Stuttgart Neuere Wohnbau-Architektur

Neuere Wohnbau-Projekte in Stuttgart

Auf dieser Seite werden neuere Wohnbauprojekte (ab etwa der 1990er Jahre bis etwa 2020) vorgestellt. Oft sind diese nicht am Stadtrand / auf der „grünen Wiese“ entstanden, sondern durch Sanierung von Bestandsquartieren, durch Nachverdichtung oder Umnutzung von innerstädtischen Flächen. Teilweise handelt es sich auch um gemischt genutzte Quartiere (Wohnen / Gewerbe / Kultur, Freizeit und Bildung / Gastronomie).

Allerneueste Wohnbauarchitektur (ab ca. 2020) gibt es auf der Seite Stuttgart – neueste Wohnbau-Architektur zu sehen.

Das Stuttgarter Bohnenviertel – Stadtsanierungsprojekt mit Neubau (1977 – 1997)

(Nachfolgender Text orientiert sich an dem Abschnitt „Bohnenviertel“ im Buch WohnOrte – 50 Wohnquartiere in Stuttgart von 1890 – 2002 -, Karl Krämer Verlag, 2004, Christina Simon, Thomas Hafner)

Das so genannte Bohnenviertel hat seinen Ursprung im 15. Jahrhundert und stellte damals die erste größere Stadterweiterung dar. Den Namen erhielt der Stadtbereich wohl aufgrund des Anbaus von Bohnen in den Gärten der nicht sehr begüterten Bewohner*innen. Räumlich begrenzt wird das Viertel heute durch die B14 im Norden, die B27 (Charlottenstraße) im Osten sowie das angrenzende Leonhardsviertel.

Ende der 1960er Jahre war ein Abriss des kompletten, etwas heruntergekommenen Viertels in Planung. Die Stadtgesellschaft und verschiedene Institutionen stellten sich aber diesen Plänen entgegen. Das Denkmalschutzjahr 1975, das die Einstellung zur Bestandsarchitektur veränderte, gab schließlich wohl den Impuls dazu, das Viertel stattdessen zu erhalten, zu sanieren und neu zu beleben. Ein 1976 ausgeschriebener Wettbewerb gab den Bewerbern vor, den nutzungsgemischten Charakter des Bohnenviertels (Wohnen, Arbeiten, Handel und Gastronomie) möglichst zu erhalten, ebenso seine kleinteiligen Strukturen.

1977 begannen dann die Sanierungsarbeiten, welche Modellcharakter für ähnliche Maßnahmen anderswo hatten. Zunächst wurden viele der Altbauten restauriert/saniert; zwei größere Bauprojekte kamen dann hinzu: entlang der Charlottenstraße entstand im Sinne einer Blockrandbebauung eine sechsgeschossige Gebäudezeile, welche den Block wie ein Lärmschutzwall abschirmt. Getrennt durch einen begrünten Innenhof entstand parallel dazu eine Gebäudereihe nach Art britischer Town-Houses (siehe nebenstehende Bilder). Geplant und gebaut haben die britischen Architekten John Darbourne und Geoffrey Dark und der deutsche Architekt Ulfert Weber.

Bilder oben: die Blockrandbebauung entlang der Charlottenstraße. Hier sind im Erdgeschoss Läden und Dienstleistungsbetriebe untergebracht; zur Straße hin verläuft ein Arkadengang.

Bilder oben: Blockrandbebauung im Bohnenviertel.

Bilder oben: bei der Blockrandbebauung sind im Erdgeschoss Läden und Dienstleistungsbetriebe untergebracht, die durch einen Arkadengang erschlossen werden.

Bilder oben: Mural am Eckgebäude Charlottenstraße/Olgastraße; das Gemälde stammt von der Kölner Künstlerin Gizem Erdem; letztes Bild: Rückseite der Gebäudezeile vom Innenhof aus gesehen.

Bilder oben: die Town-Houses von Dearbourne and Dark entlang der Rosenstraße.

Bilder oben: Gebäudedetails der Town-Houses: Eingangsbereiche und Blick auf die Gebäudezeile vom Innenhof aus.

Zitat aus o.g. Buch: „Zahlreiche Wohnungen sind mit Terrassen oder Gärten versehen. Bemerkenswert ist die weitgehend individuelle, reihenhausartige Erschließung nach englischem Vorbild. Die meisten Wohnungen sind als „stapelbare Einfamilienhäuser“ direkt vom Hof oder von einer „Dachstraße“ aus zugänglich. Die Bebauung entlang der Charlottenstraße erhielt mehrere Preise (u.a. den Paul-Bonatz-Preis 1983 und den Hugo-Häring-Preis 1983). Die Erschließung im Quartier ist durch Stiche und Schleifen gekennzeichnet. Sie sind verkehrsberuhigt oder autofrei als Fußgänger- und befestigte Spielbereiche angelegt. (…)“

Zitat von der Website stuttgart-tourist.de zu den Town-Houses:

„Was Anfang der 1980er in der Charlotten- und Rosenstraße neu geschaffen wurde, ist heute Geschichte: denkmalwerte Geschichte. Seit 2018 stehen die „Town Houses“ im Bohnenviertel auf der Liste der Stuttgarter Denkmäler. Statt einer Flächensanierung erstritt eine Bürgerinitiative in den 1970er Jahren den Bau einer Wohnanlage im Stil englischer Stadthäuser. Gemäß der Devise „Neues Wohnen in alten Städten“ entstanden von 1980 bis 1982 fünfzig geförderte Wohnungen samt Hinterhöfen, Gärten, Spielplätzen und einer Tiefgarage. Die Anlage an der Charlottenstraße besitzt einen geschlossenen Charakter als achtgeschossiger Lärmschutzbau. Die Wohnungen sind hier zum Innenhof ausgerichtet. An der Rosenstraße stehen dafür drei hoch aufragende „Town Houses“ mit markanten Satteldächern. So nahm das Projekt neue Ideen des sozialen Wohnungsbaus auf und erschuf das „gestapelte Ein-Familienhaus für die Stadt“ mit gemeinschaftlichen und privaten Freibereichen.“

Bilder oben: das sanierte Bohnenviertel: kleinteilig strukturiert mit autofreien Zugangsstraßen und geschützten Spielplätzen.

Bilder oben: im Bohnenviertel gibt es viele kleine Läden und ein reich gemischtes Gastronomieangebot.

Bilder oben: Gebäude aus der Gründerzeit, Neubauten im Zuge der Sanierung des Quartiers, versteckte Hinterhöfe und eine dichtes Wegenetz, bei dem sich öffentlicher und privater Raum auch trennen lässt, machen den Charme des Bohnenviertels aus.

Und auf der Website bw-guide.de kann man zum Charakter des sanierten Bohnenviertels das Folgende lesen:

„Das Bohnenviertel Stuttgart ist nur wenige Minuten von der Stuttgarter Innenstadt entfernt. Es ist ein Stadtquartier, in dem ein Stück historisches Stuttgart sich in die moderne Zeit hinüberretten konnte. Dort befindet sich der einzige Teil der historischen Altstadt. Es liegt zwischen dem Charlottenplatz und dem Leonhards Platz.

Seinen Namen erhielt das Bohnenviertel ursprünglich seiner armen Bewohner wegen, die in Ihren Gärten Bohnen anpflanzten. (…) Bewohnt wurde das Bohnenviertel von Handwerkern und Weinbauern. Um 1900 verkauften viele ihre Weinberge als Bauplätze und wurden Blumen oder Gemüsehändler, Gastwirte, Altwarenhändler oder Kaufleute.

Als das Stadtviertel in den 70er-Jahren überbaut werden sollte, setzte die Bevölkerung sich stattdessen für ein typisches Innenstadtquartier zum Wohnen und zum Arbeiten ein. So wurden nach einem Wettbewerb Innenhöfe begrünt, Kinderspielplätze errichtet und der Verkehr beruhigt. Das Viertel wurde mit Rücksicht auf den quartiertypischen Charakter des Bohnenviertels saniert, sodass die urbane Mischung von Wohnen und Arbeiten somit der vorhandene Altbaubestand des Viertels bestehen bleiben konnte.

Man trifft hier auf zahlreiche Cafés, Restaurants, urige Weinstuben, die an die Besenwirtschaften der Weingärtner von damals erinnern, deren Weinberge direkt hinter der Weberstraße mit seinen Wiesen und Wäldern lagen. (…)“

Zum Bild: saniertes Gebäude im Bohnenviertel.

Die Internationale Gartenausstellung , die „Wohnen Expo 2000“, 1993

Das „Grüne U“

Im Sommer 1993 fand in Stuttgart die Internationale Gartenausstellung (IGA 93) statt; die dafür am nachhaltigsten umgesetzte städtebauliche Maßnahme war die Schaffung des so genannten „Grünen U“: dazu sollten vorhandene Park- und Grünbereiche so zu einer U-förmigen Anordnung verbunden werden, dass man vom Killesberg auf grünen Wegen bis zum Schlossplatz gelangen kann, ohne unterwegs Autos zu begegnen. Um dies zu bewerkstelligen, wurden Fußgängerbrücken gebaut (am Löwentor und am oberen Eingang des Rosensteinparks) und durch Umgestaltung des Wartberggeländes und des Leibfriedschen Gartens der Höhenpark Killesberg mit dem Rosensteinpark und weiter mit dem Unteren, Mittleren und Oberen Schlossgarten verbunden.

Bilder oben: das Stuttgarter Architekturbüro Schlaich Bergermann Partner (sbp) baute 1993 eine komplexe Netzwerk-Fußgängerbrücke über die Heilbronner Straße; damit werden auch das Wartberggelände und der Leibfriedsche Garten miteinander verbunden. Im Hintergrund der Bülow-Turm.

Bilder oben: das Wartberg-Gelände kann vom Höhenpark Killesberg aus über Fußgängerbrücken (über die Stresemannstraße) zu Fuß erreicht werden. Im unteren Teil zur Heilbronner Straße hin gibt es einen künstlich angelegten Teich (Egelsee) und Wasserspiele; im Hintergrund der Bülow-Turm.

Bilder oben: eine Netzwerkbrücke für Fußgänger verbindet den Leibfriedschen Garten mit dem Rosensteinpark.

Die „Wohnen 2000 Expo“

Auf einer Randfläche zwischen Heilbronner Straße, Bahnlinie und Nordbahnhofstraße sollte zudem unter dem Titel „Wohnen Expo 2000“ eine umfangreiche Bauausstellung stattfinden. Es sollten experimentelle Gebäude entwickelt werden, die dem Motto „Verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur in der Stadt“ gerecht würden.

Eingeladen waren nach einem entsprechenden Wettbewerb schließlich 13 Architekten aus 11 europäischen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden, Polen, Frankreich, Niederlande, Schweiz und Österreich). Geplant wurde ab 1988 und zur Eröffnung der IGA im Frühjahr 1993 waren die Bauten auch (weitgehend) fertiggestellt. Es entstanden sieben bis zu 8-stöckige Mehrfamilienhäuser mit 100 Mietwohnungen und 19 Einfamilien-Reihenhäuser. Die in der Ausschreibung formulierten Erwartungen waren hoch und konnten wohl nicht in jedem Fall vollständig eingelöst werden. Experimentiert wurde mit der photovoltaischen Energieversorgung, mit getrennter Verwendung von Regenwasser für die Toilettenspülen, mit Heizung durch Fernwärme und mit neuen sozialen und kommunikativen Wohnformen.

Da die beteiligten Architekten schon allein aufgrund ihres jeweils landeseigenen kulturellen Hintergrunds ganz unterschiedliche Vorstellungen von Wohnungsbau hatten, entstand ein sehr buntes (Kritiker nannten es chaotisches…) Gemisch von Lösungen.

Bild oben: ein dreigliedriges Reihenhaus wird von einem gemeinsamen Dach beschirmt („Frankreich-Häuser“ von Françoise-Hélène Jourda und Gilles Perraudin, Lyon).

Bilder oben: Wohnen Expo 2000-Häuser vom niederländischen Architekturbüro Mecanoo.

Bilder oben: Geschosswohnungsbau (Gullichsen, Kairamo, Vormala / Helsinki).

Bilder oben: experimentelle Photovoltaik-Anlagen auf dem Wintergartendach (Büro HHs Architekten, Hegger, Hegger-Luhnen und Schleif / Kassel).

Bilder oben: Reihenhausgruppen, vorletztes Bild: „England-Häuser“ (The ECD Partnership, London) und (letztes Bild:) „Polen-Häuser“ (Elzbieta Muszynska, Krysztof Muszynski und Lech Baranski, Lodz).

Bilder oben: die „Österreich-Häuser“ stammen von den Grazer Architekten Karla Szyszkowitz-Kowalski und Michael Szyszkowitz.

Bilder oben: Mehrfamilienhäuser von Gullichsen Kairamo Vormala / Helsinki.

Neues Wohnquartier am Burgholzhof (2006)

Der Burgholzhof liegt auf einer Anhöhe in Nachbarschaft zum Robert-Bosch-Krankenhaus zwischen Zuffenhausen und Bad Cannstatt an der Auerbachstraße und am Roten Stich. Bis 1934 war dort ein großes landwirtschaftliches Gut mit einem Gutshof. Diesen Gutshof hatte 1829 der Wirt der Cannstatter Gastwirtschaft „Adler“ erbaut.

Auf dem Gelände der hier nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelten amerikanischen Streitkräfte (Robinson Baracks) entstand auf einer ca. 10,5 Hektar großen Fläche in den Jahren 1996 bis 2006 ein neues Siedlungsgebiet mit Häusern im Niedrigenergie-Standard. Etwa 3000 Wohnungen unterschiedlicher Größe sind hier entstanden. Zudem wurde hier auch eine Grundschule mit Sporthalle gebaut. Teile des ehemaligen Gutshofgebäudes wurden umgebaut. Hier und in Erweiterungsbauten sind Gemeinschaftseinrichtungen entstanden, so ein Bürgerhaus, Kindertagesstätten, ein Jugendtreff, ein Ökumenisches Zentrum und Nahversorgungselemente, etwa ein Friseurladen und eine Bäckerei. Im Gebäude der Grundschule befindet sich auch die Heizzentrale, welche das gesamte Wohngebiet mit Wärme versorgt. Neben Erdgas kommt hier auch Solarenergie zum Einsatz; dazu wurden auf Gebäudedächern insgesamt 2000 Quadratmeter solarthermische Kollektoren installiert. Der Entwicklung des neuen Quartiers lag also ein detaillierter Energie- und Sozialplan zugrunde.

Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr erfolgt vom Verkehrsknotenpunkt Pragsattel oder von Bad Cannstatt aus mit der Buslinie 57.

Aktuell (2025/2026) wird im Zuge der Erweiterung des Robert-Bosch-Krankenhauses am Burgholzhof um ein neues Klinikgebäude, Personalwohnungen, einen Supermarkt und eine Kindertagessstätte eine Verbesserung der Erreichbarkeit des Gebietes durch den Bau einer Seilbahn erwogen, die am Pragsattel starten könnte.

Bilder oben: über eine Buslinie ist das neue Wohngebiet an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Hier die Haltestelle an der Auerbachstraße.

Die landschaftliche Lage ist spektakulär mit bester Aussichtslage nach allen Richtungen und der Nähe zu einem Naherholungsgebiet; gesteigert werden kann die gute Aussicht bei Benutzung des 27 Meter hohen Burgholzhofturms, der 1891 vom Cannstatter Verschönerungsverein errichtet und in neuerer Zeit (1987)  aufwändig instandgesetzt wurde. Oberamtsbaumeister Friedrich Keppler, der den Entwurf für den Turm lieferte, plante ein Bauwerk in Form eines „altertümlichen Kastells“.

Bilder oben: Blick vom Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) auf den Burgholzhof, Weinberge am Burgholzhof mit Blick auf das Neckartal und Blick auf die Punkthäuser an der Auerbachstraße von den benachbarten Weinbergen aus.

Bilder oben: von der am neuen Wohngebiet vorbeiführenden Auerbachstraße hat man einen wunderbaren Ausblick auf die benachbarten Weinberge, das Neckartal mit Stadion und Mercedes-Benz-Museum und auf die Stadtteile Bad Cannstatt und Münster (mit der Müllverbrennungsanlage).

Bilder oben: der 27 Meter hohe Burgholzhofturm mit der Aussichtsplattform in 18 Meter Höhe; einen Aufzug gibt es nicht, man muss schon die Stufen hochsteigen.

Die US-Armee verblieb auf einem abgesperrten Teilbereich des Geländes. Am höchsten Punkt des Burgholzhofes befindet sich einerseits der Aussichtsturm und andererseits ein weithin sichtbarer Mast mit Richtfunkantennen (siehe nebenstehende Bilder).

An Stelle des jetzigen neuen Wohngebietes befanden sich Mannschafts- und Offiziershäuser der US-Armee; das Gelände wurde im Zuge der Folgen der Deutschen Wende im Jahr 1993 von den Amerikanern an den Bund übergeben und im Jahr 2008 von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) gekauft. Die SWSG ließ auf dem Gelände insgesamt 13 bis zu 6-stöckige Gebäude errichten. Hier gibt es sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen, die zum Teil als Sozialwohnungen gefördert sind. Darüber hinaus bauten auf dem Burgholzhof auch vier (private) Baugemeinschaften, denn die Stadt wollte auf dem Gelände möglichst viele unterschiedliche Träger bauen lassen: so entstanden die Wohn-Projekte Haus Wabe, Mobile und Mosaik und das Projekt Gandhi GBR.

Zur Geschichte des Burgholzhofes ist noch zu erwähnen, dass dort die Wehrmacht ab 1930 eine Kaserne errichten ließ (Flandernkaserne). Die durch Kriegseinwirkungen während des Zweiten Weltkriegs nur wenig in Mitleidenschaft gezogenen Kasernenbauten wurden nach 1945 zunächst als Unterkünfte für so genannte „displaced persons“ genutzt, das sind v.a. befreite Kriegsgefangene und ehemalige Zwangsarbeiter. 1948 übernahm die US-Armee das Gelände und ließ dort ab 1950 unter dem Namen Robinson Baracks Mannschaftsquartiere in Form von mehrgeschossigen Reihenhäusern sowie Offiziersvillen errichten. Auch eine Kirche, eine Schule und ein großes Einkaufszentrum für das Militärpersonal entstand in der Nähe des Burgholzhofturmes; diese Einrichtungen wurden als PX/BX bezeichnet (Post Exchange / Base Exchange). 

Vom Schulgebäude aus betrieben die Amerikanischen Streitkräfte auch einen Radiosender: AFN Stuttgart (American Forces Network, „The Eagle“) sendete ab 1958 und war/ist auch bei der deutschen Zuhörerschaft sehr beliebt wegen der amerikanischen Musik, die dort die Zeiten zwischen Werbung, Nachrichten, Verkehrsmeldungen und allerlei Ratschlägen für die amerikanischen Hörer/innen füllte: Jazz, Rock n’Roll, Pop und Country…

Bilder oben: an der Straße Roter Strich befinden sich auch Wohnanlagen des benachbarten Robert-Bosch-Krankenhauses.

Bilder oben: 6-stöckige Punkthäuser entlang der Auerbachstraße.

Bilder oben: mehrgeschossige Punkthäuser im neuen Wohnquartier. Alle Gebäude verfügen über Balkone, die teilweise in Stahlbauweise der Fassade vorgestellt sind.

Bilder oben: Zeilenbebauung im Wohnquartier Burgholzhof; die Gebäude haben teilweise weit auskragende Flugdächer, welche große Dachterrassen schützen und stets auch Balkone, Loggien oder Wintergärten.

Bilder oben: auch Zeilenbebauung in Holzbauweise trifft man auf dem Burgholzhof an. 

Bilder oben: die Grundschule mit Sporthalle im Wohngebiet Burgholzhof.

Bilder oben: überdachter Eingangsbereich der Grundschule.

Bild oben: die im Grundschulgebäude integrierte Heizzentrale versorgt das gesamte Wohngebiet mit Wärme.

Bild oben: in den Gebäuden des ehemaligen Gutshofes sind jetzt Infrastruktur- sowie soziale Einrichtungen untergebracht: das Ökumenische Zentrum, eine Bäckerei, ein Friseurgeschäft, das Bürgerzentrum und das Jugendhaus.

Im Buch „WohnOrte“, herausgegeben von Christina Simon und Thomas Hafner (Karl Krämer Verlag, Stuttgart, 2. Aufl. 2004) kann man zum Burgholzhof in dem Artikel von Katrin Voermanek das Folgende lesen:

„Der Burgholzhof gilt als eines der wichtigsten Konversionsprojekte in Stuttgart. (…) Die Planungsgeschichte des Quartiers klingt mustergültig: Offener städtebaulicher Wettbewerb, Einbeziehung aller Preisträger in die Realisierung, Planungswerkstätten mit Bürgerbeteiligung, vorgeschriebener Niedrigenergiestandard, übergreifendes Gestaltungskonzept – angesichts der Größe und und der zu erwartenden Bedeutung des Quartiers hat man sich bemüht, hier einmal alles richtig zu machen.

(…)

Im Juli 1995 standen die Fellbacher Planer Parvanta und Wohnhaas mit Arthur Mohl (Stuttgart) als Sieger fest, und auf Grundlage ihres prämierten Wettbewerbentwurfs wurde der Bebauungsplan geändert. Nach dem Abriss der ehemaligen Mannschaftsgebäude erfolgte im Dezember 1996 der erste Spatenstich, 1997 zog die zweite Planungswerkstatt Zwischenbilanz, im Sommer 1998 konnten die ersten Bewohner einziehen.

Dem Gesamtkonzept von Parvanta und Wohnhaas folgend, ist das Planungsgebiet in übersichtliche, aber teilweise sehr dichte Einzelquartiere gegliedert, zwischen denen Grünzonen und einige Spielplätze liegen. (…)

Eine zentrale Fußgängerachse, an der auch die Infrastruktureinrichtungen angelagert sind, durchquert in Ost-West-Richtung das gesamte Gebiet. Realisiert wurden Geschosswohnungsbauten als Punkthäuser, Zeilen oder blockartige Strukturen, zumeist mit vier bis sechs Geschossen und in stark schwankender architektonischer Qualität.

(…) Drei an der Auerbachstraße gelegene Sonderbausteine sind die Wohnanlage des Robert-Bosch-Krankenhauses (Architekt: Joachim Schürmann, Köln), die Grundschule mit Sporthalle (Architekt: Günter Herrmann, Stuttgart) und der historische Gutshof aus dem 19. Jahrhundert. In ihm wurden neben einem kleinen Laden und einer Bäckerei einige soziale Einrichtungen untergebracht: Kindergarten, Jugendtreff, ökumenisches Zentrum und eine Beratungsstelle des Allgemeinen Sozialen Dienstes.“ (…)

Bild oben: Blick vom Robert-Bosch-Krankenhaus auf den Burgholzhof und die zum Krankenhaus gehörenden Wohngebäude.

Das Wohnstift Augustinum (Seniorenresidenz), 2009

An der Stresemannstraße / Oskar-Schlemmer-Straße ist zwischen dem neuen Wohnquartier Killesberghöhe und der historischen Weißenhofsiedlung in städtebaulich exponierter Lage von 2007 bis 2009 auf einem Teilgebiet der ehemaligen Messe Stuttgart eine noble Seniorenresidenz entstanden: das Augustinum.

Das Büro Wulf + Partner Architekten (Stuttgart) hat die vier bis zu 8 Stockwerke hohen Doppel-Kuben mit insgesamt annähernd 100 Appartements und einer Vielzahl von Gemeinschaftsräumen (Foyer, Gastronomie, Bibliothek, Veranstaltungssaal, Ladenpassage, Wellnessbereich, Schwimmbad, …) geplant und gebaut.

Die Gebäudeblöcke sind auf einem großzügig gestalteten Grünareal angeordnet und untereinander durch einen gläsernen, zwei Etagen umfassenden,  Sockelbereich verbunden.

Die Appartements verfügen über Loggien, die von Stockwerk zu Stockwerk versetzt angeordnet sind und so eine Monotonie der ansonsten sehr zurückhaltend gestalteten Fassaden verhindern.

Zum Bild: verglastes Treppenhaus zwischen den beiden Gebäudeblöcken.

Bilder oben: Blick auf das Augustinum vom Aussichtsturm im Höhenpark Killesberg aus.

Bilder oben: die Wohnanlage besteht aus 4 Doppelkuben mit bis zu 8 Stockwerken.

Bilder oben: die Loggien sind versetzt angeordnet.

Bilder oben: ein bis zu 2-stöckiger verglaster Sockelbereich verbindet alle Gebäude miteinander.

Bilder oben: der Haupteingang befindet sich an der Oskar-Schlemmer-Straße gegenüber dem Neubau 1 der Kunstakademie.

Bilder oben: Treppenhaus zwischen den beiden Gebäudeblöcken.

Killesberghöhe Stuttgart, 2012

Zwischen dem Höhenpark Killesberg, der Akademie der Bildenden Künste und der Wohnbebauung am Kochenhof und am Weißenhof befand sich bis 2007 das Stuttgarter Messe-Gelände. Der Platz für die Ausstellungshallen und -Flächen wurde allerdings zunehmend knapp und auch das Parkplatzproblem war drängend. Zwischen 2004 und 2007 wurde daher auf den Fildern am Flughafen die Neue Messe erbaut, die alten Gebäude am Killesberg wurden nach dem Umzug der Messe zum neuen Standort ab 2007 abgebrochen.

Bild oben: Bauarbeiten an der Killesberghöhe (Februar 2012).

Bilder oben: Blick auf die Killesberghöhe von einer Fußgängerbrücke über die Straße Am Kochenhof aus; rechts im Hintergrund die Akademie der Bildenden Künste (Altbau).

Seit 2013 findet man hier das noble Wohnquartier Killesberghöhe mit einem umfangreichen Nahversorgungsangebot inkl. Ladenzeile, Supermärkten, Arztpraxen, Cafés und einem Restaurant, einer Bank, einer Apotheke sowie einem Fitness-Center; auch eine Kindertagesstätte wurde einem der Wohngebäude angegliedert. Das Areal ist von einer Tiefgarage mit nahezu 500 Stellplätzen unterkellert. Die Killesberghöhe ist durch Buslinien und die U-Bahn (Stadtbahnlinie U7) bestens an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden. 

Auf einer Infotafel im grünen Innenhof der Anlage kann man unter der Überschrift „Die weiße Stadt im Grünen“ und „Multifunktionales Stadtquartier“ das Folgende lesen: „Killesberghöhe vereint heute exquisites Wohnen, eine Kindertagesstätte, öffentliche Bereiche und ein Quartierzentrum mit Arztpraxen, Fitnesscenter und öffentlichen Parkplätzen. (…) Der zentrale, begrünte Quartiersplatz bietet mit seinen Geschäften urbane Aufenthaltsqualität (…). Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung stehen am Quartiersplatz und am weitläufigen Höhenpark zur Verfügung.“

Bild oben: die Fassaden aller Gebäude der Killesberghöhe sind hell gehalten, teils aus Kratzputz, teils aus Naturstein oder als geschlämmtes Sichtmauerwerk.

Nördlich der Stresemannstraße haben international renommierte Architekten (David Chipperfield architects, Baumschlager und Eberle, KCAP sowie Ortner & Ortner Baukunst) das Quartier  Killesberghöhe geschaffen, während ein paar Jahre früher südlich der Straße die nicht minder noble Seniorenresidenz Augustinum entstanden ist, geplant und gebaut von wulf & partner.

Im Stil und der Formensprache nimmt die neue Wohnsiedlung Bezug auf die nahe gelegene Weißenhofsiedlung. Ortner & Ortner Baukunst waren für die Gesamtplanung der Anlage sowie für das Geschäftszentrum und drei mehrgeschossige Wohnhäuser auf einer etwas erhöht gegenüber der Stresemannstraße liegenden Promenade zuständig, von David Chipperfield stammt ein Wohngebäude mit der angegliederten Kindertagesstätte und sowohl KCAP als auch Baumschlager und Eberle haben jeweils drei mehrstöckige „Stadtvillen“ beigetragen.

 

Bild oben: Baudetail (Terrasse einer der Stadtvillen).

Bilder oben: Ortner & Ortner Baukunst haben die drei Wohngebäude entlang der erhöhten Position an der Stresemannstraße erbaut; letztes Bild: das von David Chipperfield architects errichtete Gebäude (mit angrenzender Kindertagesstätte).

Alle Gebäude sind ähnlich gestaltet und geben dem Ensemble ein einheitliches Gepräge. Die Fassaden sind alle hell verputzt oder bestehen aus hellem Naturstein oder aus geschlämmtem Sichtmauerwerk und erklären den Slogan „Weiße Stadt im Grünen“; das Grün findet sich einerseits im großen zentralen Quartiersplatz, in den Innenhöfen und Vorgärten der einzelnen Gebäude, als auch im sich anschließenden neu gestalteten Parkgelände, der so genannten „Grünen Fuge“ und natürlich im angrenzenden Höhenpark Killesberg.

Bilder oben: die „Stadtvillen“; Baudetails.

Bilder oben: die Killesberghöhe zu verschiedenen Jahreszeiten.

Bilder oben: Fitnesscenter und Ladenzeile in der Killesberghöhe.

Bilder oben: Café und begrünter Innenhof mit Spielgeräten für Kinder.

Bilder oben: Restaurant mit Außenterrasse an der Killesberghöhe.

Bilder oben: Durchgang durch den Gebäuderiegel entlang der Straße „Am Kochenhof“.

Bilder oben: der Siedlung schließt sich der Parkbereich der „Grünen Fuge“ an mit einem verschlungenen Wegenetz.

Bilder oben: die von David Chipperfield architects gebaute Kindertagesstätte an der Killesberghöhe.

Bilder oben: die Wohnblocks der Killesberghöhe spiegeln sich in einem Teich des benachbarten Höhenparks.

Bilder oben: in der Vorweihnachtszeit sind die Geschäftsgebäude entlang der Straße „Am Kochenhof“ weihnachtlich beleuchtet.

Bild oben: in einem Teilbereich der Siedlung Killesberghöhe gibt es eine Ladenzeile, Einzelhandelsgeschäfte, Supermärkte, Arztpraxen und Gastronomie; hier die Rolltreppe und der Aufzug zu den Supermärkten im Untergeschoss.

Bilder oben: das „Geschäftsviertel“ der Killesberghöhe.

Bilder oben: die Wohnblock um den großen begrünten Innenhof (unter dem sich die große Tiefgarage befindet).

Bilder oben: Gebäudeflügel entlang der Straße „Am Kochenhof“; hier sind im Erdgeschoss eine Bank und verschiedene Läden untergebracht, in den Obergeschossen ein Fitnesscenter.

Bilder oben: im Erdgeschoss eines der Gebäude entlang der Stresemannstraße gibt es auch ein gut frequentiertes Bäckerei-Café mit Außenterrasse im Innenhof der Wohnsiedlung.

Bilder oben: die im Innenhof der Killesberghöhe aufgestellten Info-Stelen zum Gesamtprojekt und zu den Beiträgen der einzelnen Architekturbüros.

Bilder oben: über die U-Bahnlinie U7 und Buslinien ist die Killesberghöhe gut in das Nahverkehrsnetz eingebunden. Und der Bus fährt (nahezu) bei jedem Wetter.

Bilder oben: die U-Bahnlinie U7 (Stadtbahn) fährt zur neu gestalteten Haltestelle am Killesberg, die direkt am Quartier Killesberghöhe liegt.

Wohnhäuser BF 30 am Höhenpark Killesberg, 2014

An der „Grünen Fuge“ im Höhenpark Killesberg, gegenüber dem neuen Wohnquartier Killesberghöhe, ist 2014 ein Baugruppenprojekt, bestehend aus zwei 4-stöckigen Gebäuden mit insgesamt 12 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Baugemeinschaft „Think Green“ als Bauherrschaft beauftragte das Architekturbüro Bottega + Ehrhardt Architekten GmbH (Stuttgart) mit Planung und Ausführung. Die beiden durch Loggien, Balkone und Terrassen stark gegliederten Gebäude bilden aufgrund ihrer identischen Fassadengestaltung eine bauliche Einheit. Die Bezeichnung BF30 stammt aus den Bebauungsplänen der Stadt und bedeutet „Baufeld 30“. Die beiden Gebäude sind durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden; im Keller und im Erdgeschoss gibt es auch Gemeinschaftsräume.

Die Gebäude erhielten 2017 eine Auszeichnung beim Hugo-Häring-Preis.

Zum Bild: das Baugruppenprojekt BF30 an der (im Winter weißen) „Grünen Fuge“.

In einem Interview von Thomas Geuder auf der Website german-architects.com beantwortet Architekt Henning Ehrhardt dessen Fragen zu dem Projekt. Zitat (Auszug):

„Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Das Bewerbungsverfahren der Stadt verlangte bereits hocheffiziente Gebäudekonzepte, sodass wir uns für ein Energieeffizienzhaus 40 mit einem Miniblockheizkraftwerk im Contracting-Verfahren sowie dezentralen, kontrollierten Wohnraum Be- und Entlüftungen mit Wärmerückgewinnung entschieden haben.

Zum Bild: Frühlingsblüte vor einem der BF30-Wohnhäuser.

Welche speziellen Produkte oder Materialien haben zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Entscheidend zur prägnanten Gestalt der Gebäude trägt die Fassade aus Eternitplatten bei. Die homogenisierende Materialität verstärkt das Zusammenspiel der beiden Wohnhäuser im Sinne einer Gemeinschaft und verleiht ihnen eine eigene starke Identität. Zugleich erzeugen die geschliffenen, betongrauen Platten eine sich ständig wechselnde Lebendigkeit der kubischen Volumina mit ihren eingeschnittenen Loggien und Dachterrassen.“

Auf der Website www.magazin-quartier.de kann man zu dem Mehrgenerationen-Projekt das Folgende lesen: „Die Wohnhäuser BF30 sind das Ergebnis einer selbst iniziierten Baugruppe, die am Killesberg im Stuttgarter Norden eine moderne und nachhaltige Form des Mehrgenerationenwohnens abbilden. (…)

Die beiden Baukörper verfügen insgesamt über 12 unterschiedlich große Wohnungen, die individuell auf die einzelnen Baugruppenmitglieder zugeschnitten sind: von der fünfköpfigen Familie bis zum Single, zudem bei drei Familien in der jeweiligen Kombination mit der eigenen Elterngeneration, sodass ein real gelebtes Mehrgenerationenwohnen entstehen konnte.

Die beiden Wohnhäuser besetzen die im Bebauungsplan exakt vorgegebenen Baufelder und bilden die harte, räumliche Kante zum angrenzenden Höhenpark Killesberg. Der nördlichere, größere Baukörper mit einer Kantenlänge von 12,80 m × 25,00 m beinhaltet sieben Wohnungen, der südlichere, kleinere Baukörper mit einer Kantenlänge von 14,75 m × 13,20 m fünf Wohnungen. Sämtliche Wohnungen orientieren sich mit ihren raumhoch verglasten Wohnräumen und ihren Balkonen und Terrassen nach Osten gen Park, während die Schlafräume mit Bandfenstern weitestgehend auf das angrenzende, leider in seiner architektonischen Qualität weniger erbauliche Einfamilienhausneubaugebiet orientiert sind. Unter Wahrung einer homogenen äußeren Gestalt, die die Zusammengehörigkeit beider Baukörper als ein Ganzes kennzeichnen sollte, wurden verschiedenste Wohnungstypen, zugeschnitten auf unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen, entwickelt.“

Bilder oben: die beiden Wohngebäude auf dem Baufeld 30 der Killesberghöhe wurden für eine Mehrgenerationen-Baugemeinschaft geplant und realisiert.

Bilder oben: in Fortsetzung der Bebauung an der Reinhold-Nägele-Straße sind weitere Wohngebäude entstanden.

Generationenübergreifendes Wohnquartier „Feuerbacher Balkon“ (2013)

Bild oben: Blick von der Stadtbahnhaltestelle „Föhrich“ auf die Wohngebäude des „Feuerbacher Balkons“.

In den Jahren 2010 bis 2013 sind am Wilhelm-Braun-Stadtpark auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses in Stuttgart-Feuerbach 16 neue Wohngebäude mit insgesamt ca. 170 Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts und unterschiedlicher Größe sowie ein Quartiershaus entstanden. Bauherren waren das Siedlungswerk Stuttgart und die Samariter-Stiftung Nürtingen. Planende Architekten waren ORplan Partnerschaft für Architeltur und Städtebau (für den Bebauungsplan) und das Tübinger Architekturbüro Hähnig | Gemmeke Freie Architekten BDA in Zusammenarbeit mit Stefan Fromm Landschaftsarchitekten BDLA.

Die Gebäude wurden in Hanglage errichtet, sie gruppieren sich um einen zentralen Quartiersplatz, an dem sich auch das Quartiers- und Servicehaus befindet. Hier gibt es auch eine Kindertagesstätte, eine Bäckerei sowie ein Quartiers-Café. Von diesem Platz aus gelangt man an die Hangkante, wo eine eingefasste Plattform wie ein Balkon einen Abschluss bildet. Von hier aus gelangt man auch auf kurzem Weg zu einer nahen Stadtbahn-Haltestelle. Das Quartiers- und Servicehaus entstand durch Umbau des ehemaligen Bettenhauses des Feuerbacher Krankenhauses.

Bilder oben: das ehemalige Bettenhaus des Krankenhauses wurde zum Quartiers- und Service-Haus umgebaut und dabei mit vorgestellten Loggien versehen.

Bilder oben: auf dem Gelände entstanden sind Punkthäuser mit 5 Etagen (inklusive Staffelgeschoss), 4-geschossige Mehrfamilienhäuser und ein größerer Gebäuderiegel an der Erschließungsstraße Kitzbüheler Weg.

Bilder oben: Blick auf den zentralen Quartiersplatz.

Bilder oben: die namensgebende Plattform reicht bis an die Hangkante und bildet quasi einen „Balkon“.

Zum Quartiers- und Service-Haus kann man auf der Website www.feuerbach.de das Folgende lesen: „In der Mitte des Wohnquartiers steht das Service- und Quartiershaus der Samariterstiftung. Die Wohnungen werden bevorzugt an ältere Menschen mit Hilfebedarf vermietet. Im Erdgeschoss befinden sich ein Veranstaltungsraum und das Café ‚kitz 7′. Beide werden für Seminare oder Geburtstage auch an Externe vermietet.“

Für die Grünflächen zwischen den Gebäuden wurde der vorhandene Baumbestand weitest möglich erhalten. Hier gibt es Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten und die Fußwege zur Erschließung der Wohngebäude verlaufen hier.

Auf der Website des Bundesbaublattes (www.bundesbaublatt.de) kann man zu dem neuen Quartier das Folgende lesen: „Generationsübergreifend finden in 168 Wohnungen auf einer Wohn- und Nutzfläche von ca. 15.500 m² alle Bevölkerungsschichten zu­­sammen – von Singles über Familien mit und ohne Kinder über Senioren, die hier einen stadtnahen Ruhesitz gefunden haben bis zu Menschen mit Behinderungen in speziellen Wohngruppen. Auch die Mixtur von Miet- und Eigentumswohnungen sorgt dafür, dass ein vielseitiges Neubauensemble mit einer lebendigen und sozial gemischten Bewohnerstruktur entsteht. Die vermieteten Wohnungen befinden sich zum größten Teil im Besitz des Siedlungswerkes.

(…) Auf Grundlage einer Marktuntersuchung ist eine städtebaulich-architektonische Konzeption entwickelt worden, die neben zahlreichen Neubauten auch die Umnutzung des ehemaligen Bettenhauses der Klinik zu einem Gästehaus vorsah. Mit diesem Konzept eines urbanen, sozial ausgerichteten Wohnquartiers mit Dienstleistungen sowie einer ‚Mitte der Generationen‘ gingen das Siedlungswerk und die Samariter-Stiftung als Sieger hervor.

Anschließend erfolgte in Eigenregie ein Einladungswettbewerb, den das Tübinger Architekturbüro Architekten Hähnig | Gemmeke Freie Architekten BDA in Zusammenarbeit mit Stefan Fromm Landschaftsarchitekten BDLA gewann. Es ist ihnen gelungen, ein in sich stimmiges, städtebauliches Gesamtkonzept für alle Bereiche des Wohnungsbaus zu entwickeln, das klar und übersichtlich gegliedert ist. Die wertvollen Baumbestände blieben erhalten und sind über einen grünen Platz miteinander verbunden. Der „grüne Platz“ wiederum überwindet über eine Sitzstufenanlage und kleinen Spielplätzen den Höhenunterschied zwischen dem oberen und unteren Geländeniveau. (…)

Das urbane Zentrum des Quartieres bildet die ‚Mitte der Generationen‘, ein geräumiger, lang gestreckter Platz, um den sich mehrere Wohn- und Geschäftsgebäude gruppieren.“ (…)

Bilder oben: das ehemalige Bettenhaus des Feuerbacher Krankenhauses ist jetzt Quartiers- und Service-Haus.

Bilder oben: der zentrale Quartiersplatz, die „Mitt der Generationen“ wird auf einer Seite vom Quartiers- und Srvice-Haus abgeschlossen, die gegenüberliegende Seite endet mit dem „Feuerbacher Balkon“.

Skyline Office und Skyline Living, 2017

Nach Plänen von Daniel Baukus und Mark Pfeifer von der Bülow AG wurde zwischen 2015 und 2017 auf der „City Prag“ im Stuttgarter Norden ein Gebäudeensemble aus einem 6-stöckigen Bürogebäude und einem 22 Stockwerke hohen Wohnturm errichtet. Das Bürogebäude wurde für die Daimler Financial Services AG gebaut (heute „Daimler Mobility“). Der Wohnturm beginnt mit einem Restaurant im Erdgeschoss; ansonsten sind in dem knapp 80 Meter hohen Gebäude 146 Mietwohnungen untergebracht, auch für kurzfristigere Aufenthalte. Das Skyline Living ist das höchte Wohngebäude in Stuttgart.

Die Mieter der Wohnungen finden sich in guter Wohnlage; direkte Nachbarn sind das Theaterhaus und das Varieté, die Stadtbahnhaltestelle am Pragsattel liegt einige Schritte entfernt und mit dem Killesberpark ist auch das Naherholungsgebiet vor der Tür. Zur Nahversorgung können Geschäfte, Arztpraxen, Fitnesscenter und Bäckerei in der Killesberghöhe dienen.

Die Verglasung der Wohnungen reicht bis zum Boden; auf den transparenten Balkonbrüstungen an den Gebäudeecken ist ebenfalls eine Verglasung angebracht; die rahmenlosen Scheiben können horizontal verschoben sowie gedreht werden. Die Wandscheiben sind von Geschoss zu Geschoss versetzt und unterscheiden sich in Farbe und Materialität.

2022 wurde in der Nachbarschaft der „Porsche Design Tower“ ebenfalls von der Bülow AG errichtet. Dieser Büro- und Hotelturm überragt das „Skyline Living“ nochmals um 10 Meter.

Bild oben: Blick vom Killesberg-Turm im Killesberg-Park nach Osten; auf der „City Prag“ sind 2017 bzw. 2022 das Hochhaus „Skyline Living“ und der „Porsche Design Tower“ entstanden; im Hintergrund der Burgholzhof und das Robert-Bosch-Krankenhaus, rechts der Hochbunker am Pragsattel und das Stuttgarter Polizeipräsidium.

Bild oben: Blick vom „Aussichtspunkt Pragsattel“ aus (beim Robert-Bosch-Krankenhaus) auf den Verkehrsknoten am Pragsattel und das Appartement-Hochhaus „Skyline Living“. Ganz links der ehemalige Hochbunker auf dem Pragsattel. Der Gebäudekomplex im Vordergrund ist die Mercedes-Benz-Bank.

Bild oben: rechts das Hochhaus „Skyline Living und (ganz rechts) das Bürogebäude „Skyline Office“; im Hintergrund der „Porsche Design Tower“ und links daneben das Stuttgarter Theaterhaus.

Bilder oben: Blick vom Killesberg-Park auf das „Skyline Living“.

Bilder oben: das Wohnhochhaus „Skyline Living“ und das Bürogebäude „Skyline Office“; gegenüber diesem 6-Stöckigen Gebäude befindet sich das 2003 fertiggestellte Gebäude der Mercedes-Benz-Bank (Architekt war hier der Stuttgarter Hans-Joachim Ziltz). Letztes Bild: Blick vom Eingangsbereich des „Porsche Design Tower“ auf den Wohnturm „Skyline Living“.

Bilder oben: das Bürogebäude „Skyline Office“.

Bilder oben: der Mietwohnungs-Turm „Skyline Living“.

Bilder oben: das Hochhaus am Morgen, bei Abendsonne / beginnender Dämmerung und bei Nacht.

Bilder oben: Innenhof zwischen Hochhaus und Bürogebäude; Eingangsbereich des Wohnturms und Restaurant im Erdgeschoss.

Bilder oben: In der unmittelbaren Nachbarschaft des Hochhauses befindet sich das Stuttgarter Theaterhaus und seit der Fertigstellung 2022 der „Porsche Design Tower“.

Bilder oben: Details der Fassadenverkleidung und der Verglasung der Balkone bzw. Loggien.

Bilder oben: In der obersten Wohnetage gibt es ein Penthouse; die Gebäudetechnik auf dem Dach verbirgt sich hinter einer Verkleidung.

Bilder oben: während der Bauarbeiten am Hochhaus (2016).

Cloud No. 7 – Hotel und Wohn-Appartements, 2018

Das 60 Meter hohe und 18 Stockwerke umfassende Hochhaus an der Ecke Wolframstraße 7 Heilbronner Straße beherbergt ein Luxushotel und luxuriöse Eigentumswohnungen. Geplant und gebaut wurde das höchste Wohngebäude der Stuttgarter Innenstadt zwischen 2013 und 2018 von dem Berliner Architekturbüro Grüntuch Ernst Architekten.

Die Fassaden-Konstruktion und -Gestaltung übernahm das schweizerisch-amerikanische Büro tec Architecture. Die geschwungenen und gerundeten Glas- und Metallbrüstungen wurden mit speziellen Leichtbaufassaden-Platten von Knauf realisiert.

Bilder oben: Blick vom Aussichtspunkt an der Birkenwaldstraße auf das Gebäude Cloud No. 7.

Bilder oben: die  unteren Etagen werden als Hotel von der Steigenberger-Gruppe genutzt, darüber schließen sich die Wohnappartements mit großen Loggien an. Die Tragwerksstruktur des Gebäudes ist z. T. sichtbar.

Bilder oben: Blick von der Heilbronner Straße und dem Bürogebäude „Look21“ aus auf den Hotel- und Wohnturm.

Bilder oben: Gebäudedetails.

Eberhardhöfe, (Bau: 2017-2019)

An der Stuttgarter Eberhardstraße, direkt neben dem Tagblattturm, wurde das Gebäude mit der Nr. 65 (ehemalige Teppichgalerie) abgerissen; die Fassade zur Straße hin wurde allerdings geregelt Stein für Stein abgebaut und für den Wiederaufbau vorübergehend eingelagert.

Dann wurde das 6-stöckige Gebäude neu errichtet, aber eben unter Verwendung der historischen Fassade. Hier sind jetzt Büros und Einzelhandelsgeschäfte eingezogen. Der Neubau hat insgesamt einen U-förmigen Grundriss; in den beiden straßenabgewandten parallelen Flügeln sind in den Obergeschossen annähernd 50 Appartements mit 1 bis 3 Zimmern entstanden. Von der Straße abgewandt ist hier ein ruhiges und dennoch zentrumsnahes Wohnquartier entstanden.

Der Entwurf des nun gemischt genutzten Ensembles stammt vom Büro willwersch architekten bda.

Auf der Website des Immobilienentwicklers w2-development.de kann man in einer Pressemitteilung anlässlich der Grundsteinlegung zum Projekt das Folgende lesen: (…)

„Eine architektonische Besonderheit ist der originalgetreue Wiederaufbau der historischen Fassade des früheren Gebäudes an der Eberhardstraße 65. Diese Fassade wurde denkmalpflegerisch dokumentiert, parallel zum Abbruch des dahinter liegenden Gebäudes Stein für Stein abgetragen und fachgerecht eingelagert. Der Wiederaufbau der Fassade erfolgt ebenfalls unter den strengen Augen eines Gutachters. In diesem Zusammenhang verwies Harald Supper von der beauftragten Baufirma Züblin darauf, dass ‚an dieser Stelle der Stadt sehr behutsam mit der Geschichte umgegangen‘ werde. Dabei sei es den Verantwortlichen von Anfang an um die ‚mögliche Erhaltung der alten Fassade der Teppichgalerie‘ gegangen, die ‚nicht nur beim ersten Hinschauen sehr schön und unversehrt‘ scheine, sondern ‚aus einer Zeit, Mitte des 19. Jahrhunderts‘ stamme, ‚in der die Kunst des Handwerks des Steinmetzes noch weit verbreitet war‘.“ (…)

Bilder oben: alles nur Fassade…; das ehemalige Gebäude der Teppichgalerie (Eberhardstraße 65) wurde abgerissen, die Fassade aber wurde geregelt ab- und am entstehenden Neubau wieder aufgebaut. Durch eine Passage gelangt man in den straßenabgewandten Bereich; hier befinden sich zwei sich orthogonal anschließende Gebäudeflügel mit Wohnungen in den oberen Etagen, die „Eberhardhöfe“.

Bilder oben: die Passage im Vordergebäude und die Eberhardhöfe auf der straßenabgewandten Seite.

Bilder oben: die Eberhardhöfe; besonders auffällig sind die Balkon- und Fensterbrüstungs-Bleche.

Bilder oben: Baudetails.

Bilder oben: Stilleben mit Motorroller.

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