Stuttgart Neuere Architektur

Neuere Bauten in Stuttgart

Auf dieser Seite werden beispielhaft einige neuere Gebäude (ab etwa der 1990er Jahre) dargestellt.

Das „Haus der Abgeordneten“ (1987)

1980 wurde ein Architekturwettbewerb zum Bau von Gebäuden für die Landtagsabgeordneten und für die Musikhochschule ausgeschrieben, die beide an der „Kulturmeile“, in direkter Nachbarschaft zur Neuen Staatsgalerie errichtet werden sollten. Diese wurde 1984 fertiggestellt.

Als Sieger aus dem Wettbewerb ging das Stuttgarter Büro Zinsmeister und Scheffler hervor. Sie bauten in den Jahren 1984 – 1987 das „Haus der Abgeordneten“. Das nahezu quadratische Gebäude weist vier Flügel um einen Innenhof auf und verfügt über ein Erdgeschoss, drei Obergeschosse und ein etwas zurückgesetztes Dachgeschoss. Bei der Materialität der Fassade (Travertin) nimmt das Haus Bezug auf die Neue Staatsgalerie.

Bilder oben: Blick von oben auf das „Haus der Abgeordneten“ vom Turm der Musikhochschule aus.

Bilder oben: Blick vom Riesenrad im Hof des Neuen Schlosses aus auf das „Haus der Abgeordneten“.  Zweites Bild: vom Neubau der Landesbibliothek aus sieht man die Gebäudefassade entlang der Ulrichstraße.

Bilder oben: das „Haus der Abgeordneten“ befindet sich direkt neben dem Turm der Muskhochschule und dem „Haus der Geschichte“, die sich in den Fensterflächen spiegeln.

Bilder oben: Aufgangstreppe vom Straßenniveau der B14 zum Hof zwischen Musikhochschule, „Haus der Geschichte“ und „Haus der Abgeordneten“.

Bilder oben: Glasfassade des Gebäudes an der B14.

Bilder oben: Blick auf das Gebäude von der Ulrichstraße aus.

Bilder oben: das „Haus der Angeordneten“ mit markantem Lüftungskamin.

Bilder oben: Blick von oben auf das Gebäude mit Innenhof und Ansicht vom Platz vor dem „Haus der Geschichte“ aus.

Gebäude der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), 1996, 2004

Auf dem ehemaligen Gelände des Rangier- und Güterbahnhofs hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof entstand nach dessen Schließung in den 1980er Jahren ab etwa 1990 auf einem großen dreieckigen Grundstück das so genannte Europaviertel. Es ist begrenzt von der Wolframstraße, der Heilbronner Straße, den noch oberirdisch verlaufenden Gleisanlagen des Hauptbahnhofs und vom Kurt-Georg-Kiesinger-Platz.

Als erste Gebäude entstanden zwischen 1989 und 1996 hier der Komplex der Hauptverwaltung der LBBW sowie ein Gebäude als Hauptsitz der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Der Raumbedarf für die LBBW war aber höher; so wurden später drei weitere Gebäude nördlich angeschlossen, darunter ein Hochhaus, der LBBW City Tower.

Später kamen das Einkaufszentrum „Milaneo“, das Gebäude der neuen Stuttgarter Stadtbibliothek, ein Hotelturm, ein Wohnhochhaus sowie weitere Bank- und Versicherungsgebäude hinzu. 

Städtebaulich ist das Viertel wenig überzeugend; besonders im Bereich der LBBW-Bauten und am Pariser Platz mag man sich eigentlich nicht aufhalten. Es gibt im Erdgeschoss keinerlei Gastronomie oder Läden, die Flächen sind weitgehend versiegelt, es gibt wenig Grün oder Sitzgelegenheiten.

Bilder oben: wenig Aufenthaltsqualität hat der Pariser Platz.

Bank- und Verwaltungszentrum LBBW, 1994

Als erstes Gebäude im Baufeld A1 des Projektes „Stuttgart 21“ realisierten vielmo architekten gmbh (Stuttgart / Berlin) direkt am Bonatz-Bau des Hauptbahnhof einen Bürokomplex für die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Das Architektenbüro gewann 1989 den Realisierungswettbewerb; die Bauarbeiten dauerten von 1989 bis 1994. Der Bürokomplex besteht aus einem langgestreckten Bau auf rechteckigem Grundriss mit drei öffentlich begehbaren Innenhöfen und einer konkav gekrümmten Fassade zum Hauptbahnhof hin. Der Bank- und Verwaltungskomplex beinhaltet auch ein Kunstforum mit Ausstellungsräumlichkeiten.

Die Gestaltung der Außenanlagen und Innenhöfe übernahm Kienleplan (Leinfelden-Echterdingen); auf deren Website (http://www.kienleplan.de/) kann man dazu das Folgende lesen:

„Die Außenanlagen werden von zumeist intensiven Dachgärten auf sieben Ebenen inszeniert. Die Höfe im Erdgeschoß sind durch drei Hauptthemen konzeptionell gegliedert:

  • Der erste Hof ist der `Steinerne Hof´, der als Vorplatz und erster Hof das Foyer bildet.
  • Im zweiten zentralen Innenhof, dem `Wasser Hof´, weiten große Wasserflächen den Raum und hellen ihn durch Lichtspiegelungen auf. Die Wasserflächen werden von der Abluft der Tiefgarage durchströmt und so eisfrei gehalten.
  • Der `Garten Hof´ bildet den dritten Hof. Diesem liegt die Idee eines Sonnenkalenders zu Grunde. Der wandernde Schatten der Gebäudelinien gibt den Jahresverlauf der Sonne wieder.  Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang werden an Kalenderlinien ablesbar, die als farbige Klinkerbänder Pflanzflächen und Wege strukturieren.“

Bilder oben: die mit Kalkstein verkleidete konkav gekrümmte Fassade zum Hauptbahnhof hin.

Bilder oben: Fassade entlang der Straße „Am Hauptbahnhof“.

Bild oben: Überdachter Eingangsbereich an der Straße „Am Hauptbahnhof“; hier git es auch einen Durchgang zum ersten „Steinernen Hof“; über eine Rampe/Treppe überwindet man den Höhenunterschied zum Niveau des Bahnhofsvorplatzes; die Tragkonstruktion der Rampe leuchtet in Signal-Gelb.

Bilder oben: die Rampe im gepflasterten ersten Innenhof des Bankkomplexes.

Bilder oben: der „Wasserhof“ und der „Gartenhof“.

Bilder oben: Rampe zum „Steinernen Hof“ und glas-überdachter Eingangsbereich.

Erweiterungsgebäude der LBBW, 2004

Auf den nördlicheren Baufeldern 1 und 2 entstanden zwischen 2001 und 2004 zwei 7-stöckige Gebäude, die über ein gemeinsames Dach miteinander verbunden sind, sowie nach Plänen von Wolfram Wöhr, Jörg Mieslinger und Gerold Heugenhauser (wma, Stuttgart, München) der LBBW City Tower, ein 60 Meter hoher Büroturm mit einer markanten Spitze zur Heilbronner Straße hin.

Die 7-stöckigen Gebäude bilden mit dem zwischen ihnen liegenden Dach einen „Torbogen“ zum Pariser Platz. Dieser wirkt – steingepflastert, ausgedehnt, kaum begrünt – etwas aus der Zeit gefallen. Ein Platz, auf dem man sich nicht gerne aufhält, insbesondere im Sommer, wenn das Pflaster sich aufheizt und nichts da ist, was Schatten spenden könnte.

Bilder oben: die beiden 7-stöckigen Gebäude der LBBW sind über ein gemeinsames, zum Teil verglastes Dach verbunden.

Der LBBW City Tower

Der 18-stöckige LBBW City Tower hat eine Doppelfassade; die äußere ist eine Stahl-/Weißglasfassade, die innere ist eine in Holz ausgeführte Pfosten-Riegel-Konstruktion mit einer Dreifachverglasung. Der Gebäudespitze zur Heilbronner Straße hin ist nur von der äußeren Fassadenschicht umhüllt.

Bilder oben: die markante dreieckige Gebäudespitze.

Bilder oben: der Büroturm setzt im Stadtbild eine Markierung. In der Fassade des Gebäudes spiegelt sich das Kopfgebäude des „Post-Dörfle“ an der Heilbronner Straße (jetzt ein Hotel).

Bilder oben: der Büroturm von der Heilbronner Straße aus gesehen, sowie von der Terrasse am GENO-Haus aus (rechts im Bild das Bürogebäude Z Up).

Bilder oben: der LBBW City Tower und das Anschlussgebäude vom Pariser Platz aus gesehen.

Bilder oben: der LBBW City Tower (Spiegelung in der Glasfassade des Bürohauses Z Up; der Bürotum bei nächtlicher Beleuchtung.

Bilder oben: der 7-stöckige Baukörper schmiegt sich an die Rundung des City Towers an.

Bilder oben: Baudetails: die Gebäudespitze, das transparente Treppenhaus und die Aufzugstürme.

Bilder oben: der gerundeten Seite des City Towers passt sich das Begleitgebäude an.

Bilder oben: der Bürokomplex bei Nacht.

Bilder oben: das Gebäudeensemble mit dem City Tower.

Das Bürohaus „Z-Up“ an der Heilbronner Straße (2009)

Zwischen 2007 und 2009 hat Wolfgang Kergaßner (Architekturbüro Kergaßner, Ostfildern/Stuttgart) in exponierter Lage an der Heilbronner Straße und in unmittelbarer Nachbarschaft zum GENO-Haus ein Büro- und ein Wohngebäude errichtet.

Das „Z up“ genannte Bürohaus fällt vor allem aufgrund seiner Fassadengestaltung auf und auch der Grundriss ist ungewöhnlich, nämlich Z-förmig, wie der Name schon suggeriert. In einer freien Ecke des „Z“ steht nun ein mehrstöckiges Wohnhaus und die gegenüberliegende Ecke ist ein freier Platz vor dem Gebäude, der einige Meter über dem Straßenniveau liegt. Insgesamt muss der Bau einen Höhenunterschied von zehn Metern kompensieren.

Zum Bild: während der Bauarbeiten.

Über das prägnante Bauwerk kann man bei baunetz.de vom Oktober 2009 die folgende Meldung lesen: „In Stuttgart wurde ein neues Bürohaus mit dem bezeichnenden Namen Z-Up im Frühjahr dieses Jahres fertig gestellt. Der Entwurf stammt aus der Feder des Ostfildener Architekturbüro Wolfgang Kergaßner. Während die Mieter – darunter hauptsächlich der Reader’s Digest Verlag – nach und nach ihr neues Firmendomizil beziehen, stehen die Außenanlagen mit neuem Platz und großzügiger Freitreppe als Entrée kurz vor der Fertigstellung.

Das markante Gebäude mit den runden Ecken liegt zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs an der Ecke Vordernbergstraße/ Heilbronner Straße. Das „Z“ steht für die Form des Grundrisses, während „UP“ auf die Hanglage über der Stadt verweisen soll (…). Die weißen, abgerundeten Fensterlaibungen zeigen sich im Retro-Look der sechziger und frühen siebziger Jahre und dominieren das Erscheinungsbild der Doppelfassade.“

Die abgerundeten Fassadenbänder befinden sich als zweite Fassade vor der eigentlichen Außenhaut des Gebäudes; die Sonnenschutz-Jalousien sind zwischen diesen beiden Schichten angebracht. Das neue Bürogebäude ersetzt eine an diesem Ort zuvor befindliche Tankstelle.

Bilder oben: Abriss der vorherigen Bauten und Bauarbeiten am Fundament des neuen Bürogebäudes; vorbereitete Stahlbewehrung vor dem Gießen des Betons.

Bilder oben: das Z-UP liegt an der Heilbronner Straße direkt neben dem GENO-Hochhaus.

Bilder oben: schräg gegenüber vom Gebäude ragt der Turm der LBBW in die Höhe.

Bilder oben: Das Sockelgebäude des GENO-Komplexes setzt seit der letzten Renovierung markante Farbkontraste.

Bilder oben: Freitreppe zum Haupteingang des Z-Up und Fassadenspiegelungen.

Bilder oben: das Bürogebäude am Abend.

Bilder oben: durch die gerundeten und ungleich großen Fassadenelemente ist das neue Bürogebäude kein langweiliger Kubus.

Die Galerie ABTART in Stuttgart-Möhringen, 2011

Das Gebäude der Galerie ABTART an der Rembrandtstraße im Stadtteil Stuttgart-Möhringen wurde 2011 von NIXDORF CONSULT Architekten + Ingenieure geplant und gebaut und sticht aufgrund seiner Gestaltung aus der Umgebungsbebauung deutlich hervor: aus einem Baukörper mit dreieckigem Grundriss aus dunkelgrauen Ziegeln kragen quaderförmige „Schaufenster-Boxen“ mit einer bronzefarbenen Metallverkleidung über die Fassade aus. Das Gebäude verfügt im Inneren über drei Ausstellungsebenen; was man von der Straße aus nicht sehen kann, ist der als Skulpturenhof genutzte Innenhof. Von hier aus werden auch die Ausstellungsräume belichtet. Auf der Website der Galerie http://www.abtart.com/ kann man über die Architektur des Hauses das Folgende lesen:

„Das Galeriegebäude setzt konsequent auf ein zeitgenössisches Erscheinungsbild als Zeichen für einen besonderen Ort zur Präsentation und Vermittlung junger Gegenwartskunst.

Im Äußeren ist das kubisch gegliederte Bauwerk geprägt durch ein ausgewogenes Gegenüber von dunklen Ziegeln, Glas und Bronze. Die beiden »Stadtfenster« mit ihren auskragenden Räumen und Rücksprünge in der Fassade führen zu einer spannungsvollen, plastischen Komposition, die nicht auf spektakuläre Effekte aus ist.

Entsprechend der räumlichen Idee des Außenkörpers entstehen auch im Inneren ablesbare Raumfolgen, denen verschiedenartige Nutzungen zugeordnet werden können.“ (…)

Zum Bild: die „Schauboxen“ ermöglichen schon von der Straße aus Einblick in die Ausstellungsräume.

Bilder oben: das Gebäude der Galerie ABTART besticht auch von der Materialkombination her: anthrazitfarbene Ziegel, bronzefarbenes Metall und großflächige Glasscheiben.

Das Zentrum für virtuelles Engineering (ZVE), 2012

An der Ecke Nobelstraße / Allmandring auf dem Uni-Campus in Stuttgart-Vaihingen haben die Architekturbüros UN Studio (Ben van Berkel, Amsterdam) und AS Plan (Kaisderslautern) in den Jahren 2006-2012 eine (so ist es gelegenlich in der Architekturkritik zu lesen) „organische Großform gebaut. Der Gebäudekomplex besteht aus einem vier- und einem zweistöckigen Baukörper. Letzterer schließt sich räumlich an einen Bestandsbau an, ersterer ist auf dreieckigem Grundriss ähnlich gerundet geformt wie das ebenfalls von UN Studio erbaute Mercedes-Benz-Museum.

Die Fassade besteht aus weißen Aluminiumtafeln und Fensterbändern aus einzelnen Fensterelementen, die alle leicht schräg zur Fassadenfläche eingepasst sind und so ein Sägezahnmuster ergeben.  Die Fensterleibungen sind blau oder gelb gefärbt; je nach Blickrichtung sieht man nur blaue oder nur gelbe Flächen.

Bilder oben: wird ein neues Gebäude gebaut oder eingeweiht, werden meist nur die Architekten namentlich erwähnt. Wahre Künstler sind aber auch die Mitarbeiter der Firmen, welche die Pläne der Architekten umsetzen: die Eisenflechter, Gerüstbauer oder Schalungsbauer. Die ZVE-Baustelle in verschiedenen Stadien des Baufortschritts.

Bilder oben: am Rohbau des VZE-Gebäudes kann man erkennen, wie später die Fensterelemente eingebaut werdensollen.

Das Gebäude wurde für das Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. errichtet. Die geradezu skulpturale Formung des Gebäudesockels setzt sich in der ebenso kunstvollen Anlage von geneigten und geschwungenen Grünflächen fort, welche von den Landschaftsarchitekten Gänßle und Hehr (Esslingen) geplant und umgesetzt wurde.

Auf ihrer Website schreiben die Gartenarchitekten das Folgende: „Unser Büro war mit der Freianlagenplanung bereits ganz zu Anfang mit einbezogen. Gestaltungsgedanken wurden im Zusammenhang mit dem Neubau dreidimensional im Computer dargestellt und weiterentwickelt. Dabei flossen die Formen des Gebäudes in die Modellierung der Außenanlagen ein – das Gesamterscheinungsbild entwickelte sich von Innen nach Außen. Entstanden ist so ein Freiraum mit geneigten Rasenflächen, der die Formensprache des Bauwerks widerspiegelt. Auch wurde bewusst auf umfangreiche Bepflanzungen verzichtet, um den Baukörper nicht zu verstellen und ihn ins rechte Licht zu setzten.“

Bild oben: das ZVE-Gebäude bei abendlicher Beleuchtung.

Bilder oben: das neue Gebäude für die Fraunhofer-Gesellschaft am Allmandring schließt sich dem Bestandsgebäude an; es besteht aus einem vier- und einem zweistöckigen Gebäudeteil.

Bilder oben: Übergang vom 4-stöckigen „Turm“ zum zweistöckigenGebäudeteil, der zum Bestandsgebäude hin abknickt.

Bilder oben: je nach Jahreszeit, Tageszeit und Blickwinkel erscheint die „Gebäude-Skulptur“ überraschend vielfältig.

Bilder oben: die schräg stehenden Fensterelemente in gelb oder blau.

Bilder oben: Eingangsbereich des Gebäudes.

Killesberghöhe Stuttgart, 2012

Zwischen dem Höhenpark Killesberg, der Akademie der Bildenden Künste und der Wohnbebauung am Kochenhof und am Weißenhof befand sich bis 2007 das Stuttgarter Messe-Gelände. Der Platz für die Ausstellungshallen und -Flächen wurde allerdings zunehmend knapp und auch das Parkplatzproblem war drängend. Zwischen 2004 und 2007 wurde daher auf den Fildern am Flughafen die Neue Messe erbaut, die alten Gebäude am Killesberg wurden nach dem Umzug der Messe zum neuen Standort ab 2007 abgebrochen (siehe dazu die nachfolgenden Bilder).

Bilder oben: Abbrucharbeiten an den alten Messehallen am Killesberg (2007).

Bild oben. Bauarbeiten an der Killesberghöhe (Februar 2012).

Seit 2013 findet man hier das noble Wohnquartier Killesberghöhe mit einem umfangreichen Nahversorgungsangebot inkl. Ladenzeile, Supermärkten, Arztpraxen, Cafés und einem Restaurant, einer Bank, einer Apotheke sowie einem Fitness-Center; auch eine Kindertagesstätte wurde einem der Wohngebäude angegliedert. Das Areal ist von einer Tiefgarage mit nahezu 500 Stellplätzen unterkellert. Die Killesberghöhe ist durch Buslinien und die U-Bahn (Stadtbahnlinie U7) bestens an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden. 

Auf einer Infotafel im grünen Innenhof der Anlage kann man unter der Überschrift „Die weiße Stadt im Grünen“ und „Multifunktionales Stadtquartier“ das Folgende lesen: „Killesberghöhe vereint heute exquisites Wohnen, eine Kindertagesstätte, öffentliche Bereiche und ein Quartierzentrum mit Arztpraxen, Fitnesscenter und öffentlichen Parkplätzen. (…) Der zentrale, begrünte Quartiersplatz bietet mit seinen Geschäften urbane Aufenthaltsqualität (…). Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung stehen am Quartiersplatz und am weitläufigen Höhenpark zur Verfügung.“

Bild oben: die Fassaden aller Gebäude der Killesberghöhe sind hell gehalten, teils aus Kratzputz, teils aus Naturstein oder als geschlämmtes Sichtmauerwerk.

Nördlich der Stresemannstraße haben international renommierte Architekten (David Chipperfield architects, Baumschlager und Eberle, KCAP sowie Ortner & Ortner Baukunst) das Quartier  Killesberghöhe geschaffen, während ein paar Jahre früher südlich der Straße die nicht minder noble Seniorenresidenz Augustinum entstanden ist, geplant und gebaut von wulf & partner.

Im Stil und der Formensprache nimmt die neue Wohnsiedlung Bezug auf die nahe gelegene Weißenhofsiedlung. Ortner & Ortner Baukunst waren für die Gesamtplanung der Anlage sowie für das Geschäftszentrum und drei mehrgeschossige Wohnhäuser auf einer etwas erhöht gegenüber der Stresemannstraße liegenden Promenade zuständig, von David Chipperfield stammt ein Wohngebäude mit der angegliederten Kindertagesstätte und sowohl KCAP als auch Baumschlager und Eberle haben jeweils drei mehrstöckige „Stadtvillen“ beigetragen.

 

Bild oben. Baudetail (Terrasse einer der Stadtvillen).

Alle Gebäude sind ähnlich gestaltet und geben dem Ensemble ein einheitliches Gepräge. Die Fassaden sind alle hell verputzt oder bestehen aus hellem Naturstein oder aus geschlämmtem Sichtmauerwerk und erklären den Slogan „Weiße Stadt im Grünen“; das Grün findet sich einerseits im großen zentralen Quartiersplatz, in den Innenhöfen und Vorgärten der einzelnen Gebäude, als auch im sich anschließenden neu gestalteten Parkgelände, der so genannten „Grünen Fuge“ und natürlich im angrenzenden Höhenpark Killesberg.

Bilder oben: die Killesberghöhe zu verschiedenen Jahreszeiten.

Bilder oben: Fitnesscenter und Ladenzeile in der Killesberghöhe.

Bilder oben: Café und begrünter Innenhof mit Spielgeräten für Kinder.

Bilder oben: Restaurant mit Außenterrasse an der Killesberghöhe.

Bilder oben: Durchgang durch den Gebäuderiegel entlang der Straße „Am Kochenhof“.

Bilder oben: der Siedlung schließt sich der Parkbereich der „Grünen Fuge“ an mit einem verschlungenen Wegenetz.

Bilder oben: die von David Chipperfield architects gebaute Kindertagesstätte an der Killesberghöhe.

Bilder oben: die im Innenhof der Killesberghöhe aufgestellten Info-Stelen zum Gesamtprojekt und zu den Beiträgen der einzelnen Architekturbüros.

Bilder oben: über die U-Bahnlinie U7 und Buslinien ist die Killesberghöhe gut in das Nahverkehrsnetz eingebunden. Und der Bus fährt (nahezu) bei jedem Wetter.

Bilder oben: die U-Bahnlinie U7 (Stadtbahn) fährt zur neu gestalteten Haltestelle am Killesberg, die direkt am Quartier Killesberghöhe liegt.

Der Hospitalhof (Lederer, Ragnarsdóttir, Oei, 2014)

Das Architekturbüro LRO (Lederer, Ragnarsdóttir, Oei) hat zwischen 2012 und 2014 nach einem Architekturwettbewerb in 2009 neben der Hospitalkirche das Verwaltungs- und Seminargebäude der Evangelischen Kirche (in den 1950er Jahren von Wolf Irion erbaut) durch einen Neubau ersetzt.

Der Hospitalhof ist aber nicht nur ein Büro- bzw. Verwaltungsgebäude, sondern auch ein Bildungszentrum der Evangelischen Kirche, ein Haus, in dem alle möglichen Veranstaltungen: Seminare, Konzerte, Ausstellungen oder Tagungen stattfinden können.

An dem Ort befand sich ursprünglich das Dominikanerkloster; die Klosterkirche, die Hospitalkirche, wurde im 15. Jahrhundert von Jörg Abelin erbaut und im 18. Jahrhundert der Turm durch eine barocke Variante ersetzt. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und die Gebäude als Hospital genutzt; daher der Name von Kirche und Verwaltungsbau. Die ehemaligen Klostergebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und auch die Kirche wurde schwer getroffen. Rudolf Lempp baute sie verkleinert in anderer Form in den 1950er Jahren wieder auf; die vom Langhaus übrig gebliebene Südwand blieb als Ruinenteil erhalten.

Das neue Hospitalhofgebäude bildet einen halböffentlichen Innenhof, der an den Kreuzgang des früheren Klosters erinnert. Verstärkt wird dieser Eindruck noch dadurch, dass in den angrenzenden Gebäudeflügeln zum Hof hin die Flure mit stockwerkshohen Fenstertüren angeordnet sind. Die Fassade des Gebäudes besteht aus hellen Ziegeln; die zum Teil runden Fenster und die Fensterverdachungen sind typische Stilmerkmale der Bauten des Büros von Arno Lederer.

Eine Ausnahme bei der Fensterform bildet die Gebäudeseite, mit der die ruinenhafte Außenmauer der kriegszerstörten Kirche auf die ursprüngliche Länge fortgesetzt wird: hier nehmen schmale Spitzbogenfenster das historische Vorbild auf.

Spitzbogenfenster im neuen Gebäudeteil nehmen die historischen Gegegebenheiten der kriegszerstörten Hospitalkirche auf.

Bilder oben: der Neubau schließt sich den Ruinenwänden der Hospitalkirche an.

Bilder oben: Keine Gebäudeseite ist wie die andere; die Formensprache ist reich an gestalterischen Ideen.

Bilder oben: Gebäudedetails: „Bullaugen-Fenster“ mit Sonneschutz, Fensterverdachungen und Ziegel-Lamellen.

Bilder oben: mit den pinkfarbenen Markisen zeigt der sich hier erstreckende Gebäudeflügel ein freundliches Gesicht.

Bilder oben: überdachter Verbindungsgang vom Neubau zur Hospitalkirche; der Innenhof erinnert an den Kreuzgang des ursprüglich hier befindlichen Dominikanerklosters.

Bild oben: in den Fenstern der zum Innenhof hin zeigenden Gebäudeseite spiegelt sich die Hospitalkirche.

Bild oben: Eingangsbereich zum Hospitalhof.

Bilder oben: Fassade an der Gymnasiumstraße mit Dreiecksfenstern im Erdgeschoss.

Bilder oben: Großer Saal im Hospitalhof mit einer Deckenverkleidung aus Holzlamellen.

Skyline Office und Skyline Living, 2017

Nach Plänen von Daniel Baukus und Mark Pfeifer von der Bülow AG wurde zwischen 2015 und 2017 auf der „City Prag“ im Stuttgarter Norden ein Gebäudeensemble aus einem 6-stöckigen Bürogebäude und einem 22 Stockwerke hohen Wohnturm errichtet. Das Bürogebäude wurde für die Daimler Financial Services AG gebaut (heute „Daimler Mobility“). Der ohnturm beginnt mit einem Restaurant im Erdgeschoss; ansonsten sind in dem knapp 80 Meter hohen Gebäude 146 Mietwohnungen untergebracht, auch für kurzfristigere Aufenthalte. Das Skyline Living ist das höchte Wohngebäude in Stuttgart.

Die Mieter der Wohnungen finden sich in guter Wohnlage; direkte Nachbarn sind das Theaterhaus und das Varieté, die Stadtbahnhaltestelle am Pragsattel liegt einige Schritte entfernt und mit dem Killesberpark ist auch das Naherholungsgebiet vor der Tür. Zur Nahversorgung können Geschäfte, Arztpraxen, Fitnesscenter und Bäckerei in der Killesberghöhe dienen.

Die Verglasung der Wohnungen reicht bis zum Boden; auf den transparenten Balkonbrüstungen an den Gebäudeecken ist ebenfalls eine Verglasung angebracht; die rahmenlosen Scheiben können horizontal verschoben sowie gedreht werden. Die Wandscheiben sind von Geschoss zu Geschoss versetzt und unterscheiden sich in Farbe und Materialität.

2022 wurde in der Nachbarschaft der „Porsche Design Tower“ ebenfalls von der Bülow AG errichtet. Dieser Büro- und Hotelturm überragt das „Slyöine Living“ nochmals um 10 Meter.

Bild oben: Blick vom Killesberg-Turm im Killesberg-Park nach Osten; auf der „City Prag“ sind 2017 bzw. 2022 das Hochhaus „Skyline Living“ und der „Porsche Design Tower“ entstanden; im Hintergrund der Burgholzhof und das Robert-Bosch-Krankenhaus, rechts der Hochbunker am Pragsattel und das Stuttgarter Polizeipräsidium.

Bild oben: rechts das Hochhaus „Skyline Living und (ganz rechts) das Bürogebäude „Skyline Office“; im Hintergrund der „Porsche Design Tower“ und links daneben das Stuttgarter Theaterhaus.

Bilder oben: Blick vom Killesberg-Park auf das „Skyline Living“.

Bilder oben: das Wohnhochhaus „Skyline Living“ und das Bürogebäude „Skyline Office“; gegenüber diesem 6-Stöckigen Gebäude befindet sich das 2003 fertiggestellte Gebäude der Mercedes-Benz-Bank (Architekt war hier der Stuttgarter Hans-Joachim Ziltz). Letztes Bild: Blick vom Eingangsbereich des „Porsche Design Tower“ auf den Wohnturm „Skyline Living“.

Bilder oben: das Bürogebäude „Skyline Office“.

Bilder oben: der Mietwohnungs-Turm „Skyline Living“.

Bilder oben: das Hochhaus am Morgen, bei Abendsonne und beginnender Dämmerung.

Bilder oben: Innenhof zwischen Hochhaus und Bürogebäude; Eingangsbereich des Wohnturms und Restaurant im Erdgeschoss.

Bilder oben: In der unmittelbaren Nachbarschaft des Hochhauses befindet sich das Stuttgarter Theaterhaus und seit der Fertigstellung 2022 der „Porsche Design Tower“.

Bilder oben: Details der Fassadenverkleidung und der Verglasung der Balkone bzw. Loggien.

Bilder oben: In der obersten Wohnetage gibt es ein Penthouse; die Gebäudetechnik auf dem Dach verbirgt sich hinter einer Verkleidung.

Bilder oben: während der Bauarbeiten am Hochhaus (2016).

Kinderhaus Kirchhaldenschule, Botnang, 2018

Im Stuttgarter Stadtteil Botnang haben für die Landeshauptstadt als Bauherr Günter Hermann Architekten die dortige Kirchhaldenschule um ein so genannter „Kinderhaus“ ergänzt. Hier ist im Erdgeschoss eine Ganztagsbetreuung und in den beiden Obergeschossen eine Kindertagesstätte untergebracht. Im Gebäude gibt es auch einen großen Mensa-Raum, welcher auch für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Das Gebäude ist mit einer Holzfassade aus vorgegrautem Lärchenholz versehen; auf drei Seiten gibt es umlaufende Fluchtbalkone; ein bronzefarbenes Edelstahlnetz dient der Absturzsicherung.

Das in den Hang hinein gebaute und sehr kompakte Gebäude ist mit den Bestandsbauten durch einen überdachten Gang verbunden. 2018 wurde das Kinderhaus fertiggestellt. Es ist für den DAM-Preis des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt im „Architekturführer Deutschland 2020“ gelistet.

Vor die umlaufenden Balkone ist ein bronzefarbenes Edelstahlnetz als Absturz-Sicherung gespannt.

Bilder oben: das Gebäude ist in den Hang hinein geschoben; von oben sieht man nur die beiden Obergeschosse, vom Hof aus kommt man auch in das Erdgeschoss.

Bilder oben: Gebäudedetails; die beiden Obergeschosse sind mit Lärchenholz verkleidet; vertikale Lichtbänder sind in die Fläche eingelassen.

Cloud No. 7, 2018

Das 60 Meter hohe und 18 Stockwerke umfassende Hochhaus an der Ecke Wolframstraße 7 Heilbronner Straße beherbergt ein Luxushotel und luxuriöse Eigentumswohnungen. Geplant und gebaut wurde das höchste Wohngebäude der Stuttgarter Innenstadt zwischen 2013 und 2018 von dem Berliner Architekturbüro Grüntuch Ernst Architekten.

Die Fassadenkonstruktion und -gestaltung übernam das schweizerisch-amarikanische Büro tec Architecture. Die geschwungenen und gerundeten Glas- und Metallbrüstungen wurden mit speziellen Leichtbaufassaden-Platten von Knauf realisiert.

Bilder oben: Blick vom Aussichtspunkt an der Birkenwaldstraße auf das Gebäude Cloud No. 7.

Bilder oben: die  unteren Etagen werden als Hotel von der Steigenberger-Gruppe genutzt, darüber schließen sich die Wohnappartements mit großen Loggien an. Die Tragwerksstruktur des Gebäudes ist z. T. sichtbar.

Bilder oben: Blick von der Heilbronner Straße und dem Bürogebäude „Look21“ aus auf den Hotel- und Wohnturm.

Bilder oben: Gebäudedetails.

Die John-Cranko-Ballettschule, 2020

Das neue Gebäude für die John-Cranko-Ballettschule (mit Internat) ist ein sich am Hang staffelnder monolithischer Betonkörper. In den Hang hineingebaut befindet sich in den unteren drei Geschossen die Probebühne als Abbild der Bühne der Stuttgarter Oper, womit eine realitätsnahe Umgebung und Dimension gefunden ist.

Darauf stapeln sich vier Betonquader in Stufen übereinander; sie enthalten jeweils einen größeren und einen kleineren Ballettsaal. Der Kopfbau an der Werastraße ist vier Stockwerke hoch und nimmt die Internatsräume auf sowie Küche, Speisesaal und Gemeinschaftsräume.

Insgesamt erstreckt sich das Bauwerk über 10 Stockwerke. Gebaut haben es Burger Rudacs Architekten in den Jahren 2016 bis 2020. Das Haus bietet Raum für die Probebühne des Stuttgarter Balletts sowie für die von John Cranko 1961 gegründete Ballettschule. 

Bilder oben: das Internatsgebäude der John-Cranko-Ballettschule an der Werastraße.

Bilder oben: Blick von der Werastraße auf die Westfassade des Gebäudes; im Hintergrund die Innenstadt mit dem Turm des Hauptbahnhofs.

Bilder oben: Blick vom Urbanplatz auf das Gebäude mit Treppen („Stäffele“).

Mensa für die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule und die Heilbrunnenschule; Stuttgart-Möhringen, 2020

Das Stuttgarter Architekturbüro hammeskrause hat 2020 für die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule und die Heilbrunnenschule in Stuttgart Möhringen auf dem Schulcampus ein gemeinsames Mensa-Gebäude fertiggestellt, welches auch für Veranstaltungen aller Art genutzt werden kann. Zu dem Farbkonzept beigetragen haben auch Schüler/innen der beiden Schulen, die bei Workshops ein entsprechendes Konzept entwickelt haben. In der Stuttgarter Zeitung vom 5. Juli 2020 schreibt die Verfasserin Ulla Hanselmann des Artikels „Ein kunterbuntes Haus“ das Folgende:

„Kunterbunt ist die neue Mensa der Anne-Frank Gemeinschaftsschule und der Heilbrunnenschule in Stuttgart-Möhringen. Die Holzkonstruktion ist von beschichteten Aluminiumschindeln überzogen – die Farben Ginstergelb, Karminrot, Minzgrün und Pastelltürkis formen ein fröhliches Muster, das an eine sonnenbeschienene Blumenwiese erinnert. Die bunte Aluminiumhaut fügt Fassade und Dach zu einer Einheit – und gestattet der Mensa einen Auftritt mit Aplomb.

"Ein kunterbuntes Haus" - die Mensa der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule.

Der vom Stuttgarter Büro Hammeskrause Architekten geplante Bau fällt aber auch durch seine archetypische Form aus der Reihe: kein Flachdach, wie es die beiden Bestandsbauten aufweisen; die Anne-Frank-Schule, mit ihrer Waschbetonfassade und den holzgerahmten Fensterbändern ein typischer Vertreter der sechziger Jahre. Stattdessen haben die Architekten dem neuen Schulbaustein ein Satteldach aufgesetzt.

So machen sie den elementaren Zweck der Mensa sichtbar: „Hier werden Mahlzeiten eingenommen, Feste gefeiert, Schulrituale finden statt“, sagt der Architekt Nils Krause. Mit der traditionellen Dachform wie auch der ungewöhnlichen Fassade habe man die Mensa zudem als einendes Herz der beiden Schulen kennzeichnen wollen, so Krause.“ 

Bilder oben: ein ungewöhnliches Gebäude.

Bilder oben: das Satteldach kragt im Eingangsbereich weit vor und schützt so vor Regen oder praller Sonne.

Bilder oben: die Farbgestaltung setzt sich bei der Möblierung fort.

Turm am Mailänder Platz (2022)

In den Visualisierungen für den Neubau der Stadtbibliothek am Mailänderplatz ruhte der helle „Bücher-Kubus“ in einem künstlichen See, sodass besonders bei nächtlicher Beleuchtung spektakuläre Spiegelungen entstanden, die an das indische Taj Mahal denken ließen. Leider blieben diese Vorstellungen eine Vision; mittlerweile engen Nachbarbauten (das Einkaufszentrum „Milaneo“, Bankgebäude und Hotelgebäude) den Platz für die Stadtbibliothek ein. Auf das künstliche Gewässer wurde verzichtet und spätestens seit der Fertigstellung des „Turms am Mailänder Platz“ ist auch der Blick auf die Stadtbibliothek weitgehend verstellt.

Der neue, 61 Meter hohe Hotelturm wurde vom Büro RKW Architekten + (Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH, Düsseldorf) geplant und gebaut; auf einem 6-geschossigen Sockelgebäude (das damit die Baulinie der Nachbargebäude aufnimmt) ragt ein Turm mit 16 weiteren Stockwerken und einem unsymmetrisch trapezförmigen Grundriss in die Höhe. Sockelgeschoss und Turm werden von zwei Hotelketten genutzt; in den beiden ersten Geschossen des Sockelgebäudes gibt es auch Läden und Gastronomie.

Die Fassade sollte ursprünglich begrünt werden; weshalb es dazu aber nicht kam, wird unterschiedlich begründet. Stattdessen wurde sie mit Faserzementplatten verkleidet, die zum Teil ein dekoratives Relief zeigen. Der Entwurf für diese Muster stammt von der Künstlerin und Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (Stuttgart) Mariella Mosler. Die Montage der Platten hielt aber schon dem ersten Sturm nicht stand und so mussten alle Elemente gegen solche aus Aluminiumguss ausgetauscht werden. Seit 2022 ist das Gebäude bezogen und die Hotels haben ihren Betrieb aufgenommen.

Bilder oben: der „Turm am Mailänder Platz“, links das Bürogebäude „Look 21“, das vor allem vom Südwestmetall Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. genutzt wird; rechts das Gebäude des Baden-Württembergischen Handwerkstags e.V..

Bilder oben: der Hotelturm befindet sich an der Heilbronner Straße in Nachbarschaft zum Einkaufszentrum „Milaneo“ und dem Wohnhochhaus „Cloud 7“.

Bilder oben: der „Turm am Mailänder Platz“ und das Gebäude „Look 21“; letzte beiden Bilder: Spiegelung des Turms in der Glasfassade des Gebäudes des Baden-Württembergischen Handwerkstages.

Bilder oben: die Fassade besteht aus Platten in unterschiedlichen Grautönen und solchen mit Relief-Ornament.

Porsche Design Tower, 2023

Ende 2021 wurde der Rohbau des 90 Meter hohen „Porsche Design Tower“, geplant und gebaut von der Bülow AG, nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit  fertiggestellt. Die Montage der Glas-Fassaden-Module geschah parallel zum Rohbau. 2023 wurde das „Mixed Use-Gebäude“ in Betrieb genommen. Auf einen 3 Stockwerke hohen Sockel folgen zunächst 8 Geschosse, die für Büros (von der Porsche Consulting GmbH) genutzt werden; die Stockwerke 9 bis 23 mit verminderter Querschnittsfläche – was eine große Dachterrasse freilässt – haben eine Hotelnutzung; hier gibt es auch eine Bar und eine Restaurant.

Die Fassadengestaltung des Turms (siehe Bild) orientiert sich am Look des sich anschließenden „Porsche-Erlebnis-Zentrums“ mit Showroom, Werkstätten und Waschstraße. Der Turm steht auf dem Stuttgarter Pragsattel, wo auch das Wohnhochhaus „Skyline Living“ 2017 fertiggestellt wurde.

Bild oben: das Gebäude ist eine Stahlbeton-Skelett-Konstruktion; die Fassade besteht aus Fenstermodulen, die per Kran eingehoben und von innen montiert wurden.

Bilder oben: verschieden Phasen des Roh- und Fassadenbaus.

Bilder oben: Montage der Fenstermodule am Turm und Montage der großen Glasscheiben auf Höhe des Übergangs von den Büros zum Hotel: hier rückt die Glasfassade hinter die Stützen.

Bilder oben: Rohbau und Fassadeneinbau liefen parallel ab.

Bilder oben: der „Porsche Design Tower“ nach Fertigstellung.

Bilder oben: Turmschaft mit Hoteleingang und sichtbare Stützen des Tragwerks.

Bilder oben: der „Porsche Design Tower“ befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stuttgarter Theaterhaus, der Mercedes-Benz-Bank und dem Wohnturm „Skyline Living“.

Bilder oben: Baudetails: am Übergang von den Büroetagen zu den Stockwerken mit Hotelnutzung verjüngt sich die Querschnittsfläche des Gebäudes und schafft Platz für eine Dachterrasse.

„DOC“, das „Degerloch Office Center“ (2023)

Im Stadtteil Degerloch am Stadtausgang Stuttgarts an der Bundesstraße B27 (Albplatz) wurde ein Parkhaus abgerissen; an seine Stelle trat ein großes Bürogebäude; ein vormals von Siemens Nixdorf genutztes benachbartes Bürogebäude wurde umgestaltet.

Träger für das als „Degerloch Office Center“ (DOC) bezeichnete Projekt war die Freiburger Unternehmensgruppe Unmüssig. Das Architekturbüro WWA Architekten (München) war für die Planung zuständig. Das „DOC“ besteht aus dem 6-stöckigen Neubau mit Tiefgarage und dem „revitalisierten“ 5-stöckigen Bestandsgebäude. Der Neubau ist nun Hauptsitz einer Krankenversicherungsgesellschaft. Im umgebauten Bestandsgebäude gibt es eine Versorgungsinfrastruktur mit Gastronomie, Fitnesseinrichtung und Kita für die im Komplex Beschäftigten. Außerdem ziehen in die Büros hier unterschiedliche Mieter ein.

Die Gebäude konnten Ende 2023 bezogen werden.

Der Neubau hat einen komplexen Grundriss: drei quer zur B27 stehende Riegel werden durch voll verglaste Längstrakte so miteinander verbunden, dass zwei Innenhöfe entstehen. So bleiben die Gebäudetiefen überall gering und die Räumen werden gut mit Tageslicht versorgt. Das Erdgeschoss und das Dachgeschoss sind jeweils raumhoch verglast und springen etwas zurück. Ein zur Straße und zur gegenüberliegenden Seite hin weit auskragendes Flachdach schließt das Gebäude ab. Dadurch entsteht auch eine überdachte Dachterrasse. Die weiße Aluminium Pfosten-Riegel-Fassade verleiht dem Bürokomplex ein nobles und helles Erscheinungsbild.

Eingangsbereich

Bilder oben: der neue Bürokomplex an der B27 am Albplatz in Stuttgart-Degerloch.

Bilder oben: das Degerloch Office Center.

Bilder oben: im Vordergrund das neue Bürozentrum, links im Hintergrund der ABB-Tower am Albplatz (1992).

Bilder oben: das auskragende Flachdach erzeugt eine überdachte Dach-Terrasse.

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