2006, lagen dann aber wärend der Bankenkrise (2008 – 2010) auf Eis. Die Architekten konzipierten das Gebäude als „Stapel“ individueller Häuser, die wie zufällig über die Höhe verteilt sind und asymmetrisch zum Teil recht weit auskragen.  Während im Mittelteil des Turmes vor allem Balkone und Loggien über nach außen ragen, werden die Überstände nach oben hin extremer. Von der Statik her wurden dazu Fachwerkträger nötig, welche die Stabilität gewährleisten.

Zum Bild:Blick auf das südwestliche Manhattan; der „Appartementhaus-Stapel“ von Herzog & de Meuron sticht mit seiner unverwechselbaren Silhouette aus den Hochhausbauten in der Gegend hervor.

Der in Indien geborene Künstler Anish Kapoor erwarb 2016 eine Wohnung in dem Gebäude und schmückte mittlerweile den Eingangsbereich des Hochhauses mit einer verspiegelten und bohnenförmigen Großplastik, die an das „Cloud Gate“ im Millenium Park in Chicago erinnert, welches von den Einheimischen liebevoll als „The Bean“ bezeichnet wurde.

Auf der Website www.baunetzwissen.de kann man zu der kühnen Konstruktion das Folgende lesen:

„Zehn Blocks nördlich des Financial District auf einem 1.162 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Church Street und Leonard Street türmt sich der Wohnkomplex nun mit seinen 57 Stockwerken 253 Meter hoch auf. Als aktuell höchstes Gebäude im Stadtteil Tribeca überragt der Turm die oft nur sechsgeschossigen Häuser der Umgebung deutlich. Seinen Bewohnern beschert das atemberaubende Ausblicke – zum Teil über die gesamte Innenstadt.

Das den Baukörper bestimmende Motiv der gestapelten Wohnungen wird je nach Höhenlage auf drei Arten variiert, was zu einer Fassadengliederung führt, die an eine Säule mit Basis, Schaft und Kapitell erinnert: Die Sockelzone reicht über sieben Geschosse unterschiedlicher Höhen und wird durch tiefe Vor- und Rücksprünge in der Fassade markiert. Damit reagiert das Gebäude auf die Diversität der umliegenden Bebauung aus historischen Stadthäusern, fensterlosen Industrieblocks und vergleichsweise niedrigen Hochhäusern. Neben Lobby und Parkdecks befinden sich wenige kleinere Wohnungen und verschiedene Gemeinschaftsräume, wie das Heimkino und die hauseigene Bibliothek im Sockel. Dessen oberen Abschluss bildet ein Wellnessbereich mit Fitnessstudio und Schwimmbecken.

Im darüber liegenden, etwa 40 Geschosse zählenden Mittelteil bzw. Schaft ist der Großteil der Wohnungen untergebracht. Mit Blick auf die Fassade zeigt sich in diesem Bereich das geschlossenste Bild, da sich der Baukörper hier vergleichsweise flach gibt. Dazu tragen die umlaufend geschosshoch verglasten Fensterflächen bei, die an den Ecken punktuell zurückspringen. Auch die auf allen vier Gebäudeseiten auskragenden Balkone beherrschen hier das Bild, setzen sich aber auch in die anderen Bereiche fort.

Den oberen Abschluss des Baus bilden boxartige Volumen, die bis an die Grenzen des statisch Machbaren gegeneinander verschoben wurden. Das brachte dem Turm unter New Yorkern den Beinamen „Jenga Building“ ein, benannt nach dem gleichnamigen Geschicklichkeitsspiel. Die versetzten Quader beinhalten zehn Penthouses, die teilweise ganze Etagen füllen. Die durch die Vor- und Rücksprünge in dieser Zone freigelegten Dachflächen bilden großzügige Dachterrassen.“ (…)

Bilder oben: im Mittelteil des Hochhauses ragen Balkone über die Glasfassade hinaus, im oberen Bereich bilden die Wohneinheiten einen wie zufällig aufgeschichteten Stapel.

Bilder oben: ein unverwechselbares Hochhaus im südlichen Manhattan: 56 Leonard Street von Herzog & de Meuron.

Bilder oben: 57 Stockwerke hoch türmen sich die Appartement-Blocks übereinander zu einem über 250 Meter hohen Turm.

Bilder oben: „eingeklemmt“ unter dem Vordach der Lobby ruht seit 2017 eine Großskulptur eines prominenten Bewohners des Hochhauses 56 Leonard Street an der Straßenecke Leonard Street / Church Street: der Künstler Anish Kapoor hat am Fuß des Gebäudes eine weitere Touristenattraktion und ein Selfie-Motiv platziert.

160 Leroy Street

Ebenfalls vom Büro Jacques Herzog & Pierre de Meuron (Basel) stammt der Wohnblock an der Leroy Street / Ecke West Street.

Mit ungewohnt rundlichen Formen wellt sich das Appartementgebäude entlang der West Street am Ufer des Hudson River. Die Wohnungen sin alle mit einer stockwerkshohen Verglasung versehen, die Gebäudetechnik findet (etwas kaschiert) auf dem Dach Platz. Das Bauwerk hat außer den beiden verbundenen Zylindern noch einen kürzeren und einen längeren Gebäudeflügel entlang der Clarkson bzw. der Leroy Street, die einen begrünten Innenhof umschließen.

Zum Bild: Straßenlaterne vor der gewellten Fassade des Wohnblocks von Herzog & de Meuron an der West Street im südlichen Manhattan.

Bilder oben: Appartementhaus 160 Leroy Street.

165 Charles Street, 173 und 176 Perry Street

Als erste in New York errichtete Gebäude von Richard Meier sind am Ufer des Hudson River im west Village dre Wohngebäude entstanden.

Von den West- und Südbalkonen oder -Loggien haben die Bewohner/innen der drei ähnlich erscheinenden 16-stöckigen Wohnhochhäuser entlang der West Street einen schönen Ausblick auf den zwischen West Street und Hudson River neu gestalteten Hudson River Park, den Fluss und nach Jersey City.

Die beiden nördlicheren Gebäude (173 und 176) an der Perry Street wurden 2002 fertiggestellt, das dritte Hochhaus an der Charles Street etwas später (2006). Die drei Appartementhäuser wurden vn Richard Meier entworfen und gebaut.

Bild oben: am linken Bildrand die neuen Hochhäuser der Hudson Yards; rechts die drei Wohnblocks von Richard Meier am Ufer des Hudson River (Blick vom Pier 45): links die Gebäude 173 und 176 Perry Street, rechts das etwas später hinzugekommene Haus 165 Charles Street.

Bilder oben: direkt vor den Wohnhochhäusern führt die mehrspurige West Street vorbei; letzte beide Bilder: vom Pier 45, das mittlerweile zum Park ausgebaut ist, hat man einen guten Blick auf die drei Wohngebäude von Richard Meier.

Bilder oben: jenseits der West Street verläuft der inzwischen zum „Park am Fluss“ ausgebaute Hudson River Park, der von Spaziergängern, Joggern und Hundebesitzern rege genutzt wird. Im so genannten „Apple Garden“ befindet sich die Bronzeplastik „The Apple“ vom Künstler Stephan Weiss; der Apfel ist einerseits eine Hommage an den „Big Apple“, die Stadt New York, zum anderen soll damit der Kern des Lebens symbolisiert werden.

Zu den Gebäuden 173 und 176 Perry Street kann man auf der Website des Architekturbüros Richard Meier Partners das Folgende lesen: 

„The striking geometry of two minimalist, transparent forms set a tone for high-end residential development in Manhattan.

The two towers of this residential complex are located in Greenwich Village, overlooking the Hudson River and the newly renovated Hudson River Park, which provides a mixture of green and paved open spaces for walkers, joggers, and cyclists all the way from Battery Park City to Fifty-ninth Street.  The intimate scale of the building respects its urban context and establishes it as a gateway to the historical fabric of Greenwich Village.“

 

Und das Eckhaus 165 Charles Street beschreibt Richard Meier auf der Website seines Büros wie folgt:

„A prismatic tower offers stunning city and river views, creating a dynamic complement to two iconic residential buildings also designed by Meier Partners. Conceived to continue the urban form and crystalline character of the buildings at 173/176 Perry Street, the 165 Charles Street tower has been designed to accommodate a range of apartment configurations.“

 

Zum Bild: im Vordergrund das Gebäude an der Charles Street; im Hintergrund die „Geschwistertürme“ 173 und 176 Perry Street.

Bilder oben: Detailaufnahmen: Fassaden, Rückansicht.

Bilder oben: „vor der Haustür“ der Wohngebäude von Richard Meier verläuft der Hudson River Park mit zum Teil zu kleinen Parks ausgebauten ehemaligen Piers (hier Pier 45).

Bilder oben: von der Manhattan-Seite des Hudson River kann man auf Höhe der Charles und der Perry Street nach Jersey City hinübersehen; hier ist am Ufer ein 43-stöckiger Wohnturm auf elliptischem Grundriss entstanden (Ellipse Newport Waterfront); davor wurde 2021 die Großplastik „Water’s Soul“) von Künstler Jaume Plensa (Barcelona) aufgestellt.

Der blaue Edelstein

Bernard Tschumi, der 1999 auf dem Campus der Columbia University das Gebäude der Alfred Lerner Hall errichtete, plante auch ein Appartmenthaus in der Lower East Side. Das 17-stöckige Gebäude hat keine orthogonalen Fassadenflächen und sieht mit den in verschiedenen Blautönen gehaltenen Glas- und Wandflächen ein bisschen aus wie ein blauer, geschliffener Kristall.

Bilder oben: das von Bernard Tschumi entworfene Appartementhochhaus in der Lower Eastside (Norfolk Street / Delancey Street).

2014, 2020, 2021 Wohntürme am laufenden Band

Von den Aussichtsplattformen „Top of the Rock“ auf dem Comcast Building des Rockefeller Center (früher RCA Building), gelegen zwischen der 49. und der 50. Straße und der 5. und der 6. Avenue, konnte man bis vor wenigen Jahren beim Blick nach Norden relativ ungehindert auf den Central Park sehen.

Mittlerweile stören einige sehr hohe und sehr schlanke Wohntürme den Ausblick: relativ dicht bei einander an der 57. Straße liegen der

  • Central Park Tower (472 Meter) von Adrian Smith + Gorden Gill Architecture (AS+GG)
  • der „Steinway Tower“, eigentlich: 111 West 57th Street (435 Meter) von Sharples Holden und Pasquarelli (SHoP Architects)
  • und das Wohnhochhaus  One 57 (306 Meter) vom französischen Architekten Christian de Portzamparc
  • sowie das Hochhaus 220 Central Park South (290 Meter) von Robert A. M. Stern.

Auch vom Straßenniveau aus hat man oft mehrere dieser Wohntürme gleichzeitig im Blick.

Zum Bild: Blick vom Columbus Circle / Broadway in Richtung 58. und 57. Straße: (von links nach rechts) 432 Park Avenue, 111 West 57th Street (Steinway Tower), One 57 (mit vielfarbigen Glasscheiben), 220 Central Park South (mit Kalksteinfassade) und alles überragend: der Central Park Tower.

Bilder oben: erstes Bild: der „Steinway Tower“ (111 West 57th Street) links, das Wohnhochhaus One 57 und die Spitze des Central Park Tower; zweites Bild: im Vordergrund der „Steinway Tower“, dahinter das Hochhaus One 57 und der Central Park Tower.

Der Central Park Tower

wurde 2020 fertiggestellt, geplant und gebaut von Adrian Smith + Gorden Gill Architecture (AS+GG). Um dieses 472 Meter hohe Gebäude errichten zu dürfen, wurden vom Projektentwickler die Luftrechte der Nachbargebäude an der 7th Avenue bis zum Broadway aufgekauft. Nun ist der Central Park Tower momentan das höchste Wohngebäude in den USA. Überragt wird der neue Wolkenkratzer nur noch vom One World Trade Center (und auch nur dann, wenn man die Antennenhöhe einberechnet…)

Das Architekturbüro baut „normalerweise“ noch viel höhere Gebäude: so stammt etwa der Burj Khalifa (830 Meter) oder der Jeddah Tower (1000 Meter) von AS+GG.

Das Besondere am Gebäudedesign  sind die in 60 Meter Höhe beginnenden drei „Erker“ nach Osten, die 8 Meter über die Fassade auskragen und den Bewohnern/innen der Wohnungen auch Ausblicke nach Nord und Süd erlauben.

In unmittelbarer Nachbarschaft ist zwischen 2014 und  2019 das Appartementhochhaus 220 Central Park South von Robert A. M. Stern entstanden; das 290 Meter hohe Hochhaus mit 66 Stockwerken setzt sich von den anderen aktuell entstandenen Wohntürmen mit einer Stahl-/Glas-Hülle durch seine Kalkstein-Fassade ab.

Zum Bild: vom Broadway unweit des Columbus Circle sieht man das Wohnhochhaus 220 Central Park South und den deutlich höheren Appartementturm Central Park Tower aufragen.

Bilder oben: der 472 Meter hohe Central Park Tower und das oben abgerundete und mit einer Fassade aus unterschiedlich farbigen Glaspaneelen versehene Gebäude One 57.

Bilder oben: beim Anblick der weit auskragenden Gebäudeteile hofft man, dass die Statiker alles richtig berechnet haben; der Schwerpunkt des Gebäudes liegt jedenfalls deutlich östlich der Gebäudemitte.

Bilder oben: der 472 Meter hohe Central Park Tower mit den 8 Meter weit auskragenden „Erkern“; der Sockel des Gebäudes mit der gewellten Glasfassade wird über mehrere Stockwerke hinweg von der Kaufhauskette Nordstrom genutzt.

Der „Steinway Tower“ / 111 West 57th Street

Die Bezeichnung „Steinway Tower“ hat der neue Wohnturm von der Steinway Hall; das war eine Verkaufsstelle und ein Konzertgebäude des Konzertflügel-Herstellers Steinway; die Steinway Hall ist jetzt Bestandteil des Projektes; sie wurde dabei renoviert und umgebaut und dient Steinway nicht mehr als Niederlassung.

Das in bläulichem Glas schimmernde Hochhaus entstand zwischen 2015 und 2021, ist 435 Meter hoch und umfasst 82 Stockwerke. Geplant wurde es vom New Yorker Architekturbüro SHoP Architects (Sharples Holden und Pasquarelli). Der Wohnturm gehört mit einem Höhen-zu-Breiten-Verhältnis von 24:1 zu den schlanksten Hochhausbauten: die Breite beträgt nur 18 Meter. Die oberen Etagen nehmen die Gebäudetechnik auf sowie einen 700 Tonnen schweren Schwingungsdämpfer für das Gebäude. Die für Wohnungen nutzbaren Etagen enden daher über 90 Meter unterhalb der Gebäudespitze – die höchste Wohnung liegt auf 345 Metern Höhe.

Die oberen Etagen bilden auch gestuft Rücksprünge, so dass das Gebäude immer schmaler wird und zur Spitze hin geradezu „ausfasert“ und von der Seite betrachtet ein bisschen an die Federn einer Vogelschwinge erinnert.

Die untersten Etagen werden für die Lobby und für Einzelhandelsgeschäfte genutzt.

Bilder oben: vom Columbus Circle oder vom Central Park aus kann man die ganze Kette neuer Hochhäuser an der 57. Straße überblicken: den „Steinway Tower“ (111 West 57th Street), One 57, den Central Park Tower und 220 Central Park South.

Bilder oben: an der 57th Street reihen sich neuen Hochhäuser aneinander; im Vordergrund  (mit der konkav gekrümmten Fassade aus dunklem Glas) das Solow Building von 1972, dahinter der Steinway Tower, das Hochhaus One 57 und der Central Park Tower.

Bilder oben: die getreppten Rücksprünge im oberen Teil des Wolkenkratzers machen die Silhouette von 111 West 57th Street unverwechselbar.

Bilder oben: der „Steinway Tower“ und Nachbargebäude; vorletztes Bild: im Vordergrund das Plaza Hotel am Central Park; letztes Bild: im Vordergrund ein Wohnhochhaus im Stil der französischen Renaissance aus dem Jahr 1909: Alwyn Court.

One 57

Ganz in der Nähe des „Steinway Tower“ befindet sich als eines der ersten superhohen Wohntürme in der 57. Straße das Gebäude One 57 des französischen Architekten Christian de Portzamparc, das 2014 vollendet wurde. Es hat eine Höhe von 309 Metern und umfasst 57 Stockwerke; außer Wohnungen ist hier auch ein Hyatt Hotel mit über 200 Zimmern untergebracht. Das Bauwerk besteht eigentlich aus mehreren, zueinander versetzten Baukörpern. Der niedrigste Teil erreicht nur etwa 2/3 der Höhe des höchsten Turms. Die Spitzen der Baukörper runden sichjeweils und die Fassade besteht aus unterschiedlich gefärbten Glasscheiben.

 

Zum Bild: das Gebäude One 57 von Christian de Portzamparc in der 57. Straße; im Hintergrund ragt der Central Park Tower auf.

Auf der Website www.heinze.de kann man zu dem Gebäude das Folgende lesen:

„Beim Aufwachen sieht man den Sonnenaufgang über dem Atlantik, beim Dinner den Central Park in der Abendsonne und beim Zähneputzen vor dem Schlafengehen die Freiheitsstatuen – und das alles beim Blick aus ein und derselben Wohnung. Geboten wird dies im «One57» (…). Der vom französischen Architekten Christian de Portzamparc entworfene Bau ist eines der zahlreichen Hochhäuser, die in der Metropole aus dem Boden schießen. Auf den 75 Stockwerken sind 135 Wohneinheiten und ein Hotel mit 210 Zimmern und Suiten untergebracht. (…)

Der sich langstreckende postmoderne Wolkenkratzer setzt sich aus drei Gebäudevolumen zusammen, die durch Kaskadenformen miteinander verbunden sind. Gestalterische Besonderheit der Fassade sind kurvige Glasbänder, die vertikal entlang der Gebäudeoberfläche verlaufen. Die aus verschiedenen Gläsern hergestellten Bänder ergeben ein kontrastierendes Wellenmuster, hinter dem sich die Terrassen der Wohneinheiten verbergen.“ (…)

Bilder oben: One 57; Blick von „Top of the Rock“, der Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center und von der Straße aus.

Bilder oben: die in unterschiedlichen Grün- und Blautönen erscheinende „Pixel-Fassade“ des One 57; letztes Bild: im Vordergrund ein Appartementhochhaus von 1909 (Alwyn Court).

Das Appartementhochhaus West 53rd Street

befindet sich nicht an der 57. Straße, sondern etwas südlicher an der 53. und ist enger Nachbar zum MoMA (Museum of Modern Art); ja noch mehr: die unteren Etagen des Wolkenkratzers werden vom MoMA als zusätzliche Ausstellungsräume genutzt (David Geffen Hall).

Das Wohnhochhaus wurde von Jean Nouvel und Adamson Associates and SLCE Architects geplant und 2019 vollendet. Der sich nach oben hin unregelmäßig verjüngende Turm mit vielen Schrägen wirkt wie ein geschliffener Kristall. Durch die Verjüngung erfüllt der 320 Meter hohe und 73 Stockwerke umfassande Turm einerseits die New Yorker Zonierungsvorschriften und andererseits erhalten die Bewohner/innen einen verbesserten Ausblick auf die Stadt und den Central Park. Die mit diagonalen Verstrebungen versehene sehr massive stählerne Tragwerksstruktur ist nach außen hin sichtbar.

Bilder oben: das von Jean Nouvel geplante und gebaute Appartementhochhaus West 53rd Street. Die komplexe Tragwerksstruktur des sich nach oben hin verjüngenden Gebäudes ist außen sichtbar.

Bilder oben: das Museum of Modern Art (MoMA) grenzt direkt an den neuen Wohnturm; eine Großspende von David Geffen machte es möglich, dass das Museum die Etagen 2 bis 5 des Wolkenkratzers als Erweiterungen des Ausstellungsbereichs nutzt („The David Geffen Wing“).

Höchstes Bürogebäude in New York – One Vanderbilt

Der neue Büroturm des Architekturbüros Kohn Pedersen Fox hat die optimale Verkehrsanbindung zum New Yorker Nahverkehr: der 2020 eröffnete Wolkenkratzer befindet sich direkt neben Grand Central Terminal und hat unterirdisch direkte Verbindungen zum U-Bahn-Netz. Mit 397 Metern Höhe (427 Meter einschließlich der Antenne) ist es das höchste Bürogebäude in New York. Der Gebäudequerschnitt verjüngt sich nach oben und eigentlich besteht das Gebäude aus vier ineinander verschachtelten Türmen. Die Fassade besteht aus Glas und Terrakotta. Trotz der enormen Gebäudehöhe kommen hier nur 73 Stockwerke unter; dafür haben diese alle überdurchschnittliche Stockwerkshöhen. Für Touristen ist das Gebäude insbesondere aufgrund der 3-stöckigen Aussichtsplattform „SUMMIIT“ in der 72. Etage interessant; Gläserne Überhänge erlauben hier auch den Blick aus über 300 Metern in die Tiefe.

Das in der Nähe befindliche Chrysler Building überragt das neue Bürogebäude um mehr als 100 Meter und bestimmt zusammen mit diesem und dem Empire State Building die Silhouette von Midtwon Manhattan.

Das neue Bürohochhaus One Vanderbilt, direkt neben dem Grand Central Terminal (im Bild unten).

Bilder oben: das neue Bürohochhaus One Vanderbilt ist schon von weitem sichtbar und an seiner komplex geformten Gebäudespitze gut zu erkennen; an der 42. Straße folgt auf das Gebäude der Grand Central Terminal und etwas weiter entfernt das Chrysler Building.

Bilder oben: Blick auf das One Vanderbilt vom Bryant Park (mit der New York Public Library an der 5th Avenue) aus gesehen.

Bilder oben: Erdgeschoss des Bürohochhauses mit der Lobby, in der dre Skulpturen von Tony Gragg stehen.

Bilder oben: Fassadendetails und Aussichtsplattform „Summit One Vanderbilt“.

Bilder oben: 42. Straße mit der Public Library (rechts) und dem neuen Bürohochhaus One Vanderbilt.

Bilder oben: Kunst in der Lobby: drei Skulpturen von Tony Gragg.

Der neue Sitz der New York Times – ein Schöpfung von Renzo Piano

Der neue Sitz der Zeitschrift New York Times wurde zwischen 2004 und 2007 von Renzo Piano und Fox&Fowle geplant und gebaut. Das 52-stöckige, 228 Meter hohe Bürogebäude auf kreuzförmigem Grundriss befindet sich schräg gegenüber dem Port Authority Bus Terminal an der 8th Avenue zwischen der 40th und der 41st Street.

Mit seinem Entwurf wollte das Architekturbüro (Renzo Piano Building Workshop) eine Verbindung herstellen zur Funktion der Zeitung für die Stadt: nämlich Durchlässigkeit, Offenheit und Transparenz auszustrahlen. So dient etwa die Lobby des Gebäudes für die Öffentlichkeit auch als Durchgang von der 40. zur 41. Straße.

Das Hochhaus hat eine doppelte Fassade; die äußerste Hülle besteht aus hellen dünnen horizontal angebrachten Keramikstäben, die von einem dünnen Stahlnetz gehalten werden und die auch dem Sonnenschutz dienen. Dahinter folgt eine Hülle aus Glas. Die tragende äußere Stahlstruktur tritt an der vier Gebäudeecken außen in Erscheinung und ist mit dem Gebäudekern verbunden.

Die New York Times benutzt nur 28 Etagen des Gebäudes; die restlichen (oberen) Stockwerke sind anderweitig vermietet.

 

Zum Bild: die unteren Stockwerke enthalten die Lobby, Einzelhandelsgeschäfte sowie die Redaktionsräume der New York Times.

Bilder oben: durch den „keramischen Vorhang“ der äußeren Fassadenhülle drängt sich das Gebäude dem Betrachter weniger auf als andere verglaste Hochhäuser.

Bilder oben: geschäftiges Treiben an der 8th Avenue und der 41st Street; das New York Times-Hochhaus befindet sich schräg gegenüber dem Port Authority Bus Terminal.

Bilder oben: an den vier Gebäudeecken ist die stählerne Tragstruktur nach außen versetzt.

Hochhausbauten an der UN Plaza

Gegenüber den Gebäuden des Hauptquartiers der Vereinten Nationen stehen an der United Nations Plaza mehrere Hochhausbauten, u.a. der Appartementturm 50 United Nations Plaza. Das 44-stöckige Gebäude wurde vom Büro Foster und Partners entworfen und wurde zwischen 2012 und 2015 erbaut. Charakteristisch an dem Hochhaus sind die drei über die gesamte Gebäudehöhe durchlaufenden verglasten erkerartigen Vorwölbungen, die den Bewohnern/innen einen besseren Blick auf die 1st Avenue hinauf und hinab ermöglichen. Im Gebäude befindet sich auch der Sitz des jeweiligen US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, was für die Betroffenen sehr praktisch ist, wenn das UN-Hauptquartier auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt.

Etwas weiter nördlich befindet sich der zwischen 1999 und 2001 vom griechischen Architekten Costas Kondylis entworfene Wohnturm Trump World Tower. Auf 262 Metern Höhe gibt es auf 72 Etagen Wohnungen. Die bronzefarben getönte Fassade aus Glas und Stahl erinnert an die Bürohochhäuser, die in den 1950er bis 1970er Jahre erbaut wurden (z. B. Seagram Building, Olympic Tower).

Das Gebäude ist nicht zu verwechseln mit dem Trump Tower in der 5th Avenue; der Trump World Tower wurde tatsächlich von Donald Trump als Investor gebaut und trägt nicht nur dessen Namen.

Das dritte auffallende Hochhaus an der UN Plaza ist das Turkevi Center (Turkish House), welches 2021 fertiggestellt wurde. Der 170 Meter hohe Turm wurde von Perkins Eastman entworfen und umfasst 35 Stockwerke. Im Gebäude sind verschiedene diplomatische und kulturelle Institutionen der Türkei untergebracht, so auch die ständige Vertretung der Türkei bei den Vereinten Nationen und das New Yorker Generalkonsulat der Türkei. Die Glasfassade ist gekrümmt und soll die Form einer Tulpe andeuten, der „Nationalblume“ der Türkei.

Bilder oben: Blick vom Besucherzentrum der Vereinten Nationen im general Assembly Building auf die Hochhäuser entlang der United Nations Plaza (1st Avenue).

Bilder oben: das Hochhaus Turkevi Center und die Appartementgebäude 50 United Nations Plaza und Trump World Tower.

Bilder oben: markante Hochhausbauten gegenüber dem UN Hauptquartier: das Hochhaus Turkevi Center und die Appartementgebäude 50 United Nations Plaza und Trump World Tower.

Ein mächtiges Infrastruktur-Projekt: Bau des Grand Central Madison

15 Jahre lang haben die Bauarbeiten im tiefen Untergrund Manhattans gedauert und Milliardensummen verschlungen; nun (2023) ist der neue U-Bahnhof „Grand Central Madison“ der LIRR (Long Island Rail Road) in Betrieb gegangen. Der Bahnhof ist über Eingänge in der 44. und 45. Straße (Nähe Madison Avenue), in der 47. und 48. Straße (Nähe Park Avenue) sowie in der 46. Straße zwischen Lexington und Park Avenue zugänglich. Natürlich kommt man auch über die Halle der Grand Central Station in den neuen Bahnhofsbereich – wenn man der Ausschilderung genau genug folgt.

Der neue Bahnhof soll denjenigen Passagieren und Pendlern, die aus Richtung Long Island und Queens nach Manhattan wollen, die Wege verkürzen; bisher mussten sie bis zur recht weit westlich liegenden Penn Station fahren (obwohl sie eigentlich eher in der Nähe des Grand Central Terminal arbeiten).

Der Bahnhof wurde geplant von einem Architektur-/Ingenieurbüro, welches auf Stadt-/Infrastrukturplanung, Architekturdesign und Ingenieurbau spezialisiert ist (AECOM). Der Bau von Grand Central Madison war das bisher größte Bauprojekt der staatlichen Verkehrsgesellschaft MTA (Metropolitan Transportation Authority).

AECOM schreibt auf seiner Website zu dem Projekt das Folgende:

„Realizing a vision that was decades in the making, the new Grand Central Madison is a transformational transit terminal. Offering a one-seat ride to and from Manhattan, appreciably shorter commute times and enhanced economic development opportunities for communities served by this line, the new terminal and its expanded transit service is life-changing.“

Über ein Zwischengeschoss gelangt man zur Haupthalle in 43 Meter Tiefe und dort zu den Ebenen, auf denen sich 4 Bahnsteige mit zusammen 8 Spuren befinden.

22 Aufzüge und 47 Rolltreppen verbinden die unterirdischen Bahnsteige mit der oberirdischen Welt; dazu gehört auch New Yorks längste Rolltreppe (55 Meter).

Die Gänge, Knotenpunkte und Treppenhäuser sind alle künstlerisch gestaltet, so dass die SZ (Süddeutsche Zeitung) zur Eröffnung ihren Bericht mit „Kunst am Gleis“ übertitelte. In der Haupthalle (Madison Concourse) gibt es außer Ticketschaltern auch viele Einzelhandelsgeschäfte sowie Toiletten und einen Warteraum.

Zu den Kunstwerken am Bau gehören große Glasmosaike mit Naturmotiven von Kiki Smith, ein 24 Meter langes weiß-blaues Keramik-Mosaik, welches die Spiegelungen der Sonne auf dem nahegelegenen East River darstellen soll („River Light“, ebenfalls von Kiki Smith) sowie ein 37 Meter langes, farbenfrohes und fröhliches Mosaik der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama mit dem Titel „A Message of Love, Directly from My Heart unto the Universe (2022)“

Bilder oben: Zugang zum neuen U-Bahnhof Grand Central Madison vom Grand Central Terminal aus.

Bilder oben: über ein Zwischengeschoss gelangt man entweder per Aufzug oder Rolltreppe zu den in 43 Metern Tiefe gelegenen Bahnsteigen.

Bilder oben: Knotenpunkte, Gänge, Hallen – unterweg zu den Bahnsteigen der Long Island Rail Road im neuen Bahnhof Grand Central Madison.

Bilder oben: Ticketschalter und Bahnsteige des neuen Bahnhofs.

Bilder oben: „Kunst am Gleis“: das 24 Meter lange Mosaik „River Light“ von Kiki Smith und das 37 Meter lange Mosaik der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama mit dem Titel „A Message of Love, Directly from My Heart unto the Universe“; letzte Bilder: Aufgang zum Ausgang an der Madison Avenue.

Neuere und historische Architektur im Stadtteil Brooklyn

Brooklyn ist einer der 5 New Yorker Stadtbezirke (Borroughs), neben Manhattan, Queens, der Bronx und Staten Island. Der Stadtteil beruht auf einer niederländischen Gründung im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts, welche der Name der niederländischen Stadt Breukelen (bei Utrecht) gegeben wurde. Seit der Eröffnung der Brooklyn Bridge 1898 ist Brooklyn nicht mehr selbständig, sondern eingemeindet. Heute leben etwa 2,5 Millionen Menschen hier. Im Norden grenzt der Stadtteil an Queens; mehrere Brücken (Brooklyn Bridge, Manhattan Bridge und Williamsburgh Bridge) verbinden Brooklyn und Manhattan. 

Verstärkt neu gebaut wurde in den letzten Jahren in Brooklyn in Ufernähe zum East River sowie im Bereich Flatbush Avenue und Atlantic Avenue. Wo diese beiden Straßen in einem spitzen Winkel aufeinanderstoßen, wurde auf dem Schienengelände der Long Island Rail Road (LIRR) eine große Sportarena bzw. Mehrzweckarena errichtet (Barclays Center). Ursprünglich sollte hier das Projekt Atlantic Yards nach Planungen von Frank Gehry entstehen mit über einem Dutzend Büro- und Appartementhochhäusern. Die Realisierung überstieg aber die finanziellen Möglichkeiten.

Die jetzt umgesetzte Variante (Pacific Park) wurde von SHoP Architects (Sharples Holden and Pasquarelli) geplant und umgesetzt. Das Barclays Center wurde 2012 fertiggestellt, mehrere angrenzende Wohnhochhäuser, die Dean Appartements (461 Dean Appartements) an der Dean Street und der 6th Avenue und der Appartementkomplex 38 Sixth Appartements (zum Teil in Modulbauweise) folgten 2017.

An der 6th Avenue wurde 2022 der Bau des gemischt genutzten Appartementhochhauses Brooklyn Crossing (18 Sixth Avenue) abgeschlossen. Das 51-stöckige Gebäude wurde von Perkins Eastman entworfen.

An der Flatbush Avenue (Ashland Place) wurde 2016 der Appartementkomplex BAM South mit 32 Stockwerken südlich der Musikakademie Brooklyns (BAM = Brooklyn Music Academy) vom mexikanischen Architekten Enrique Norten (Ten Architects) fertiggestellt. Das Gebäude mit gemischter Nutzung beherbergt auch Büros und in den unteren Etagen Einzelhandelsgeschäfte sowie Einrichtungen aus dem kulturellen Bereich: Brooklyn Public Library, Brooklyn Academy of Music cinemas u.a.  Die Gebäudefassade besteht aus grauen Metallpaneelen, die sich mit Fenstern und Lüftungslamellen abwechseln.

Das Barclays Center

Bilder oben: das Barclays Center ist eine große Multifunktionsarena mit einer Fassade aus COR-TEN-Stahl-Paneelen.

Das Barclays Center (benannt nach der britischen Bank) nimmt einen spitz zulaufenden Block zwischen Flatbush Avenue und Atlantic Avenue ein, hat 19 Tausend Sitzplätze und grenzt in Richtung Dean Street und 6th Avenue an die hier errichteten Wohnhochhäuser. Die Fassade des von SHoP Architects entworfenen, geschwungenen Gebäudes besteht aus 12000 unterschiedlich geformten Paneelen aus Corten-Stahl (Produktbezeichnung: COR-TEN), einem hoch-witterungsbeständigen Stahl mit einer rostfarbenen Patina. Das rötlich-braune Erscheinungsbild dieser Fassadenplatten korrespondiert mit den Brownstone-Reihenhäuschen in der unmittelbaren Nachbarschaft Brooklyns. Am Eingangsbereich öffnet sich das Vordach mit einer oval geformten Aussparung; das Dach der Arena ist begrünt.

Bilder oben: das Vordach im Eingangsbereich hat eine große ovale Öffnung mit einer Wandung, die als Multimedia-Bildschirm ausgeführt ist.

Bilder oben: ein paar Straßen weiter findet man typische Reihenhäuschen.

Neue Gebäude im Pacific Park Projekt 

Bilder oben: zum „Pacific Park“-Gelände in Nachbarschaft zum Barclays Center gehören in Modulbauweise errichtete Appartement-Hochhäuser von SHoP Architects: die Dean Appartements (461 Dean Appartements) an der Dean Street und der 6th Avenue und der Appartementkomplex 38 Sixth Appartements.

Bilder oben: das gemischt genutzte Appartementhochhauses Brooklyn Crossing (18 Sixth Avenue) wurde von Perkins Eastman entworfen und gebaut.

Bilder oben: das Appartementgebäude BAM South befindet sich neben der Brooklyn Academy of Music (BAM) und ist eine flache Hochhaus-Scheibe mit auffällig gestalteter Fassade mit schräg verlaufenden Einschnitten.

Bilder oben: das Gebäude Brooklyn Crossing und das Appartementgebäude BAM South.

Neuere Hochhausbauten

Bild oben: Hochhausbauten in Brooklyn (Flatbush Avenue).

Bilder oben: neue Appartement-Hochhäuser in Brooklyn; erstes Bild: der Wohnturm „The Axel“ zeigt auf einer Seite eine nach oben hin verdrehte Fassadenfront; das Gebäude wurde 2022 fertiggestellt und von Morris Adjmi architects entworfen und gebaut.

Bilder oben: Wohn- und Büro-Hochhäuser entlang der Flatbush Avenue in Brooklyn.

Der Brooklyn Tower

An der deKalb Avenue / Flatbush Avenue befindet sich seit 2022 der Brooklyn Tower, das mit 325 Metern und 73 Stockwerken höchste Hochhaus Brooklyns. Es wurde – wie der Steinway Tower an der 57th Street in Manhattan – von SHoP Architects geplant und gebaut. Auch dieser Wolkenkratzer gehört zu den superschlanken Hochhäusern, die in den letzten Jahren realisiert wurden. Das Gebäude hat einen sechseckigen Grundriss und die Fassade besteht aus Marmor, Bronze und Edelstahl, wobei vor allem die Vertikale betont wird. Mit zunehmender Höhe verkleinert sich durch gestufte Rücksprünge der Gebäudequerschnitt. 

Im Gebäude gibt es 550 Wohnungen, zum kleineren Teil Eigentums- zum größeren Mietwohnungen. Dazu kommen Läden und verschiedene Freizeiteinrichtungen, u.a. ein Basketballfeld in einer Loggia im 66. Stockwerk. Der Wohnungskomplex schließt das historische neoklassizistische Gebäude der  Brooklyn Dime Savings Bank von 1908 mit ein. 

Bilder oben: der superschlanke Brooklyn Tower (9 deKalb Avenue) gehört mit einer Höhe von 325  Metern zu den höchsten Gebäuden in New York.

Ein neues Theater-Gebäude in Brooklyn: das Polonsky Shakespeare Theatre

An der Straße Ashland Place Nähe Fulton Street wurde 2013 von H3 Hardy Collaboration Architecture für das Theatre for a New Audience (TFANA) das Polonsky Shakespeare Center fertiggestellt. Seit 1960, als im Lincoln Center das Vivian Beaumont Theater erbaut wurde, hatte New York kein neues Theatergebäude mehr bekommen. Hinter der zur Straße gewandten großen Glasfassade, die wie ein Schaufenster wirkt, befindet sich die Lobby des Gebäudes und dahinter der eigentliche Theatersaal.

Bilder oben: neue Spielstätte für das „Theater für ein neues Publikum“ (Theatre for a New Audience, TFANA): das Polonsky Shakespeare Theatre in Brooklyn.

Historische Gebäude in Brooklyn

Die Empire Stores

Zwischen der Manhattan Bridge und der Brooklyn Bridge liegt der Brooklyn Bridge Park (Stadtteil DUMBO); hier befindet sich ein ehemaliges Lagerhaus (hier wurde u.a. Zucker und Kaffee gelagert), das nach seinem umfassenden Umbau 2016 als Geschäftskomplex „Empire Stores“ mit Einzelhandelsgeschäften, Büros und mehreren Gastronomiebetrieben eröffnete. Der Umbau erfolgte ab 2013 durch Studio V Architecture und S9 Architecture. Im großen Innenhof der Anlage (der aus dem Gebäude herausgeschnitten wurde) führen nun Außentreppen zu den oberen Stockwerken und zur Dachterrasse, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die beiden Brücken und das südliche Manhattan hat. Beim Umbau wurde auch ein Durchgang durch das Gebäude geschaffen – zuvor riegelte das massive Gebäude den Zugang zum Ufer des East River ab. Im Gebäude befindet sich auch ein Museum zur Industriegeschichte Brooklyns.

Bilder oben: das Projekt Empire Stores ging aus dem Umbau eines ehemaligen Lagerhauses hervor. Von der Dachterrasse kann man die Manhattan Bridge und die Brooklyn Bridge sehen sowie das südliche Manhattan.

Bilder oben: der neu geschaffene Innenhof der Empire Stores.

Der Williamsburgh Savings Bank Tower

war nach seiner Fertigstellung bis 2009 mit 156 Metern das höchste Gebäude in Brooklyn; es wurde zwischen 1927 und 1929 von Helsley, McCormack und Helmer geplant und gebaut. Das Bankgebäude befindet sich an der Ecke Hanson Place / Ashland Place in Nachbarschaft zum Atlantic Terminal der Long Island Railroad und zum Peter Jay Sharp Building der Brooklyn Academy of Music. Der mehrstöckige Gebäudesockel aus Kalkstein zeigt zur Straße Ashland Place drei hohe Rundbogenfenster, hinter denen sich die Schalterhalle befindet. Die darüber liegenden und nach oben hin gestuft zurückspringenden Stockwerke und der Turmaufbau haben eine Ziegelfassade mit Terrakotta-Elementen. Der Turm schließt mit einer Kuppel auf einem Tambour.

Die Bank belegte nur die unteren Stockwerke, die oberen wurden als Büros und Arztpraxen genutzt.  Die Bank selbst ging durch Fusion in einer großen amerikanischen Bank auf; nach dem Verkauf des Gebäudes 2004 baute ein Investor den Tower in den Folgejahren zu Luxusappartements um, die Schalterhalle dient heute als Ort für verschiedene Veranstaltungen. Im Osten grenzt der Bankturm direkt an das Gebäude der Hanson Place Central United Methodist Church.

Auffallend an dem Gebäude sind die an allen vier Turmseiten angebrachten riesigen Uhren, die zu den größten in ganz New York gehören.

Zum Bild: Dank an die Bankkunden, die mit ihren Investitionen offensichtlich viel Gutes bewirkt haben.